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Agag: "Mercedes wird sofort einen Vorteil gegenüber Porsche haben"

In knapp anderthalb Jahren ist es soweit. Dann treten Mercedes und Porsche mit eigenen Werksteams in der Formel E an. Allerdings gehen die beiden deutschen Premiumhersteller das neue Elektroprojekt gänzlich unterschiedlich an. Während Porsche für sich allein entwickelt, dabei voraussichtlich aber auch auf Daten von Konzern-Schwester Audi zugreifen kann, sammelt Mercedes bereits in der kommenden Saison Erfahrung im Realbetrieb. Zwar tritt HWA als eigenständiges Team mit Kundenmotoren von Venturi an, trotzdem ebnet das Unternehmen aus Affalterbach den Weg für Mercedes.

Formel-E-Boss Alejandro Agag lobt die Vorgehensweise der Schwaben: "Wir durften erst kürzlich verkünden, dass HWA in der fünften Saison an Bord sein wird. Sie werden ein Kundenteam sein, und Mercedes leiht dem Rennstall für ein Jahr seinen Platz. Damit haben wir elf Teams", erklärt der Spanier bei 'Motorsport.com'. "Das ist ein cleverer Zug von (Mercedes-Motorsportchef) Toto Wolff, denn so kann HWA für Mercedes bereits die ersten Testmeter in der Formel E machen."

Gerade mit Blick auf die Konkurrenz aus Zuffenhausen hält Agag die HWA-Strategie für einen cleveren Schachzug. "Das ist schlau, weil Mercedes so sofort einen Vorteil gegenüber Porsche haben wird. Porsche wird seine Hausaufgaben aber auch machen", prophezeit Agag. "Ich kann das erste Rennen der sechsten Saison kaum abwarten. Wir haben dann Mercedes, Porsche, Audi, BMW, DS, Jaguar, Nissan, Mahindra und NIO an Bord. Mit zwölf Teams wird es eine herausragende Meisterschaft."

Porsche setzt beim Testen auf bisherige Werksfahrer

Porsche geht hingegen seinen eigenen Weg, und jeder, der in der Vergangenheit mit dem LPM1-Team zu tun hatte, erwartet ab Ende 2019 einen extrem starken Formel-E-Neuling. Beim Testprogramm setze Porsche in erster Linie auf die bisherigen Werksfahrer, erklärt Teamchef Andreas Seidl gegenüber 'e-racing365'.

"Unser oberstes Ziel bei Porsche ist es, jene sechs Fahrer an Bord zu haben, mit denen wir unser LMP1-Programm angegangen sind. Das ist immer das Ziel", erklärt Seidl und spricht damit von Nick Tandy, Neel Jani, Earl Bamber (beim Paris E-Prix zu Gast), Timo Bernhard, Brendon Hartley und Andre Lotterer.

Letzterer erklärte allerdings bereits gegenüber 'e-Formel.de', dass er nicht in die Testarbeit von Porsche involviert sei. Erst kürzlich hatte DS den aktuellen Techeetah-Fahrer als Testfahrer bekanntgegeben. Zwar wäre es durchaus denkbar, dass Lotterer 2019 ins Porsche-Cockpit steigt. In Saison 5 wird der Deutsche jedoch zunächst eine weitere Saison für Techeetah - aller Voraussicht nach mit DS-Antrieben - absolvieren.

Trotz seines Fahrer-Credos möchte sich Seidl noch nicht endgültig auf sein aktuelles Sextett festlegen: "Natürlich müssen wir die Entscheidung treffen, ob wir das Risiko eingehen, zwei Piloten ohne Formel-E-Erfahrung einzusetzen, oder ob wir eher die andere Richtung einschlagen und feststellen, dass wir schon ein bisschen Erfahrung brauchen. Wie dem auch sei - diese Entscheidung werden wir später treffen, es gibt keine Eile."

Neben Lotterer bringen zwei weitere Piloten Formel-E-Erfahrung mit. Neel Jani absolvierte vergangenen Dezember den Saisonstart für Dragon Racing in Hongkong, zog nach den beiden Rennen jedoch bereits den Stecker, weil er keine Hoffnung beim US-Rennstall sah. Brendon Hartley, der aktuell für Toro Rosso in der Formel 1 fährt, testete zudem im August 2017 für Venturi.

von Timo Pape 

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