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FIA-Vertreter bestätigt Schnelllade-Boxenstopps in Formel E: "Bereiten Ausschreibung vor"

Die technischen Rahmenbedingungen für die neuen Formel-E-Boliden der dritten Generation, die ab der Saison 2022/23 zum Einsatz kommen sollen, nehmen weiter Form an. Laut einem FIA-Verantwortlichen sind Boxenstopps mit Schnellladung sowie Energierückgewinnung an der Vorderachse bereits beschlossene Sache.

Nachdem wir bereits vor etwas mehr als einer Woche über erste Details des Gen3-Fahrzeug-Konzepts der Formel E berichteten, wurden nun weitere Details über die mittlerweile beschlossenen Aspekte bekannt. Die Batterien der Rennwagen sollen nach einem Bericht von 'e-racing365' kleiner und somit leichter werden. Um trotzdem über die Runden zu kommen, werden Boxenstopps mit Schnellaufladung der Batterien eingeführt. Zusätzlich werden die Fahrer künftig auch über die Vorderachse rekuperieren können. So soll deutlich mehr Energie beim Bremsen in den Akkumulator, der übrigens weiterhin ein Einheitsteil bleiben wird, zurückgelangen.

Obwohl dies möglicherweise die technische Basis für einen Allradantrieb sein könnte, soll es zunächst beim reinen Hinterradantrieb bleiben. Grund für die Entscheidung: Die Rennwagen sollen auch in Zukunft anspruchsvoll zu fahren sein.

Die FIA arbeitet aktuell bereits an einer Ausschreibung für Hardware und Infrastruktur der Schnellladung, heißt es. Diese ist unabhängig von anderen Ausschreibungen, beispielsweise für die neue Batterie oder das Chassis. Obwohl es mittlerweile durchaus serienreife Lösungen für kabelloses Laden per Induktion gibt, wird die benötigte Energiemenge in so kurzer Zeit - die Rede ist von etwa 30 Sekunden - nur über eine Kabellösung übertragen werden können.

Professor Burkhard Göschel, Präsident der FIA-Kommission für "Electric and New Energy Championship" (ENECC), hebt die Bedeutung, aber auch die Schwierigkeiten dieser Technologie für die Formel E hervor: "Das ist immer noch eine Herausforderung, denn die Renndauer soll ja weniger als eine Stunde betragen. Wir bekommen nicht mehr Zeit. Wenn man also auflädt, muss es sehr schnell gehen", so Göschel.

Herausforderung für die Batterie-Chemie

"Wir können die Batterie nicht vollständig mit Energie aufladen, also darf es nur Sekunden dauern, keine Minuten. Das bedeutet, dass die Ladeleistung sehr hoch sein muss. Das müssen wir bewältigen, denn das beeinflusst die Technologie und die Chemie der Batterien stark. Die Prozesse an den Elektroden sind normalerweise langsam. Wenn man weit darüber hinausgeht, muss man sich um die chemischen Prozesse der Elektroden kümmern."

Eine Aufladung der Batterien mit einer extrem hohen Spannung von 800 bis 1000 Volt ist aktuell im Gespräch. Dies könnte unter anderem für thermische Probleme sorgen, weil die Batterie sich stark aufheizt. Innerhalb der Batterie laufen gleichzeitig chemische Prozesse ab, die sich unter anderem nachteilig auf die Haltbarkeit des Akkus auswirken können.

Göschel erklärt, dass die FIA das Konzept zur Schnellladung fein austarieren müsse, um keine Zuverlässigkeitsprobleme des Gen3-Paketes zu provozieren. "Die Schnellladung zwingt uns dazu, ein wenig ins Extrem zu gehen. Deshalb müssen wir schauen, wie wir die Batterie nicht beschädigen, weil sie einen Lebenszyklus von einer gesamten Saison haben soll. Wir bereiten eine Ausschreibung vor, aber wir müssen untersuchen, wie wir das handhaben können."

"Wir wollen in diese Richtung gehen, weil es aus sportlicher Sicht interessant ist", so Göschel weiter. "Aber es ist auch von der technologischen Seite her interessant, weil jeder die Ladezeit verkürzen will. Es könnte sein, dass wir hier einen Schritt nach vorne machen können, um das zu verbessern."

Foto: Lou Johnson / Spacesuit Media

von Tobias Wirtz  

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