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Formel-E-Chef Reigle: "Werden E-Auto-Entwicklung in den nächsten 5 bis 7 Jahren antreiben"

Seit einigen Monaten ist Jamie Reigle als CEO der Formel E im Amt. Bei den Rennen in Saudi-Arabien und Chile konnte sich der Kanadier ein erstes Bild machen, wie es an der Rennstrecke zugeht. Im Interview mit 'CNN Supercharged' spricht er über seine Mission mit der Elektroserie, die übergeordnete Vision und erklärt, warum es nicht hilfreich sei, die Formel E mit der Formel 1 zu vergleichen.

Die Formel E ist nicht vorhersehbar. Damit bringt sie für Reigle bereits eine entscheidende Komponente mit, um eine große Nummer zu werden: "Das Schöne an der Formel E ist, dass wir es mit einem äußerst hart umkämpften Starterfeld zu tun haben. Im vergangenen Jahr haben wir neun Sieger in den zwölf Rennen gesehen", erinnert er. "Eine der Tugenden der großen Sportarten liegt in der Unberechenbarkeit des Ausgangs - und das wollen die Fans sehen."

Besonders spannend findet Reigle dabei die Rolle von Jean-Eric Vergne, der sich im vergangenen Sommer zum ersten Doppelchampion der Formel E krönte. Dies sei eine Story, die er genau verfolgen werde: "Kann er es noch einmal schaffen und dreimal hintereinander gewinnen? Am anderen Ende des Spektrums haben wir junge Kerle wie Nyck de Vries, die dazustoßen. Es ist das erste Mal, dass ein F2-Champion in die Formel E wechselt. Ich denke, das spricht für den Stellenwert der Meisterschaft und ihre Attraktivität für die Fahrer."

De Vries ist ein guter Beleg dafür, dass die Formel E bereits heute für viele Rennfahrer zur größten Alternative zur Formel 1 geworden ist. Wann die Elektroserie womöglich einmal so groß wie die "Königsklasse" sein wird, vermag Reigle allerdings nicht zu sagen. "Das werde ich oft gefragt. Ich habe einen enormen Respekt vor der Formel 1. Ich glaube jedoch nicht, dass es sonderlich förderlich für uns ist, miteinander verglichen zu werden. Unsere Kernkompetenz fußt auf elektrischen Rennen, Straßenkursen und Stadtzentren. Es handelt sich um ein völlig anderes Produkt. Und ich glaube nicht, dass sich die beiden Rennserien gegenseitig ausschließen."

"Beim Sport dreht sich im Grunde genommen alles um das Fan-Erlebnis"

Eine weitere große Stärke hat Reigle in der Zielsetzung der Formel E ausgemacht, die Entwicklung von Elektrofahrzeugen für die Gesellschaft voranzutreiben. "Wir existieren gerade deshalb, um diese Herausforderung anzugehen - genau darum geht es uns", erklärt der neue Geschäftsführer. "Aus technologischer Sicht entwickeln die Teams und Hersteller bereits Innovationen rund um ihren Antriebsstrang. Diese werden wahrscheinlich noch nicht im nächsten Jahr bei den (straßenzugelassenen) Fahrzeugen eingeführt. Wir werden es jedoch in den nächsten fünf bis sieben Jahren antreiben."

Diesen Ansatz der Relevanz für die Straße möchte Reigle verfolgen, um die Formel E weiter zu vergrößern: "Ich glaube fest an die Kraft des Sports, Geschichten zu erzählen. Und ich denke, dass unsere Geschichte über Innovationskraft, über die Einführung von Elektrofahrzeugen, sowie der Aufbau eines Sports, den wir von Grund auf neu erschaffen, eine ganz besondere Gelegenheit bietet."

Erfahrung aus anderen Sportarten bringt Reigle bereits mit, zeichnete er doch unter anderem für den Markenausbau beim Fußball-Verein Manchester United sowie beim NFL-Team Los Angeles Rams verantwortlich. "Beim Sport dreht sich im Grunde genommen alles um das Fan-Erlebnis", erklärt er. "Ob das nun im Fußball, American Football oder Motorsport ist: Es gibt wiederkehrende Muster im Bezug auf das Geschäftsmodell, wie man die Marke aufbaut, wie man ein Publikum erreicht, wie man das Geschäft vorantreibt und wie man die Medienmarke entwickelt."

Foto: Sam Bagnall via FIA Formula E

von Timo Pape  

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Kommentar von EffEll |

Reigle sagt, am wichtigsten sei das Fanerlebnis und: "Ob das nun im Fußball, American Football oder Motorsport ist: Es gibt wiederkehrende Muster im Bezug auf das Geschäftsmodell, wie man die Marke aufbaut, wie man ein Publikum erreicht, wie man das Geschäft vorantreibt und wie man die Medienmarke entwickelt."
Fährt man aufgrund dieser Devise in Diriyya, wo offensichtlich nur ein geringes Interesse an der E-Mobilität und Motorsport im allgemeinen besteht und dann noch zu einer Zeit, an der die Bevölkerung zum Gebet geht, sich daheim um die Familie kümmert und grundsätzlich kaum das Haus verlässt? Das sind wirklich ambitionierte Leitsprüche vom neuen CEO. Doch hätte er sich mal lieber die Auftaktrennen der Saison 6 vor Ort angeschaut, um sich einen ersten Eindruck an der Strecke zu verschaffen. Da hätte er den Schätzungen zufolge rund 700 Besuchern über die gesamte Veranstaltungsdauer noch persönlich per Handschlag begrüßen können. Ist diese Entscheidung zum Diriyya ePrix aufgrund der "wiederkehrenden Muster im Bezug [...] wie man ein Publikum erreicht" gefallen? Zudem zieht er erst Vergleiche zur Formel 1 heran, um dann im Nachgang zu betonen, man solle die Formel E nicht mit eben jener vergleichen. Ich bin ja im laufe der bisherigen 5 Saisons wirklich ein eingefleischter Fan der Formel E geworden und Alejandro Agag, als Gründer der Formel E, konnte ich auch so manchen Aussagen zustimmen, da er die Serie wie aus dem Nichts erschaffen hatte. Jamie Reigle allerdings verstrickt sich schon zu Anfang in Widersprüchlichkeiten und macht auf mich den Eindruck eines naiven Amerikaners, der sich Abseits der großen amerikanischen/kanadischen Sport-Events und großen Fußball-Ligen im Ausland nicht wirklich auskennt. Kennt er denn sein Produkt und das Publikum überhaupt allumfänglich? Macht für mich irgendwie nicht den Anschein. Gerade mit Fußball kann man es kaum gleichsetzen, weil da viel der Faszination auf Historie beruht, gerade in England, wo er auch seine Erfahrungen sammelte. Gerade das geht der FE jedoch völlig ab. Just my 2 cents

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