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Formel E: Doppelpodium für Virgin Racing beim Marrakesch E-Prix

Envision Virgin Racing sicherte sich im atemberaubenden Marrakesch E-Prix zwei Podiumsplätze. Robin Frijns verpasste beim zweitengsten Finish in der Geschichte der Formel E den Sieg nur um 0,143 Sekunden und sicherte sich das bislang beste Ergebnis seiner Formel-E-Karriere. Teamkollege Sam Bird, der zuvor in einem ereignisreichen Qualifying seine fünfte Pole-Position in der Elektroserie erzielte, überquerte den Zielstrich unmittelbar hinter dem Niederländer. Beide Fahrer erzielten wichtige Punkte für das Team, die sie auf die Plätze 5 und 6 in der Meisterschaft brachten.

Nach den Bestzeiten in beiden Sessions der Diriyya-Testfahrten war Virgin mit hohen Erwartungen zum Marrakesch E-Prix gereist, der zum dritten Mal auf dem Circuit International Automobile Moulay El Hassan abgehalten wurde. Das Team, das sich mehrheitlich im Besitz der Envision-Gruppe befindet, wurde nicht enttäuscht, als Frijns die Bestzeit im 1. Freien Training fuhr. Bird lag mit knappem Rückstand auf dem dritten Platz.

Frijns bewies auch im 2. Freien Training mit dem fünften Platz die starke Pace des Audi e-tron FE05, während Bird wegen eines Wasserpumpendefekts das Training vorzeitig beenden musste. Dies bedeutete für das Team vor dem Beginn des Qualifyings einen aufwändigen Wechsel des gesamten Fahrzeughecks, der dank entschlossener Teamarbeit acht Minuten vor dem Ende der Zeit beendet werden konnte.

Bird belohnte die harte Arbeit seiner Mannschaft mit dem ersten Platz in der Gruppenphase der Qualifikation. Frijns beendete die Session einige Plätze weiter hinten. Dramatisch wurde es danach, als Tom Dillmann wegen Bremsversagens einen bizarren Boxengassen-Unfall auslöste und in das Heck von Frijns prallte, der hierbei seinerseits auf Bird geschoben wurde. Dies bedeutete, dass Bird mit einem beschädigten Diffusor die Super-Pole bestreiten musste, aber der Brite legte eine hervorragende Runde hin und sicherte sich den ersten Startplatz.

Bird behauptet sich beim Start

Im Rennen stand Pole-Mann Bird direkt unter Druck von Jean-Eric Vergne, der mit einem sehr ambitionierten Manöver in der ersten Kurve nach der Führung griff, sich nach einer Berührung jedoch drehte. Mit den beiden BMW-Fahrern Antonio Felix da Costa und Alexanders Sims im Rückspiegel versuchte Bird, die Führung zu halten, was ihm jedoch nicht lange gelang. Beide gingen an ihm vorbei, sodass Bird nun direkt vor Frijns lag, der einige Positionen gutgemacht hatte und jetzt Vierter war.

Zur Rennhalbzeit lag Frijns vor Bird, als Jerome d'Ambrosio beide überholte und sie damit auf die Plätze 5 beziehungsweise 6 zurückfielen. In der Folgezeit gab es harte Kämpfe um die Podiumsplätze, als zehn Minuten vor Rennende die beiden führenden BMW-Piloten kollidierten und dem bis dato schon ereignisreichen Rennen so eine dramatische Wendung gaben. Dies brachte das Safety-Car auf die Strecke, und nach der Freigabe war gerade noch Zeit für eine Runde. Dies führte zu einem Vollgas-Spurt bis zur Ziellinie, in dem sich der jetzt führende d'Ambrosio vor Frijns und Bird halten konnte.

Robin Frijns sagt: "Es war ein aufregendes Rennen für mich und für alle, die das Rennen zu Hause gesehen haben. Der Start war ein bisschen chaotisch, als ich wegen des sich drehenden Autos von Vergne versucht habe, allen anderen Autos auszuweichen. Ich fand mich auf Platz 4 wieder und hatte eine gute Lücke zu d'Ambrosio hinter mir, während ich versuchte, so viel Energie wie möglich einzusparen. Natürlich weiß jeder, was dann mit den beiden Fahrzeugen an der Spitze passierte, und in der letzten Runde versuchte ich dann anzugreifen. Aber da ich zum ersten Mal in dieser Position war, wusste ich, dass die Punkte wertvoller waren, als das Rennen vielleicht nicht zu beenden. Das Rennen auf dem Podium zu beenden ist am Ende dieses Tages wirklich gut für mich und das Team."

Sam Bird sagt: "Ich weiß nicht genau, was da am Start mit Vergne passiert ist, aber ich vermute, dass ich deshalb ein kleines Problem mit dem Auto hatte und nicht mehr die Pace gehen konnte, dich ich vorher gezeigt habe. Nichtsdestotrotz war es ein überragendes Ergebnis für das Team, und wir haben im Qualifying großartige Arbeit geleistet. Das liegt am großen Einsatz von jedem Einzelnen."

Sylvain Filippi, Managing Director von Envision Virgin Racing, sagt: "Wir sind mit dem Wissen in das Wochenende gestartet, dass die Pace da ist. Es ist großartig, dass wir in der Lage waren, unser wahres Potenzial zu zeigen und die ersten Podestplätze der Saison für das Team und für Audi zu holen. Der Aufwand, den das gesamte Team betrieben hat, war von der Vorbereitung über den schnellen Antriebswechsel bei Sam vor dem Qualifying bis hin zur karierten Flagge extrem hoch. Wir hatten am Wochenende Vertreter der Envision Group und anderer Partner bei uns, daher ist es fantastisch, mit ihnen gemeinsam dieses Ergebnis zu feiern und so die Veranstaltung abzuschließen."

Franz Jung, Vorstandsvorsitzender der Envision Group, der vor Ort war, um das Team zu unterstützen, sagt: "Das war ein äußerst unterhaltsames Rennen, meinen Glückwunsch an Robin und Sam sowie an das gesamte Team für ihre harte Arbeit heute. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Rennen in Santiago (26. Januar)." 

Foto: Envision Virgin Racing

von Tobias Wirtz 

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