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Formel E: Audi mit Rückenwind nach Zürich, Nico Müller neuer Entwicklungsfahrer

Mit sechs Podiumsplätzen in den letzten fünf Rennen ist Audi Sport ABT Schaeffler zurück im Kampf um den Teamtitel der Formel E. Am kommenden Sonntag (10. Juni) will die Mannschaft um Daniel Abt und Lucas di Grassi bei der großen Rückkehr des Schweizer Motorsports in Zürich nachlegen.

Erstmals seit 1954 wird am 10. Juni wieder ein internationales Rundstreckenrennen in der Schweiz ausgetragen. Entsprechend groß ist die Vorfreude der Fans und Fahrer auf die dortige Premiere der Formel E. Sportlich biegt die vollelektrische Rennserie mit dem Gastspiel in Zürich auf die Zielgerade – es ist das drittletzte Rennen der Saison. Mittendrin im Kampf um die prestigeträchtige Teamwertung: das deutsche Audi-Team in seiner Premierensaison als Werksteam. Nach einem schwierigen Saisonstart haben die Ingolstädter viel Boden gutgemacht und liegen nur noch 44 Zähler hinter dem Spitzenreiter Techeetah.

"Nach den unglaublichen Leistungen in den letzten Rennen, vor allem in Berlin, kommen wir mit viel Rückenwind nach Zürich. Auch wenn es eine riesige Herausforderung ist, bleibt der Teamtitel unser klares Ziel", sagt Teamchef Allan McNish. Beim Heimrennen in Berlin hatte seine Mannschaft zuletzt als erstes Team überhaupt – dank Doppelsieg, Pole-Position und schnellster Rennrunde – das Maximum von 47 Punkten errungen. "Daniel, Lucas und das ganze Team präsentieren sich in absoluter Bestform. Und genau die brauchen wir, wenn wir im Endspurt der Saison noch einmal angreifen wollen", so McNish.

Der temporäre Stadtkurs des Zürich E-Prix führt auf 2,465 Kilometern entlang der Seepromenade, durch das Bankenviertel und das Stadtzentrum. Eine lange Gerade mit anschließender Spitzkehre sowie gleich fünf 90-Grad-Kurven versprechen ein spannendes Rennen mit zahlreichen Überholmanövern. 39 Runden werden auf der Strecke am Zürichsee insgesamt gefahren.

"Zürich liegt sogar noch näher an meinem Heimatort Kempten als Berlin, also ist es fast ein zweites Heimrennen", sagt Daniel Abt, der nach seinem zweiten Saisonsieg nur einen Zähler hinter dem aktuellen Meisterschaftsdritten Felix Rosenqvist liegt. "Ich fühle mich im Moment einfach rundum wohl im Auto und im Team und kann es kaum abwarten, das nächste Rennen zu fahren. Wir wissen, wozu wir in der Lage sind, wenn wir unsere Leistungen auf den Punkt zusammenbringen."

Abts Teamkollege Lucas di Grassi stand zuletzt viermal hintereinander als Zweiter auf dem Podium – eine Serie, die in der Formel E bisher noch keinem anderen Fahrer gelungen ist. "Es tut der ganzen Mannschaft und unseren Fans gut, dass wir nach einer schwierigen Phase zu Beginn der Saison jetzt unser Können endlich voll abrufen", sagt der amtierende Champion. "Wir schauen jetzt von Rennen zu Rennen und versuchen, alles zu gewinnen, was es zu gewinnen gibt – eine ganz einfache Taktik."

"Die Strecke ist cool, und der Formel-E-Hype in der Schweiz gewaltig", sagt der Schweizer Nico Müller. Der Audi-DTM-Pilot ging bereits beim Rookie-Test am 14. Januar für Audi auf die Strecke und hat vor Kurzem die Rolle des Entwicklungsfahrers beim Team Audi Sport ABT Schaeffler übernommen. Er kennt die neue Strecke aus dem Simulator. Der 26-Jährige ist beim Zürich E-Prix als Teammitglied vor Ort.

Der zehnte Saisonlauf der Formel-E-Meisterschaft 2017/18 startet am Sonntag, 10. Juni, um 18 Uhr Ortszeit. In Deutschland zeigt allein Pay-TV-Sender Eurosport 2 das Rennen live, auf Eurosport 1 läuft zeitversetzt ab 22 Uhr eine Wiederholung.

von Timo Pape  

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Kommentar von Timon |

Audi wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Konstrukteursmeister, nach der tollen Form in den letzten Rennen würde mich was anderes überraschen. (Ausser Andre Lotterer findet plötzlich die notwendige Konstanz...)

Ihr habt da einen kleinen Fehler im Text, Daniel Abt liegt mit 1 Zähler hinter Felix Rosenqvist, nicht Buemi.

Kommentar von Timo |

Danke für den Hinweis, Timon - ist korrigiert!

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