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Agag erwägt Wasserstoff & Superkondensatoren für Formel E: "Wir prüfen jede Alternative"

Die Formel E ist die Speerspitze des globalen elektrischen Motorsports. Bislang stand das batterieelektrische Antriebskonzept der E-Rennwagen nie ernsthaft zur Debatte, wenngleich vereinzelte Stimmen für einen Brennstoffzellen-Antrieb lauter werden - zuletzt aus den Richtungen Extreme E und DTM. In einem Interview mit dem deutschen Technologie-Unternehmen Bosch äußert sich Formel-E-Gründer Alejandro Agag zu derartigen Alternativen.

"Wir haben eine Lizenz (von der FIA), um mit jeder Art von Energiequelle oder Energiespeicher, die einen Elektromotor antreibt, Rennen zu fahren", erklärt der 49-jährige Spanier. "Das kann Wasserstoff sein, das können Superkondensatoren, aber auch Batterien sein." Die derzeitige Lösung mit Lithium-Ionen-Akkus sei nicht zwingend gesetzt, derzeit jedoch der einzige praktische Ansatz.

Zudem hat sich die Kapazität des Einheitsakkus in den vergangenen Jahren von 28 auf 52 kWh nutzbare Energie nahezu verdoppelt. Doch auch wenn die Formel E zunächst einmal bei ihrem Batteriekonzept bleibt, könnte sich die chemische Zusammensetzung laut Agag in Zukunft durchaus ändern. "Wir prüfen jede Alternative", so der Vorstandsvorsitzende der Formel E.

Wichtig für Agag ist vor allem, dass die künftige Elektro-Weltmeisterschaft an ihren Grundwerten festhält und die Entwicklungen in der Automobilindustrie widerspiegelt beziehungsweise vorantreibt. "Ich denke, das ist der große Erfolg der Formel E: Dass sie weiterhin ein Labor für die Entwicklung der Technologien ist, um der Öffentlichkeit zeigen zu können, dass Elektroautos immer länger fahren können und jedes Jahr schneller werden." Erst kürzlich hatten wir über die Pläne der Formel E berichtet, ab 2022 ein neues Auto mit fast doppelt so viel Leistung wie bisher einzusetzen und Fast-Charging-Boxenstopps einzuführen.

Agag hat mit seiner Idee, elektrischen Monoposto-Rennsport zu betreiben, ins Schwarze getroffen. Das wird immer deutlicher, denn die Elektromobilität im Allgemeinen hat Schwung aufgenommen. Die Zahl der Elektroautos stieg schon im Jahr 2018 weltweit um 64 Prozent auf mehr als 5,6 Millionen an. Parallel kamen 2018 durchschnittlich 27,1 Millionen Menschen mit einem Formel-E-Rennen in Berührung - eine deutliche Steigerung um 18,6 Millionen gegenüber dem Vorjahr.

"Es gibt viele Wege, wie die Formel E die Technologien der Elektromobilität nach vorne bringen kann", erklärt Agag. "Die Automarken modifizieren ihre Produktionslinien, um sich an die E-Mobilität anzupassen. Die Formel E zeigt in sehr konkreten Beispielen, wie sich Technologien entwickeln. Sie präsentieren ultraschnelles Laden und die Verbesserung der Software, die der Schlüssel für die beste Energieübertragung im Antriebsstrang von Elektroautos ist. Die Formel E wird somit die wichtigste Rennserie in Bezug auf Technologie-Transfer."

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

Alejandro Agag im Interview mit Bosch

von Timo Pape  

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Kommentar von Sascha |

Da bin ich ja gespannt!

Wasserstoff halte ich für bei einem "Alltags-"EV aus Effizienzgründen für unsinnig, aber für Langstrecke & Güterverkehr macht das schon Sinn. Und ggfs. auch im Motorsport für kurze Stopps zum "Nachladen". Besser als FastCharging mit 1MW oder ähnlichem.
Vielleicht ja dann in der Formel E Gen4 :-)

SuperCaps taugen nur als kurzer Puffer zur Ergänzung und nicht als echter Speicher. Für <500kW Leistung reichen auch Leistungs- bzw sogar Energie-Zellen aus. Ne Kombination macht aber ggfs hinsichtlich Rekuperation Sinn, je nach Zelltyp und Speichergröße.

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