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Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne: "Bin noch lange nicht fertig - ich will Geschichte schreiben"

Mit zwei Fahrermeisterschaften für DS Techeetah zählt Jean-Eric Vergne zu den erfolgreichsten Formel-E-Fahrern der Geschichte. Dennoch hat der Franzose scheinbar längst nicht genug. Vergnes Fokus liegt weiterhin auf der Formel E, in der er in diesem Jahr "noch mehr gewinnen" will.

Mit seiner mehr oder weniger durchwachsenen Karriere in der Formel 1 hat der Franzose längst abgeschlossen. "In meiner Zeit in der Formel 1 musste ich so essen, so schlafen, so viele Stunden am Tag Sport machen, das sagen, das nicht sagen, hier nicht lachen, dort schon", zählt er auf. In einer Dokumentation für den offiziellen YouTube-Kanal der Formel E sagt er: "Man ist wie ein Roboter. Wenn man sich dann ins Auto setzt, genießt man es zwar schon. Allerdings war ich nicht mehr ich selbst."

"Und irgendwann habe ich mir gesagt: 'Whatever, ich will Spaß haben!' Ich liebe doch genau das, was ich mache. Warum sollte ich mich nicht also auch so verhalten, wie ich will? Inzwischen habe ich auch abseits der Strecke wieder Spaß mit meinen Freunden. Wenn es aber an die Arbeit geht, bin ich wahrscheinlich fokussierter denn je."

"Als ich in die Formel E einstieg, hatte ich kein Geld mehr"

Vergne stieg Ende 2014 beim dritten Saisonlauf in Punta del Este in die Formel E ein, nachdem er zuvor vom Formel-1-Team Toro Rosso entlassen worden war. Anfänglich fuhr er für Andretti, ehe er erst zu Virgin Racing und schließlich zu Techeetah wechselte. 2018 und 2019 gewann er mit dem chinesischen Rennstall die Fahrermeisterschaft. In der "Ewigen Punkteliste" rangiert er hinter Lucas di Grassi und Sebastien Buemi auf Platz 3.

"Als ich den Anruf (von Toro Rosso) bekommen habe, und sie sich von mir verabschiedeten, war ich am Boden zerstört. Ich war mit meiner Familie im Sommerurlaub - und auf einmal ging die Bombe hoch. Alle meine Träume waren geplatzt", so Vergne. "Ich hatte außerdem kein Geld mehr. Ich habe in meiner F1-Zeit alles ausgegeben und mich gefühlt wie ein Millionär, der ich ganz offensichtlich nicht war. Es hat mich zwei Jahre gekostet, um zurück zu einer normalen Mentalität zu finden. In der Formel E war ich anfangs noch sehr negativ."

Vergne: "Zwei Titel sind nicht genug!"

Inzwischen ist der Franzose deutlich glücklicher und hat mit der Formel E eine neue Heimat gefunden. "Ich will gute Rennen und mit Selbstbewusstsein fahren. Das ist meine Philosophie für dieses Jahr", erklärt er. "Ich will Geschichte in meinem Sport schreiben. Zwei Titel sind dafür nicht genug - ich will mehr und bin noch lange nicht fertig. Noch bin ich hungrig, motiviert und dazu sehr jung. Ich bin ja noch nicht einmal 30!"

Sein Fokus liege "weiterhin voll und ganz auf der Formel E", wo er noch weitere Erfolge feiern will. Womöglich klappt das ja schon beim nächsten Rennen der Elektroserie. Dies startet am 15. Februar 2020 in Mexiko-Stadt.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

Access All Areas: Episode 2 - Jean-Eric Vergnes "Weg an die Spitze"

von Tobias Bluhm  

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Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Cubi |

Gerade nach New York im letzten jahr und jetzt erst Chile ist JEV der größte Unsympath im ganzen FE Starterfeld.

Kommentar von Simon |

@ Cubi Ich hab mich damals sehr gefreut, als er in die Formel E kam. Mittlerweile hat er aber bei mir auch an Sympathien eingebüßt. Seine Aussagen in New York waren wirklich nicht sehr schlau. Das verteidigen gegen seine Teamkollegen ist aber eigentlich schon seit Saison 2 nicht das aller beste.

Kommentar von Derbe_klopp_te |

Ich muss meinen Vorrednern recht geben.
ICh fand Vergne in der F1 gut und Sympathisch und habe beispielsweise nicht verstanden, warum REd Bull damals Kvyat statt Vergne ins Mutterteam befördert hat. DAnn fand ichs gut, dass er in die FE gekommen ist, die ich seit beginn verfolge.
Im Laufe der Zeit ist er mir aber immer unsympathischer geworden. Es fehlt ihm ein bisschen der Respekt vor anderen Fahrern und er ist furchtbar dreist.

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