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Agag maßregelt Abt: Formel-E-Fahrer sollen Zeit nicht mit FANBOOST-Diskussionen verschwenden

Formel-E-Pilot Daniel Abt, der bei der FANBOOST-Abstimmung für den Santiago E-Prix lange Zeit geführt hatte, ging beim Voting mit neun Prozent der Stimmen am Ende überraschend leer aus. Stattdessen erhielten sein Teamkollege Lucas di Grassi (23 Prozent), Sebastien Buemi (21) und Jose Maria Lopez (18) die Zusatzenergie von 100 kJ. Abt ließ nach dem Rennen seinem Frust über erneute Ungereimtheiten beim FANBOOST freien Lauf.

In einem (mittlerweile gelöschten) YouTube-Video äußerte sich der Kemptener äußerst deutlich: "Es gibt leider Fahrer, die es wieder schaffen, dort zu bescheißen." Und weiter: "Da ist definitiv etwas faul. Wir waren die ganze Zeit vorne, und auf einmal über Nacht kommen die Fahrer aus dem Nichts heraus und kriegen megaviele Votes."

Auffällig sei hierbei die geografische Verteilung der Stimmen, die das Ergebnis der Abstimmung gedreht haben: "Komischerweise sind die alle aus zwölf verschiedenen Städten in China. Da haben die 'ne richtig geile Fanbase", kommentiert er sarkastisch und deutet einen Betrug bei der Stimmenabgabe an. "Die Formel E weiß davon, aber sie können nichts dagegen tun, weil sie es nicht richtig beweisen können. Das ist eine Katastrophe."

Manipulationsvorwürfe beim FANBOOST sind nichts Neues: Bereits im Juli 2016 berichteten wir über die Nachforschungen von 'Formula E Zone', die die Manipulation der Abstimmung mithilfe von Bots aufzeigten. Zigtausende Stimmen waren so erkauft worden. Die Formel E reagierte mit einer Änderung des Abstimmungssystems. Alejandro Agag, CEO der Formel E, hatte einige Monate zuvor noch behauptet, dass keine Manipulationen im Spiel und die abgegebenen Stimmen allesamt korrekt seien.

Auch dieses Mal reagiert Agag auf die Vorwürfe von Daniel Abt und verweist sie in das Reich der Fabeln: "Das Wahlsystem für den FANBOOST wird ständig überwacht und überprüft, um die Überprüfung der Benutzer und glaubwürdige Resultate sicherzustellen", so der Spanier bei 'Autosport.com'. "Das System ist sehr zuverlässig, und Fahrer sollten keine Zeit damit verschwenden, die Gültigkeit infrage zu stellen." Agag weiter: "Weit über eine Million Fans haben ihren Lieblingsfahrer gewählt, und wir sehen, dass diese Anzahl wächst, da die Popularität der Serie steigt."

Der in den sozialen Medien äußerst aktive Abt sei ein gutes Beispiel dafür, wie man mit den Fans interagieren könne. Der Audi-Fahrer habe sich bei ihm telefonisch für seinen Wutausbruch entschuldigt, so Agag weiter. "Es ist nicht überraschend, dass die Fahrer mit den meisten FANBOOST-Stimmen einige der bekannteren Fahrer sind. Oder jene, die um Siege und Meisterschaften kämpfen wie Buemi, Vergne, di Grassi oder Piquet."

"Fans neigen normalerweise dazu, für die Fahrer zu stimmen, die im Kampf um die Spitze sind, um das Bild auf dem Siegerpodest zu verändern", so Agag weiter. "Es ist auch interessant, wie sich die Abstimmung zwischen den Fahrern verändert, wenn wir die verschiedenen Länder besuchen, in denen wir Rennen fahren", bringt er auch lokale Gegebenheiten ins Spiel. "Lopez war der Star in Santiago wegen seiner südamerikanischen Herkunft. Genauso wie es Filippi in Hongkong war, weil er für das chinesische NIO-Team antritt." Zu den Vorwürfen, dass unzählige Stimmen aus China den Ausschlag bei der Abstimmung in Santiago gegeben hätten, äußert sich Agag nicht.

Daniel Abt gehörte in der jüngeren Vergangenheit zu den regelmäßigen Gewinnern der FANBOOST-Abstimmung. In den 14 Rennen seit dem Marrakesch E-Prix im November 2016 belegte der 25-jährige zwölfmal einen der ersten drei Plätze bei der Zuschauerabstimmung. Zuvor war er 22 Rennen in Folge leer ausgegangen. Mit Abt, Buemi, di Grassi, Filippi, Lopez und Hongkong-Gaststarter Kamui Kobayashi haben in dieser Saison bereits sechs verschiedene Piloten einen FANBOOST gewonnen - genauso viele waren es in allen zwölf Rennen der Vorsaison.

von Tobias Wirtz 

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Kommentar von Hans Grebing |

Fanboost ist absolut unsportlich. Ein Boostbutton den jeder Fahrer in begrenzter Anzahl nutzen kann wäre wesentlich sportlicher. Sich, auf welche Art und Weise auch immer, beliebt machen sollte keine Eigenschaft sein die einem Rennfahrer weiter hilft.

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