Berlin E-Prix (1/6): Alle Strafen im Überblick

Auch die Rennkommissare der Formel E sind nach der Corona-Zwangspause in Berlin wieder aktiv und dafür zuständig, über die Einhaltung der Regeln zu wachen. Im Falle eines Verstoßes gegen das Technische oder Sportliche Reglement müssen sie das Strafmaß festlegen. In diesem Artikel findest du eine Auflistung aller Entscheidungen der Rennleitung im Rahmen des ersten Rennens beim Berlin E-Prix 2020.

Strafen im Vorfeld des Berlin E-Prix

  • Schlechte Nachrichten für Nissan e.dams: Oliver Rowland muss in der Startaufstellung 20 Plätze nach hinten, da an seinem Fahrzeug der Inverter gewechselt werden musste. Ursache ist eine externe Überspannung, die eine Suppressordiode zerstörte. Eine solche Diode dient als Sollbruchstelle, um im Falle einer Überspannung andere Teile des elektrischen Systems zu schützen.
  • DS Techeetah wurde zu einer Geldstrafe von 2.500 Euro verurteilt, da das Teammitglied Greg Verges im 2. Freien Training während des Marrakesch E-Prix (!) die Rennstrecke betreten hatte. Dies war am 29. Februar in Marokko zunächst nicht aufgefallen, der Verstoß konnte jedoch aufgrund von Fotomaterial nachgewiesen werden.
  • Eine weitere Geldstrafe von 1.500 Euro gab es für DS Techeetah, da Verges den falschen Pass trug. Anstelle eines gelben Passes, den alle Mitarbeiter des Teams tragen müssen, die in der Box arbeiten, trug das Teammitglied nur einen blauen Pass. Blaue Pässe erhalten Gäste von Teams oder Sponsoren, die selbst jedoch keine Arbeiten verrichten dürfen.

Strafen im Freien Training

  • Oliver Turvey nutzte im 2. Freien Training zu viel Leistung - 258,05 kW übermittelte die Bordelektronik an die FIA. Da maximal 250 kW verwendet werden dürfen, zog dies eine Geldstrafe von 1.000 Euro nach sich.
  • James Calado erhielt eine Rückversetzung um 60 Plätze in der Startaufstellung. An seinem Wagen waren Elektromotor, Inverter und die Batterie gewechselt worden. Damit ist klar, dass der Jaguar-Pilot das Rennen vom letzten Startplatz aus aufnehmen muss. Zudem wird er noch eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe erhalten, da eine vollständige Rückversetzung nicht möglich ist.

Strafen nach dem Qualifying

  • Oliver Rowland erhält eine Zeitstrafe von fünf Sekunden im Rennen, da die Rückversetzung um 20 Positionen in der Startaufstellung nicht vollständig erfolgen kann. Der Nissan-Pilot hatte es im Qualifying auf den achten Platz geschafft. Bei nur 24 Fahrern blieben so noch vier Positionen übrig
  • James Calado erhält die bereits angekündigte 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe, da auch seine Rückversetzung um 60 Positionen in der Startaufstellung nicht vollständig erfolgen kann. Er hatte vor dem Qualifying keine einzige Runde drehen können und sich somit nur für den letzten Startplatz qualifiziert.
  • Nyck de Vries erhält eine Geldstrafe von 1.000 Euro, da er bei seiner Runde nach der Super-Pole zu langsam fuhr. Im Reglement ist festgelegt, dass er höchstens 120 Prozent der Zeit seiner gezeiteten Runde benötigen darf. De Vries' Runde dauerte mit 1:29.800 Minuten stattdessen 133 Prozent der Zeit seiner Super-Pole-Runde.
  • Oliver Rowland muss weitere 40 Startplätze nach hinten, da sein Team nach dem Qualifying Getriebe und Inverter am Fahrzeug gewechselt hat.
  • Da dies von Startplatz 23 aus nicht umsetzbar ist, erhält Oliver Rowland ebenfalls eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe.

Strafen im und nach dem Rennen

  • Maximilian Günther wurde nachträglich disqualifiziert, da er im Rennen mehr als die maximal erlaubte Energiemenge verbraucht hat. Wegen einer Safety-Car-Phase und einer Full-Course-Yellow-Phase war die verfügbare Energiemenge zuvor für alle Fahrer von 52 auf 45 kWh gesenkt worden. Durch die Disqualifikation Günthers rückte Rene Rast in die Top 10 vor und holte auf Anhieb den ersten Punkt für Audi.
  • Edoardo Mortara erhielt nachträglich eine Durchfahrtsstrafe, die in eine Zeitstrafe von 18 Sekunden umgewandelt wurde, weil er im Rennen eine Kollision verursacht hatte. Er schob Maximilian Günther an, der daraufhin Mitch Evans herumdrehte.
  • Daniel Abt erhielt nachträglich eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, da er während der Full-Course-Yellow zu schnell gefahren war.
  • Sergio Sette Camara wurde disqualifiziert, da er - genau wie Günther - mehr als die maximal erlaubte Energiemenge verbrauchte.
von Tobias Wirtz 

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