ABB-Lade-Technologie-Formel-E

ABB liefert Technologie für Schnelllade-Boxenstopps in 3. Formel-E-Generation

Das Schweizer Technologieunternehmen ABB wird ab 2022 die Ladetechnologie und -infrastruktur für die Gen3-Boliden der Formel E bereitstellen. Das gab der Titelsponsor der Elektroserie am Donnerstagvormittag offiziell bekannt. Die Einführung von Schnellladeboxenstopps in Saison 9 bedeutet einen technologischen Meilenstein für die Formel E.

Seit der vierten Saison ist ABB bereits Titelpartner der ABB FIA Formula E Championship, doch künftig wird der Konzern auch technisch ganz vorn mitmischen. Der Abschluss der Vereinbarung wurde in einer virtuellen Veranstaltung, der auch e-Formel.de beiwohnte, offiziell besiegelt.

Anwesend beim Event waren Alejandro Agag, Gründer und Vorsitzender der Formel E, Jamie Reigle, Geschäftsführer der Formel E, Tarak Mehta, Leiter des ABB-Geschäftsbereichs Elektrifizierung und Daniela Luzanin, Verantwortliche für die Partnerschaft mit der Formel E im ABB-Konzern.

Zusammen mit Ingenieuren des Motorsport-Dachverbandes FIA und der Formel E arbeiten Teams des Geschäftsbereichs Elektrifizierung von ABB derzeit an Spezifikationen und Anforderungen für die Entwicklung einer innovativen und sicheren Ladelösung für die Gen3-Boliden durch tragbare Ladegeräte, mit denen zwei Autos gleichzeitig aufgeladen werden können.

Ladeleistung & Energiequelle bleiben unerwähnt

Erstaunlicherweise verliert ABB in seiner Erklärung kein Wort über die technischen Spezifikationen der künftigen Ladestationen. In der offiziellen Ausschreibung war eine Anforderung von 600 kW (!) Ladeleistung genannt, mit der 30-sekündige Schnellladeboxenstopps während der Rennen möglich werden sollen. In dieser Zeit sollen gut 4 kWh Energie von außen nachgetankt werden. Wir gehen davon aus, dass die Formel E weiterhin an diesen Zielen festhält.

Ebenso unerwähnt bleibt, woher ABB den Strom zur Ladung von 24 Formel-E-Fahrzeugen beziehen will und ob dieser aus erneuerbaren Quellen stammen wird. Es bleibt zu hoffen, dass ABB dieses Ziel verfolgt.

"ABB ist in der vierten Saison als Titelpartner der FIA-Formel E-Meisterschaft eingestiegen und hat seither eng mit uns zusammengearbeitet, um die Serie als Testfeld für die Entwicklung von Race-to-Road-Technologien zu nutzen", erklärt Agag. "So treiben wir die Erfüllung unseres Ziels voran, die Einführung von Elektroautos zu beschleunigen und somit dem Klimawandel entgegenzuwirken. Wir freuen uns darauf zu erfahren, was wir durch unsere langfristige Partnerschaft gemeinsam erreichen können."

Forme-E-CEO Reigle meint: "Die Formel E baut auf der ersten erfolgreichen Phase unserer Partnerschaft mit ABB auf, und wir freuen uns, die Zusammenarbeit bei den Gen3-Boliden zu vertiefen. ABB wird wichtige Ladetechnologie bereitstellen und damit zur Verbesserung des Rennprodukts beitragen und das Potenzial der erweiterten Ladefunktionen für Elektrofahrzeuge aufzeigen."

"Formel E ist mehr als nur ein Autorennen"

"Die ABB FIA-Formel E-Meisterschaft ist mehr als nur ein Autorennen", sagt Mehta von ABB. "Sie ist unser Testfeld für innovative Elektromobilitätstechnologien und trägt dazu bei, Weiterentwicklungen in die Produktion von Elektroautos zu integrieren und die Umwelt für alle sauberer zu machen. Wir sind sehr stolz auf unsere Verbindung mit der Formel E, und die Entscheidung der FIA, der Rennserie in Saison 7 den WM-Status zu verleihen, unterstreicht die wachsende Bedeutung der Formel E."

ABB hat bis heute mehr als 14.000 DC-Schnelllader in über 80 Ländern installiert und bringt seine Technologien und umfassende Erfahrung auch in die Ladestationen für den Gen3-Rennwagen ein. Diese Stationen müssen speziell angepasst werden, um den besonderen Ansprüchen eines Rennumfelds zu genügen.

ABB hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltweit führenden Anbieter von vernetzten DC-Schnellladesystemen entwickelt. Im Rahmen wirkungsvoller Projekte wie Electrify America, IONITY, Fastned und vielen anderen stellt ABB High Power DC-Schnellladestationen bereit. Darüber hinaus ist das Unternehmen offizieller Partner des Porsche-Formel E-Teams.

Bereits jetzt sollen ABB und der Gen3-Batterie-Hersteller Williams Advanced Engineering an der Ladetechnologie arbeiten. Erste Tests dürften im Frühjahr 2021 stattfinden.

Foto: ABB

von Timo Pape  

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