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Das Rennen gegen die Zeit: Wie die Formel E ihre Rennstrecken aufbaut

Wer schon einmal ein paar Tage vor einem E-Prix über das Gelände einer Formel-E-Rennstrecke gelaufen ist, weiß, was für ein Trubel beim Aufbau der Straßenkurse herrschen kann. Hier wird an einer Tribüne geschraubt, dort an einer Fußgängerbrücke. Anderswo werden von Arbeitern in Warnwesten bunte Werbebanner aufgehängt. Besonders beeindruckend jedoch: Während die Arbeiten am Aufbau der Strecke auf Hochtouren laufen, schlängelt sich der alltägliche Straßenverkehr unbeirrt weiter durch die Innenstädte von Paris, Zürich oder Hongkong.

Meist werden die Wege für den öffentlichen Verkehr, wenn der E-Prix nicht wie zuletzt in Mexiko auf einer permanenten Rennstrecke stattfindet, erst am Tag vor dem Rennen gesperrt - und sind am Morgen danach wieder geöffnet. Dass es beim Auf- und Abbau der Kurse nicht regelmäßig zu Unfällen kommt, ist das Ergebnis von sorgfältiger Planung und harter Arbeit.

"Unser Zeitplan ist sehr eng und strikt. Wir können den Rennstart nicht verlegen, schließlich werden die Rennen an ein Publikum von potenziell mehr als 35 Millionen Zuschauern übertragen", erklärt Richard Bate, OSH-Manager der Formel E, dem 'IOSH Magazine'. Bate überwacht jeden Schritt der Planung der Rennen und sorgt sich um die Sicherheit und Gesundheit aller involvierten Personen.

"Die Planung einer einzigen Brücke kann hunderte Stunden dauern. Allein die Genehmigungen dafür zu bekommen, ist ein Projekt für sich. Und dann wären da noch die Straßensperrungen und die Verkehrslenkung. Ein kooperativer Bürgermeister macht es uns dabei natürlich einfach. Was wir aber nie machen, ist, die Stadt für die Öffentlichkeit abzusperren", so Bate.

Abbau einer Rennstrecke in weniger als 24 Stunden

In den drei Wochen vor einem E-Prix stellt die Formel E - wie jede andere Großveranstaltung auch - das Veranstaltungsgelände regelrecht auf den Kopf. Abgesehen von der zwei bis drei Kilometer langen Baustelle für die Rennkurse, die mit Betonblöcken und Fangzäunen abgesperrt werden, verlegt die Formel E pro Event bis zu 30 Kilometer Kabel. Hinzu kommen Tribünen, ein Medical-Center, VIP-Suites, Türme für die Streckenposten, Fußgängerbrücken, Generatoren, das E-Village und die TV- und Pressezentren.

Wenn es dann auch noch nur einen zentralen Ort für die An- und Ablieferung der Materialien gibt, wird die akribische Planung von Zeitfenstern umso wichtiger. Gerade beim Paris E-Prix 2018 war der Zeitplan eng bemessen: "Nach dem Rennen hatten wir ein sehr kleines Fenster vor dem Einsetzen der Nachtruhe, in dem wir alle LKW aus der Stadt bringen mussten. Wir haben es geschafft, innerhalb von 22 Stunden nach der karierten Flagge all das Equipment, was uns gehörte, abzubauen und abzutransportieren", erinnert sich Bate stolz.

Hürden in Zürich

Eine noch größere Hürde stellte jedoch der Zürich E-Prix im Juni 2018 dar. "Wir können nicht immer", so der Brite, "eine große Barriere aufstellen, um unsere Baustellen beim Aufbau abzusichern. Manchmal dauern die Arbeiten nur 30 Minuten, weswegen wir häufig mit Absperrbändern und Security-Männern arbeiten."

In der Schweiz kann der Gesetzgeber die Bürger allerdings nicht davon abhalten, öffentliche Plätze zu betreten. Die Formel E hat somit keine rechtliche Grundlage, den Schweizern den Zugang zur Baustelle zu verweigern. So kam es, dass sich noch am Abend vor dem Rennen Fahrradfahrer und Fußgänger zwischen den Gabelstaplern und Kränen, die gerade die Betonblöcke anlieferten, hindurchschlängelten. Ein gewisses Gesundheitsrisiko für alle Beteiligten lag auf der Hand.

Noch dazu setzte die Formel E in der Schweiz auf einen lokalen Promoter und übergab damit die Kontrolle über das Geschehen auf der Baustelle in die Hände von Dritten. "Wir müssen uns darauf verlassen, dass er (der Veranstalter) einen guten Job macht und unsere Standards einhält", erklärt Bate. "Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir im schlimmsten Fall die Koordination des Aufbaus selbst übernehmen. Das ist aber noch nie vorgekommen, und wir setzen immer alles daran, einen Kompromiss zu finden."

Erdbeben-Spezialisten für Mexiko-Rennen

Um auch in an Austragungsorten wie der Schweiz für die nötigen Sicherheitsstandards zu sorgen, reist Bate als Teil eines zehnköpfigen Kernteams bereits zwölf Tage vor dem eigentlichen Rennen in die Stadt, um das Event vorzubereiten. Am Renntag sind dann bis zu 90 Formel-E-Angestellte vor Ort, allein 15 davon Experten aus Bates Sicherheitsteam. In Mexiko kommt mit einem Erdbeben-Spezialisten sogar noch eine 16. Person hinzu. Alle weiteren Mitarbeiter bekommen an jedem Rennwochenende ein verpflichtendes 20-minütiges Briefing, in dem ihnen die Zeitpläne und weitere wichtige Informationen zur Sicherheit mitgeteilt werden - maßgeschneidert auf das aktuelle Rennen.

In Zürich verlief der Aufbau glücklicherweise ohne größere Zwischenfälle, obwohl Bate eine Person von der Baustelle entfernen musste. "Ich mag so etwas gar nicht. Er war sehr müde, und ich habe ihn nach Hause geschickt", so Bate. "In solchen Fällen ist es wichtig, den Promoter zu informieren. Ich habe ihn angerufen, erklärt, was ich getan habe und wieso. Später schreiben wir zudem immer einen Bericht über so einen Zwischenfall."

Arbeiten in der Höhe minimiert

Wie die Serie wächst mit dem zunehmendem Bekanntheitsgrad der Formel E auch die Relevanz für ausgeklügelte Sicherheitskonzepte. "Als ich vor zwei Jahren in die Serie gekommen bin, war es beispielsweise fast schon Konsens, dass bei den Rennen in Höhen gearbeitet werden muss. Häufig waren diese Arbeiten aber unnötig und unsicher. Es gibt immer Alternativen." Im Laufe der Saison 2017/18 wurden die Kabel in der Formel E nicht nur leichter, sondern auch klüger verlegt, sodass Arbeiten auf hohen Podesten auf ein Minimum reduziert werden konnten.

Auch in der aktuellen fünften Saison der Elektroserie begleitet Bate die Formel E um die Welt und sorgt für die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter. Erneut sind neue Anpassungen und Innovationen an der Rennstrecke im Verlauf der Saison geplant. Die Zuschauer werden davon zwar nur wenig mitbekommen - im Ernstfall könnte es aber ihr Leben retten. Bates nächster Einsatz ist der 50. E-Prix in der Geschichte der Formel E, der am 10. März 2019 in Hongkong startet.

Galerie: Spacesuit Media / Lou Johnson, Jamie Sheldrick
Titelbild: Spacesuit Media / Shivraj Gohil

VIDEO: Der Aufbau der Paris-Rennstrecke im Zeitraffer

von Tobias Bluhm 

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Kommentar von Mischu |

Hoi zäme.
Ich betrachte Euch, ab jetzt, solange ihr weiter, unnötig gefährliche, Rennen auf Strassen, in Städten durchgeführt, als kriminell. Auch erzieherisch kriminell kontraproduktiv. Entsprechend auch das Endprodukt. Eure "Sicherheit" straft Euch - nun, ja, zumindest eben in Bern - nach paar 100 Meter Lügen und mit einer untauglichen Situation. Auch die Regie; und zu wenig Kameras, und die wichtigsten Ansichten sieht man nicht (Bern: echt Amateur Status). Ich mag Rennen im TV. Aber ehrlich, im TV ist auch Monaco dürftig. Und ich mag es ausdrücklich sehr, dass verantwortungsbewusste Pistenbauer innovativ mit vergangenen Fehlern umgehen, und unsere Star's immer besser schützen. Das Publikum liebt seine

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