Shakedown-Jerome-dAmbrosio-Dragon-Tempelhof

Formel E in Berlin: Neue Kurve 6 verspricht mehr Überholmanöver

Der Berlin E-Prix 2018 verspricht noch spannender werden als das Rennen im vergangenen Jahr. Durch eine Anpassung an der Highspeed-Haarnadelkurve 6 bekommt der Rundkurs auf dem ehemaligen Flughafengelände in Berlin-Tempelhof sehr wahrscheinlich eine zusätzliche Überholmöglichkeit, die für noch härteres Racing sorgen dürfte. Die Fahrer begrüßen die Änderung, warnen aber gleichzeitig vor hohem Reifenverschleiß.

Konkret passten die Organisatoren der Serie die Zufahrt auf die 180-Grad-Kehre im Südteil der Strecke an. Der Knick, der im letzten Jahr noch in der Bremszone lag, wurde einige Meter nach vorn gezogen. Zudem ist die Gegengerade knapp 40 Meter länger. Und auch die Kurve selbst ist verändert: Der Winkel ist spitzer, die Kehre langsamer und enger. Im letzten Jahr war an dieser Ecke nur eine Ideallinie realistisch, die ein Manöver fast unmöglich machte.

"Die Bremszone ist länger und die Strecke recht breit", erklärt uns Oliver Turvey (NIO). Insgesamt ist der Kurs 98 Meter länger als im Vorjahr - im 45 Runden langen Rennen müssen die Fahrer also 4,4 Kilometer mehr als 2017 zurücklegen. "Besonders weil die Gerade zuvor sehr lang ist, dürfte das im Rennen für Spannung sorgen."

Jaguar-Kollege Mitch Evans stimmt Turvey zu: "Wir müssen dieses Wochenende ohnehin schon sehr viel Energie sparen. Durch die längeren Geraden wird diese Challenge noch größer. Das Rennen ist sehr lang und man kann jede Menge falsch machen. Wenn du ein, zwei schlechte Runden hast, steckst du in der Scheiße. Aber das ist eine Aufgabe, der wir uns als Team stellen müssen."

Jose Maria Lopez (Dragon) sieht nach dem Shakedown noch einen ganz anderen Punkt: "Auch nach der Kurve haben wir jetzt die Möglichkeit, eventuell ein Manöver vorzubereiten. Einerseits gibt es also die Option in Kurve 6 hinein, andererseits können wir nun aber auch die Fehler unserer Gegner nach der Kurve besser ausnutzen."

Tempelhofer Betonplatten "wie Sandpapier"

Eine weitaus größere Sorge vieler Fahrer und Teams ist wie in den letzten Jahren allerdings der Untergrund in Tempelhof. Die Betonplatten auf dem Vorplatz des ehemaligen Innenstadtflughafens sind berüchtigt, die Reifen besonders stark zu beanspruchen.

"Kurve 1 ist extrem lang und strapaziert den rechten Vorderreifen enorm. Wenn es heiß wird, frisst diese Strecke Reifen wie Kaugummi", weiß Evans. Felix Rosenqvist (Mahindra) fügt an: "Wir müssen unser Setup für diese ungewohnten Bedingungen anpassen. Dieser Boden ist wie Sandpapier für die Reifen."

Der BMW i Berlin E-Prix 2018 startet am frühen Samstagabend um 18 Uhr. Das Erste und Eurosport übertragen das Rennen live, wir begleiten selbstverständlich das gesamten Rennsamstag für dich live von der Strecke.

von Tobias Bluhm 

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