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Audi bleibt in Marrakesch Mittelmaß: "Safety-Car hat Strategie kompromittiert"

Beim zweiten Saisonlauf der Formel E in Marrakesch fuhren alle vier Audi e-tron FE05 in die Punkteränge. Der Star von Marokko war jedoch nicht das Werksteam aus Ingolstadt, sondern die Kunden-Mannschaft von Virgin Racing, die auf den Plätzen 2 und 3 ins Ziel kam. Für Audi Sport ABT Schaeffler reichte es hingegen nur zu den Positionen 7 und 10 sowie für die schnellste Rennrunde durch Lucas di Grassi.

Nach dem schwierigen Saisonstart im Dezember in Saudi-Arabien lief es für Audi geringfügig besser, wenngleich der amtierende Teammeister weiterhin den eigenen Ansprüchen hinterherfuhr. In einem packenden Rennen fiel die Entscheidung zugunsten von Jerome d'Ambrosio (Mahindra) nach einer späten Safety-Car-Phase erst auf den letzten Metern. In einem Fotofinish überquerten die ersten sieben Autos die Ziellinie innerhalb von 1,633 Sekunden - und das zum Teil nebeneinander. Zu ihnen zählte auch di Grassi.

"Das war ein verrücktes Rennen", sagt der Brasilianer. "Nach meiner Aufholjagd hat mir nicht viel zur Führung gefehlt, doch das Safety-Car hat unsere Strategie ziemlich kompromittiert. Platz 7 und die schnellste Rennrunde - wir sind auf jeden Fall wieder da."

Nach einem nicht optimalen Qualifying sorgten di Grassi und Abt im Rennen mit guten Starts für Furore. Di Grassi profitierte vom Getümmel in Kurve 1 und verbesserte sich in der ersten Runde um fünf Positionen, Abt sogar um sieben. Nach wenigen Runden hatten die beiden - von den Startpositionen 11 und 16 kommend - den Anschluss zur Spitzengruppe hergestellt. Nach einem turbulenten Rennen belegten sie jedoch nur die Plätze 7 und 10.

Nach Attack-Mode ging für Abt nichts mehr

"Mein Start war richtig gut", erklärt Abt. "Auch danach fühlte sich alles gut an. Ich war schon Siebter und hatte Anschluss an die Führungsgruppe. Doch nachdem ich den Attack-Mode das erste Mal aktiviert hatte, ging plötzlich nicht mehr viel. Wir müssen analysieren, warum."

Allan McNish, Teamchef von Audi Sport Team Abt Schaeffler, sagt: "Lucas hat fast das ganze Rennen über um einen Podiumsplatz gekämpft. Für ihn kam das Safety-Car zum falschen Zeitpunkt. Alle haben mit dem neuen Attack-Mode etwas gepokert, leider hatten wir dabei kein Glück. Daniel ist am Anfang schnell nach vorn gekommen. Auch er hatte etwas Pech mit dem Safety-Car. Die wichtigste Erkenntnis für uns ist, dass wir mit dem Audi e-tron FE05 ein schnelles Auto haben. Wir freuen uns, dass hier zwei Audi aufs Podium gefahren sind. Aber nun werden wir alles daransetzen, dass die Sonne in Santiago für unser Werksteam scheint."

"Wir haben erneut ein sehr spannendes Formel-E-Rennen mit einem insgesamt guten Ergebnis für Audi gesehen", meint auch Audi-Motorsportchef Dieter Gass. "Unsere beiden Kundenautos von Envision Virgin Racing kamen mit Robin Frijns und Sam Bird auf den Plätzen 2 und 3 ins Ziel. Unsere Werksautos hatten mit Lucas und Daniel nach guten Starts am Ende etwas mehr zu kämpfen. Wir müssen verstehen, warum sie im Verlauf des Rennens langsamer wurden."

Audi Sport ABT Schaeffler liegt derzeit mit mageren 14 Punkten auf dem siebten Rang der Teamwertung. Im Fahrerklassement rangieren di Grassi und Abt auf den Plätzen 10 und 12. Der dritte Lauf der Formel E findet bereits in zwei Wochen, am 26. Januar, in Santiago de Chile statt. Nach einem erfolgreichen Rookie-Test am Sonntag darf Audi auf Besserung und die ersten echten Big-Points der Saison hoffen.

von Timo Pape 

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