Jamie-Reigle-Formula-E-Santiago-Allan-McNish

CEO Jamie Reigle kontert Marko & Carey: Formel E "die Definition von Sport"

Die Formel E polarisiert - das hat sich bis heute kaum geändert. Seit ihrer Gründung bewegt die Elektroserie immer wieder bekannte Persönlichkeiten zu kritischen Tönen, so auch Red-Bull-Motorsport-Berater Helmut Marko und Formel-1-Boss Chase Carey. Nun hat Formel-E-CEO Jamie Reigle auf die Aussagen der beiden reagiert. Er fühle sich geschmeichelt.

Marko hatte im vergangenen Jahr gegenüber 'Motorsport.com' klargestellt, dass Red Bull nicht in die Formel E einsteigen werde, "weil wir Rennsport-Puristen sind". Die Elektroserie sei "nur eine Marketing-Ausrede der Automobilindustrie, um vom Dieselskandal abzulenken." Für seine Aussagen hatte Marko seinerzeit einige Kritik aus dem Elektrolager einstecken müssen.

"Wir denken, dass wir die Grenzen verschieben"

Während des BMW Future Forums Mitte Juli auf diese Aussagen angesprochen, entgegnete Reigle: "Ich denke, das entscheidende Wort in seiner Aussage ist 'Puristen'. Es gibt eine Definition, was der Motorsport einmal war. Deshalb haben manche Leute diese konkrete Vorstellung, wie er sein sollte. Für mich ist das Schöne am Motorsport seine Tradition und die technische Innovation. Früher waren diese technischen Innovationen Dinge wie Rückspiegel oder Sicherheitsgurte." Heute sind allerdings andere Technologien gefragt.

"Wir denken, dass wir die Grenzen (der Technologie) verschieben", sieht Reigle die Formel E auf einem guten Weg. "Und wenn ich mir die ganzen Hersteller anschaue, die in die Serie eingestiegen sind, dann die Fahrer, wie kompetitiv wir sind, oder die Tatsache, dass wir fast in jedem Rennen einen anderen Sieger haben… Das ist für mich die Definition von Sport." Es gehe darum, den Technologie-Aspekt und die sportliche Seite zusammenzuführen.

"Diese Welt ist ein sehr großer Ort"

Auch auf die etwas abfälligen Aussagen von Chase Carey reagiert Reigle. Der F1-CEO hatte die Formel E in einem Interview mit 'CNN' als potenzielle Gefahr für die "Königsklasse" abgetan: "Nein, ganz ehrlich, es wäre sicherlich nicht die Formel E. Ich denke, die Formel E hat aktuell ein sehr anderes Auto und vor allem einen sozialen Hintergrund. Und nun ja, es ist eine Straßenparty."

Reigle begegnet auch diesen Kommentaren entspannt: "Meine persönliche Meinung ist, dass diese Welt ein sehr großer Ort ist, in dem es viel Platz für zahlreiche verschiedene Motorsport-Kategorien gibt. Es schmeichelt mir, dass Chase und Marko die Entscheidung getroffen haben, dass sie über uns sprechen sollten."

von Timo Pape  

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Formula-E-Drivers-with-Face-Masks-on-Track

Foto-Galerie: Die 1. Bilder vom Formel-E-Finale in Berlin

Die Formel E ist zurück! Rund fünf Monate nachdem die Elektroserie ihre laufende Saison aufgrund der Coronavirus-Pandemie unterbrechen musste, beschließt sie zwischen dem 5. und 13. August mit insgesamt sechs ...
von Tobias Bluhm
Max-Günther-Mexiko-BMW

BMW Track Facts zum Berlin E-Prix: Maximilian Günther "sehr gut gerüstet"

Mit sechs Rennen in neun Tagen erwartet die Formel E das außergewöhnlichste Saisonfinale ihrer sechsjährigen Geschichte. Austragungsort aller Läufe ist das ehemalige Flughafengelände in Berlin-Tempelhof. Vor dem "Sixpack" von Berlin ...
von Timo Pape
Dilbagh-Gill-Formula-E-Team-Principal

2 Coronavirus-Fälle in der Formel E: Mahindra-Teamchef Gill positiv auf COVID-19 getestet

Die Formel E hat ihren ersten Coronavirus-Fall: Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill wurde einem Tag vor dem ersten Rennen in Berlin positiv auf COVID-19 getestet. Das bestätigte der Inder am Dienstag. Gill zeige derzeit ...
von Tobias Bluhm
Lucas-di-Grassi-Audi-Helmet

Audi & di Grassi bereit für Formel-E-Finale: "Fahren nach Berlin, um den Titel zu holen"

Nach rund fünf Monaten Pause kehrt die Formel E zurück auf die Rennstrecke. Beim Showdown der Saison 2019/20 finden innerhalb von nur neun Tagen sechs Rennen in Berlin statt. Vor ...
von Tobias Bluhm