Alexander-Sims-Formula-E-BMW-Santiago-Attack-Mode

BMW-Pilot Sims hadert mit Strafe nach Mortara-Dreher: "Keine Berührung gespürt"

Das deutsch-amerikanische Team BMW i Andretti Motorsport verpasste beim Santiago E-Prix am Samstag knapp einen Podiumsplatz. Alexander Sims zeigte im dritten Saisonrennen der Formel E erneut eine starke Leistung und sammelte am Ende als Siebter immerhin noch wertvolle Punkte. Mit der Strafe gegen ihn war der Brite allerdings nicht einverstanden. Teamkollege Antonio Felix da Costa schied wegen eines Reifenschadens vorzeitig aus.

In Gedenken an den verstorbenen ehemaligen BMW-Schnitzer-Teamchef Charly Lamm ging die BMW-Mannschaft in der chilenischen Hauptstadt mit Trauerflor an den Start. Lamm war am Donnerstag nach kurzer, aber schwerer Krankheit verstorben.

Sims war von Position 8 ins dritte Formel-E-Rennen seiner Karriere gestartet und arbeitete sich bei Höchsttemperaturen von 37,9 Grad Celsius kontinuierlich nach vorn, bis er im Duell mit Mortara um Platz 5 in Turn 8 aufschloss. Im Zweikampf der beiden kam es zu einem Dreher von Mortara, Sims fuhr vorbei. Die Rennleitung entschied, Sims habe Mortara angestoßen und ihn gedreht und verpasste ihm eine Durchfahrtsstrafe, die nach Rennschluss in eine Zeitstrafe umgewandelt wurde. Am Ende deshalb Platz 7 statt Podium.

"Ich denke, es ist eigentlich alles super gelaufen", meint Sims. "Leider kam es dann zu dem Zwischenfall mit Edoardo Mortara. Ich habe ganz ehrlich keine Berührung gespürt, aber ich vertraue der Untersuchung der Rennkommissare und akzeptiere die Strafe. Ich nehme trotzdem viel Positives aus Santiago mit und konzentriere mich jetzt auf das nächste Rennen. Vielen Dank an das Team, das mich hervorragend durch dieses sehr harte Rennens begleitet hat."

Zweiter Ausfall für Felix da Costa

Für Antonio Felix da Costa gab es keine Punkte, denn der Portugiese schied wie schon in Marrakesch vorzeitig aus. Er kämpfte in Quali-Gruppe 1 wie alle übrigen Fahrer des Quintetts mit einer sehr rutschigen Strecke und ging nur von Position 17 ins Rennen. Im dicht gedrängten Mittelfeld hatte er eine Kollision mit den beiden DS-Techeetah-Piloten Andre Lotterer und Jean-Eric Vergne, bei der er sich einen Reifenschaden an seinem BMW iFE.18 zuzog. Nach einem Boxenstopp lag Felix da Costa aussichtslos zurück und stellte das stark beschädigte Fahrzeug später vorzeitig in der Box ab.

"Alle Fahrer aus Qualifying-Gruppe 1 mussten von ganz hinten starten, weil die Strecke zu dem Zeitpunkt deutlich langsamer war als für die späteren Gruppen", sagt Felix da Costa. "Dennoch war ich für das Rennen optimistisch und konnte nach einem guten Start einige Plätze gutmachen. Dann kam es leider zu der Kollision. Ich wurde von hinten getroffen und habe mir dabei einen Reifenschaden eingehandelt. Wir haben nach dem Boxenstopp zwar noch versucht weiterzufahren, aber letztlich war der Schaden am Auto so groß, dass wir es vorzeitig abgestellt haben. Das ist natürlich enttäuschend", so der 27-jährige BMW-Pilot.

Roger Griffiths, Teamchef von BMW i Andretti Motorsport, sagt: "Die Strecke hier in Santiago hat für ein aufregendes Rennen gesorgt. Schade, dass wir es nicht aufs Podium geschafft haben. Uns war klar, dass es entscheidend darauf ankommen würde, während aller Sessions mit den Temperaturen fertig zu werden. Ehrlicherweise waren wir enttäuscht über die Qualifying-Positionen 8 und 18 für Alexander und Antonio, aber letztlich zählt es im Rennen, und dort haben wir einen guten Start erwischt."

"Leider hatte Antonio Kontakt mit einem anderen Fahrzeug, der einen Reifenschaden und ein beschädigtes Auto zur Folge hatte", erklärt Griffiths weiter. "Alexander hat sich gut nach vorn gearbeitet, und als die Zielflagge geschwenkt wurde, waren wir auf Platz 3. Es sah nach einem großartigen Ergebnis für Alexander und der Rückkehr des Teams aufs Podium aus, doch eine nachträgliche Strafe hat Sims auf den siebten Platz zurückgeworfen. Wir als Team respektieren die Entscheidung der Stewards."

Etwas anderes bleibt dem Team am Ende auch nicht übrig, denn gleich nach der Strafverkündung legte BMW Protest bei der Rennleitung ein. Diesem wurde jedoch nicht stattgegeben. In der Gesamtwertung liegt Felix da Costa mit 28 Punkten in Schlagdistanz zum Führenden Sam Bird (Virgin) auf Platz 3. Sims rangiert mit 18 Punkten auf Position 10. In der Teamwertung belegt BMW den vierten Platz.

von Erich Hirsch  

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Alejandro-Agag-Jamie-Reigle-Formula-E

Formel-E-Chef Reigle: "Werden E-Auto-Entwicklung in den nächsten 5 bis 7 Jahren antreiben"

Seit einigen Monaten ist Jamie Reigle als CEO der Formel E im Amt. Bei den Rennen in Saudi-Arabien und Chile konnte sich der Kanadier ein erstes Bild machen, wie es ...
von Timo Pape
Max-Günther-BMW-Podium-Formula-E-Santiago

Kommentar: Maximilian Günther ist kein Zukunftstalent mehr

Deutschland hat wieder einen Rennsieger in der Formel E! 609 Tage nach Daniel Abts Triumph-Fahrt von Berlin-Tempelhof 2018 krönte sich BMW-Mann Maximilian Günther am vergangenen Wochenende zum neuesten Rennsieger in ...
von Tobias Bluhm
Ma-Qing-Hua-Nio-Crash-Santiago-Formula-E

Nio-Pilot Turvey "Weltklasse", Ma erneut überrundet - "Hoffe, dass wir alle die Geduld aufbringen können…"

Licht und Schatten beim chinesischen Formel-E-Team Nio 333: Während Oliver Turvey beim Santiago E-Prix vergangenes Wochenende sensationell in die Super-Pole einzog und auch im Rennen nur um wenige Sekunden die ...
von Timo Pape
Mitch-Evans-Panasonic-Jaguar-Racing-Santiago-E-Prix-2020-Turn-2-Closeup-Shivraj-Gohil-Spacesuit-Media

Jaguar in Santiago: "Hauptziel" dank Mitch Evans erreicht, Calado will aufs Podium

Mit einem überragenden Qualifying und einer starken Rennpace meldeten sich Mitch Evans und Jaguar in Santiago nach einem schwachen Saisonauftakt zurück. Sein Teamkollege James Calado holte nach einer erneut starken ...
von Tobias Wirtz