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Dieter Gass: VW-Markenstrategie zwischen Audi & Porsche "lebenswichtig"

Zu Beginn der Saison 2019/20 werden vier deutsche Teams in der Formel E vertreten sein. Neben der Mannschaft von Audi Sport ABT Schaeffler (seit 2014 Teil der Formel E) und BMW, die zur Saison 2018/19 einsteigen werden, kommen Ende 2019 Mercedes und Porsche hinzu. Damit werden abermals zwei Teams der Marke Volkswagen, nämlich Porsche und Audi, um Rennsiege in der Elektroserie kämpfen.

Dieter Gass, Audi-Motorsportchef, fordert deshalb eine Markenstrategie für die Formel E innerhalb der Volkswagen-Gruppe, um Konflikte zu vermeiden, die bereits zu gemeinsamen WEC-Zeiten zwischen 2014 und 2016 entstanden waren.

"Mit zwei Teams aus derselben Familie ist es wichtig für uns, dass wir die Dinge genau beobachten, um Probleme zu vermeiden, die wir manchmal in der Langstreckenweltmeisterschaft hatten. Das ist lebenswichtig für uns, auf vielen Ebenen", sagt Gass gegenüber 'e-racing365'. Welche Probleme er konkret meint, lässt er offen. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass es sich dabei um technische Bauteile beziehungsweise Updates und das damit verbundene Branding handelte.

Im Vergleich zur Formel 1 werden in der Formel E alle aerodynamischen Komponenten durch das identische Chassis von der FIA vorgegeben, was die Kosten für die einzelnen Rennställe deutlich geringer ausfallen lässt. Teams können Motoren, Getriebe, Leistungselektronik und in Zukunft vielleicht auch die Batterie selbst entwickeln. Gass spricht sich, analog zu anderen Herstellern, weiterhin für dieses kostenbegrenzende Modell aus.

Die Ingolstädter sind seit der ersten Saison durch das ABT-Team indirekt in der Formel E vertreten und inzwischen offiziell als Werkteam eingeschrieben. Audi beziehungsweise Schaeffler hat die betroffenen Komponenten deshalb schon für die vergangenen Saisons entwickelt und stetig verbessert.

Aus Gass' Forderung nach einer Markenstrategie könnte man schließen, dass er sich eine stärkere Zusammenarbeit mit Porsche wünscht, um das Markenziel von Volkswagen, nämlich dass beide Teams möglichst erfolgreich in der Formel E abschneiden, zu erreichen. Außerdem sollen die Kosten für die Herstellung und Entwicklung neuer Teile zusätzlich gesenkt werden: "Wir müssen vorausschauend und konzentriert arbeiten, um sicherzugehen, dass die Kosten unter Kontrolle bleiben", stellt er klar.

Eine vertiefte Zusammenarbeit der beiden Hersteller soll außerdem Konflikte zwischen ihnen verhindern. "Dies ist fundamental und überlebenswichtig für das, was wir hier tun. Denn alles, was wir auf frühester Ebene aufgebaut haben, hat allem anderen eine solide Plattform gegeben", so Gass.

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Svenja König.

von Timo Pape 

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