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Atlanta, Shanghai, Helsingborg - Formel E evaluiert 26 Städte für Rennkalender 2021/22

Erst kürzlich gab die Formel E ihren Rennkalender für die kommende Saison 2021 bekannt - das erste Jahr mit offiziellem WM-Status. Dennoch plant die Elektroserie bereits für das übernächste Jahr. Nachdem es beim Rennkalender für Saison 7 auch wegen der Corona-Pandemie kaum Überraschungen gab, dürften in Saison 8 wieder neue Austragungsorte hinzukommen - auch solche, mit denen bislang nicht zu rechnen war.

"Momentan verhandeln wir buchstäblich mit 26 Städten aus aller Welt, und von diesen werden wir hoffentlich fünf, sechs, sieben Kandidaten nominieren", sagt Formel-E-Mitbegründer Alberto Longo bei den Kollegen von 'The Race'. "Ich darf das mit Stolz sagen, denn tatsächlich wollen die größten Städte dieses Planeten alle ein Rennen austragen."

Zu diesen Städten zählen zum einen alte Bekannte wie etwa Yokohama, die Heimat von Nissan in Japan, und Rio de Janeiro, wo die Formel E eigentlich schon in ihrer ersten Saison 2014/15 hätte fahren sollen. "Japan ist sehr wichtig für uns, Brasilien ist wichtig, und eine Stadt in China ist für uns auch sehr wichtig. Aber es gibt noch viele, viele andere", erklärt Longo.

Shanghai war in den vergangenen Jahren immer wieder unter den Zielen der Formel E, da der chinesische Markt nicht nur für die Serie selbst von großer Bedeutung ist, sondern auch für die involvierten Automobilhersteller sowie für die drei Teams mit chinesischen Besitzern: Nio 333, Envision Virgin und Techeetah. Neben Shanghai besuchten Formel-E-Vertreter auch weitere chinesische Städte, darunter Shenzhen. Sanya baut seine Formel-E-Strecke indes aus, um weitere Rennserien auf die Ferieninsel im Südchinesischen Meer zu locken.

Ausbau der Europa-Saison & Rückkehr nach Afrika?

Über die Bestrebungen der niederländischen Technologie-Großstadt Eindhoven sowie der südafrikanischen Metropole Kapstadt berichteten wir bereits Anfang März. Nachdem sich die Formel E mit der Bekanntgabe des Rennkalenders für 2021 zum wiederholten Male von Marrakesch (Marokko) verabschiedet hat, ist auf absehbare Zeit kein Lauf mehr in Afrika geplant. Kapstadt könnte das ändern.

Neu auf der Kandidatenliste sind hingegen die Städte Atlanta (Georgia, USA) und Helsingborg. Der historische Ort im Süden von Schweden wird im Sommer 2022 einen "Smart Cities Summit" veranstalten und könnte diesen Anlass womöglich mit einem Formel-E-Rennen koppeln. Zudem soll die Formel E via Titelsponsor ABB über gute Kontakte nach Helsingborg verfügen.

Der Weg bis zu einem E-Prix verläuft immer ähnlich: Mit einer schriftlichen Interessensbekundung setzt ihn die jeweils interessierte Stadt in Gang. Zieht die Formel E die Bewerbung in Erwägung, schickt sie ein Team bestehend aus Mitarbeitern der Formula E Operations und der FIA in die jeweilige Stadt, um eine offizielle Machbarkeitsstudie durchzuführen. Kommt diese Studie ebenfalls zu einem positiven Ergebnis, wird ein Deal ausgehandelt. Eine Antrittsgebühr fällt nicht in jedem Fall an. Dies ist abhängig davon, wie strategisch wertvoll die jeweilige Stadt für die Formel E ist.

"Wir sagen zu keinem 'nein', das ist die Hauptsache", meint Longo. "Wir haben ein ganzes Team, das sich nur den Kandidaten widmet. Wir haben ganz sicher sehr starke (Bewerber in der) Pipeline." In den kommenden drei bis sechs Monaten wolle die Formel E bis zu sechs E-Prix-Kandidaten nennen. "Dann wird unser Vorstand gemeinsam mit der FIA entscheiden, wie der Kalender für Saison 8 aussehen soll."

Aktuelle Kandidaten für den Rennkalender 2021/22

  • Yokohama (Japan)
  • Shanghai (China)
  • Kapstadt (Südafrika)
  • Rio de Janeiro (Brasilien)
  • Eindhoven (Niederlande)
  • Atlanta (USA)
  • Helsingborg (Schweden)

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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