Gary-Paffett-Shades

"Dann sah ich das Gemetzel vor mir" - Die besten Fahrerstimmen zum Marrakesch E-Prix

Ein aufregendes zweites Rennen der Formel-E-Saison 2018/19 liegt hinter uns. Überraschungssieger Jerome d'Ambrosio (Mahindra) profitierte von einem Dreher von Jean-Eric Vergne (DS) sowie einer Kollision der BWM-Teamkollegen und fuhr seinen ersten Sieg seit dem Mexico City E-Prix 2016 nach Hause. Wir sind direkt nach dem Rennen auf Stimmenfang gegangen und haben dir die besten Aussagen der Fahrer nach dem Marrakesch E-Prix 2019 zusammengestellt.

Jerome d'Ambrosio (Mahindra, 1.): "Dieser Rennsieg bedeutet mir und dem Team, das in den letzten Wochen hart gearbeitet hat, sehr viel. Das ganze Rennen war sehr intensiv und hart umkämpft. Ich hätte nie erwartet, dass ich von Startplatz 10 aus so weit nach vorn kommen kann. Ich habe eher mit einem Top-5-Resultat gerechnet. Heute Nacht feiern wir, aber schon morgen geht es zurück an die Arbeit."

Sam Bird (Virgin, 3.): "Nach dem Kontakt mit Vergne am Rennstart hatte ich das gesamte Rennen über das Gefühl, ein Problem am Auto zu haben. Auf den Geraden fühlte ich mich nicht konkurrenzfähig genug. Als Team haben wir trotzdem gemeinsam ein tolles Ergebnis eingefahren. Es ist schon beeindruckend, was wir als Kundenteam erreichen können. Wenn wir nach zwei Rennen schon so gute Ergebnisse einfahren, freue ich mich auf die Resultate in fünf, sechs Rennen."

Lucas di Grassi (Audi, 7.): "Nicht einmal ich weiß, was in der ersten Kurve passiert ist. Es stieg viel Rauch auf, als ich dort ankam. Mehrere Leute wichen zur Seite aus, weil sich ein Auto (Jean-Eric Vergne) gedreht hatte. Ich hatte einen großen Geschwindigkeitsüberschuss, sodass ich in das vor mir fahrende Auto (von Pascal Wehrlein) hineinfuhr. Es gab viel Durcheinander, und mein Auto war für den Rest des Rennens beschädigt, was sicherlich einiges an Performance gekostet hat. Eine Felge war nach dem Crash verbogen, auch die Aerodynamik war stark beeinträchtigt. Am Ende habe ich viel Zeit hinter den beiden Virgins verloren, die mich mit ihrem zweiten Attack-Mode überholten. Am Ende hat es leider nicht mehr gereicht, um sie einzuholen."

Daniel Abt (Audi, 10.): "Mein Start war richtig gut. Auch danach fühlte sich alles gut an. Ich war schon Siebter und hatte Anschluss an die Führungsgruppe. Doch nachdem ich den Attack Mode das erste Mal aktiviert hatte, ging plötzlich nicht mehr viel. Wir müssen analysieren, warum."

Max Günther (Dragon, 12.): "Das Rennen hat richtig Spaß gemacht. Wir haben es heute mit einer aggressiven Strategie versucht, die glücklicherweise aufgegangen ist. Am Ende des Rennens hat uns auch das Safety-Car sehr geholfen, weil es sonst doch knapp geworden wäre mit der Energie."

Gary Paffett (HWA, Ausfall): "Ich hatte keinen großartigen Start. Ich hatte durchdrehende Reifen und sah dann das Gemetzel vor mir. Ich habe versucht, mich aus dem Gröbsten herauszuhalten, aber Stoffel (Vandoorne) hat sich verbremst und mich seitlich getroffen, dabei wurden beide Fahrzeuge beschädigt. Er musste sofort aufgeben. An meinem Auto war das Rad beschädigt, sodass ich ein paar Kurven später einen Reifenschaden hatte, der mich ebenfalls zur Aufgabe gezwungen hat. Das Letzte, was man will, ist eine Kollision mit dem Teamkollegen. Aber das ist Racing, solche Dinge passieren."

Pascal Wehrlein (Mahindra, Ausfall): "Ich hatte einen guten Start, aber dann ist mir irgendjemand von hinten ins Auto gefahren (Lucas di Grassi). Danach waren die Aufhängung, die Felge und die Reifen kaputt, und wir mussten aufgeben. Bis dahin hatte ich ein sehr gutes Wochenende und war im Qualifying vor meinem Teamkollegen. Deswegen glaube ich auch, dass ich im Rennen Ähnliches geschafft hätte wie er. Im Nachhinein weiß man das nie, aber dass die Pace da war, hat man gesehen."

Für den wohl größten Skandal im Rennen sorgten allerdings die beiden BMW-Teamkollegen Antonio Felix da Costa und Alexander Sims. Was das Duo nach dem Rennen über die Kollision auf der Rennstrecke zu sagen hatte, haben wir dir bereits in einem eigenständigen Artikel zusammengestellt.

von Tobias Wirtz 

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