Formel-E-Piloten wünschen Fahrer-Vereinigung

Während in der Formel E mit Technischen und Sportlichen FIA-Arbeitsgruppen, Hersteller- und Team-Vertretern oder Vorständen gleich mehrere Institutionen über die Entwicklung der Elektroserie wachen, sind die Fahrer bislang nicht mit einer eigenen Vereinigung vertreten. Einem Bericht unserer Kollegen von 'e-racing365' zufolge könnte sich dies nun allerdings ändern: Mehrere Fahrer bemühen sich demnach aktuell um die Gründung einer Fahrer-Vereinigung, die die Interessen der Piloten herausstellen und voranbringen soll.

Im Kern stehen dabei sportliche Aspekte, wenngleich erste Piloten auch administrative und sicherheitsrelevante Themen in der Gruppe beraten wollen. Die Fahrer-Vereinigung würde als Sprachrohr auf offizieller Ebene fungieren, das die Meinungen und Haltungen der Fahrer repräsentiert.

"Ich würde eine Vereinigung nur einrichten, wenn sie tatsächlichen exekutiven Einfluss hat", bremst Lucas di Grassi (Audi) jedoch im Exklusiv-Interview mit 'e-Formel.de' die Erwartungen ein. Bereits in den ersten zwei Jahren gab es eine ähnliche Fahrer-Vertretung in der Formel E, die durch mangelnden Einfluss allerdings zwischenzeitlich eingestellt wurde. "Wir hatten damals null Einfluss. Nur wenn wir mit unseren Stimmen etwas verändern können, wäre ich mit dem Vorschlag einverstanden."

Di Grassi, der damals auch den Vorsitz in der Fahrer-Vereinigung innehatte, weiter: "So etwas nimmt sehr viel Zeit und Anstrengung in Anspruch. Wenn wir außerdem einen Berater der FIA bekommen, interessiert mich die Vereinigung nicht mehr. In der Vergangenheit war es nämlich so, dass wir Themen angesprochen haben und der Berater lediglich gesagt hat: 'Nein, das machen wir nicht'."

Ob die Vereinigung also tatsächlich zustande kommt, ist offen. Planmäßig könnte allerdings bereits mit dem Start in die Saison 2019/20 loslegen, wenn das Starterfeld durch den Einstieg von Porsche auf insgesamt 24 Fahrer anwächst.

von Tobias Bluhm 

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