Vergne-Buemi-Manhattan

Die E-Säule: Zahlen, Daten & Statistiken der Formel E aus New York

Das Doppelrennen in New York war ohne Frage ein überaus würdiger Abschluss für eine aufregende Formel-E-Saison 2017/18. Nachdem Jean-Eric Vergne im vierten Anlauf seinen wohlverdienten ersten Titel in der Elektroserie feiern durfte, kürte sich Audi am Sonntag im ersten Jahr als eigenständiger Hersteller zum Teammeister. Die Ingolstädter präsentierten sich nach einem holprigen Saisonstart letztlich von ihrer besten Seite.

In unserer Analyse-Serie "Die E-Säule" präsentieren wir dir nach jedem Rennen eine tiefgründige, aber leicht verständliche Aufbereitung der wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zur Formel E. Wie immer gab es auch in New York einige überaus spannende Entwicklungen zu beobachten.

Samstag: Tom Dillmann schreibt Bewerbungen für nächste Saison

Die wohl größte Überraschung des Wochenendes: Tom Dillmann. Der Franzose, der in New York für den verhinderten Edoardo Mortara bei Venturi einsprang, fuhr nach seinem Gastauftritt in Berlin erneut ein beeindruckendes Rennen. Im Samstags-Qualifying begegnete er seinem deutlich erfahreneren Teamkollegen Maro Engel auf Augenhöhe und war auf seiner schnellsten Runde gerade einmal 0,012 Sekunden langsamer als der Deutsche.

Im Rennen holte Dillmann mehrere Positionen auf und rettete sich nach dem späten Safety-Car vor Jean-Eric Vergne auf einem überragenden vierten Platz über den Zielstrich. Nach dem Fahrzeugwechsel war er im Schnitt 0,4 Sekunden pro Runde schneller als vor dem Boxenstopp. Dillmann egalisierte damit das beste Saisonresultat von Venturi - Engel kam in Paris ebenfalls auf Platz 4 - und sendete ganz nebenbei eine Bewerbung an die anderen Teams für ein Stammcockpit im nächsten Jahr ab.

Ebenso beeindruckend war die Aufholjagd der beiden Techeetah-Fahrer Jean-Eric Vergne und Andre Lotterer. Ausgehend von den Plätzen 18 und 19 brachten es beide Piloten in die Top 10 und sammelten gemeinsam 16 Punkte. Das ist zwar das viertschlechteste Punkteergebnis für das einzige Team, das in diesem Jahr bei jedem E-Prix Zähler sammelte, jedoch nach der ungünstigen Ausgangslage am Rennstart durchaus bemerkenswert. Vergnes durchschnittliche Rundenzeiten (1:15.512 Minuten) waren mehr als eine Zehntelsekunde schneller als die des aufs ganze Rennen gesehen "zweitschnellsten" Fahrers (Lopez, 1:15.699).

Sonntag: Techeetah & Audi auch bei Rundenzeiten auf Augenhöhe

Nachdem Vergnes fünfter Platz am Samstag für den Fahrertitel ausreichte, verblieb am Sonntag lediglich die Entscheidung in der Teamwertung. Gerade einmal fünf Punkte trennten Audi vom führenden Techeetah-Team vor dem Rennen. Doch nicht nur auf dem Punktetableau lagen beide Teams in New York auf Augenhöhe, sondern auch in puncto Rundenzeiten.

Im Vergleich der schnellsten 30 Runden schmückte sich Andre Lotterer zwar mit der besten durchschnittlichen Rundenzeit (1:16.703 Minuten). Doch die Konkurrenz war auf Augenhöhe mit dem Deutschen: Abt brauchte im Schnitt 1:16.705 Minuten (+0.002 s) für eine Runde, di Grassi 1:16.716 Minuten (+0.013 s) und Vergne, der konstanteste Fahrer aus dem Quartett, 1:16.777 Minuten (+0.074 s).

Übrigens: Der konstanteste Fahrer aus dem ganzen Feld war Nico Prost. Der e.dams-Pilot wich auf 30 Runden nur um maximal 1,86 Prozent von seiner Durchschnittszeit (1:17.295 Minuten) ab.

Die letzten Boxenstopps

Die besten Fahrzeugwechsel erwischte im Sonntagsrennen, dem letzten Formel-E-Lauf mit Pflichtboxenstopp, der Schweizer Sebastien Buemi. In gerade einmal 28,974 Sekunden hat der e.dams-Fahrer sein Auto in die Boxengasse gebracht, das Fahrzeug gewechselt, sich anschnallen lassen und die Garage wieder verlassen. Rosenqvist, der zweitbeste Stopper, brauchte mit 29,156 Sekunden zwei Zehntel länger.

Auch am Samstag war Buemi schon der schnellste Boxenstopp gelungen. Im ersten Rennen brauchte er allerdings noch 29,638 Sekunden.

In den nächsten Tagen und Wochen erwarten dich auf unserer Webseite weitere Analysen und Rückblicke auf die Formel-E-Saison 2017/18. An dieser Stelle wollen wir uns bei Matt Griffin von 'The E-Pillar' für seine Unterstützung, seine Grafiken und seine Analysen für diese Artikelserie bedanken. Wenn du Verbesserungsvorschläge für noch mehr Einblicke in der nächsten Saison hast, lass es uns gern in den Kommentaren oder per E-Mail wissen.

von Tobias Bluhm  

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Jaguar-Racing-Chile-E-Prix

Team-für-Team-Analyse vor dem Berlin E-Prix: Titelkampf auf Augenhöhe

Mit großen Schritten nähert sich die Formel E ihrem Saisonfinale in Berlin. Innerhalb von gerade einmal neun Tagen wird die Elektroserie in der Bundeshauptstadt mehr als die Hälfte ihrer Saison ...
von Tobias Bluhm
Daniel-Abt-Race-Suit-Nio-333-Abingdon-Airfield

Formel-E-Finale in Berlin: Daniel Abt strebt Punkte-Erfolg mit neuem Team Nio 333 an

Am kommenden Mittwoch geht in Berlin nach fünfmonatiger Unterbrechung die Formel-E-Saison 2019/20 in ihre zweite Hälfte. Das chinesische Team Nio 333 steht als einziger der zwölf Rennställe in der Elektrorennserie ...
von Tobias Wirtz
NISMO-Rowland-Buemi-Mexico-City-E-Prix-2020

Nissan e.dams plant Angriff auf Team-Titel in Berlin: "Motivation ist größer als je zuvor"

Rund fünf Monate nach der vorübergehenden Saison-Unterbrechung kehrt die Formel E in der kommenden Woche zurück zum Tagesgeschäft. Mit sechs Rennen in Berlin-Tempelhof beschließt die Elektroserie zwischen dem 5. und ...
von Tobias Bluhm
Rene-Rast-Corner-Blur-Berlin-2016

Formel-E-Comeback nach über 1.500 Tagen: Rückblick auf Rene Rasts Gaststart beim Berlin E-Prix 2016

In der nächsten Woche kehrt Rene Rast beim Sechsfach-Finale der Formel E in Berlin zurück in den internationalen Monoposto-Rennsport. Gänzlich unerfahren ist der amtierende DTM-Meister in der Elektroserie nicht: Als ...
von Tobias Bluhm