Sebastien-Buemi-Berlin-2019

Formel E in Berlin: Pole-Position für Sebastien Buemi, Desaster für Andre Lotterer

Sebastien Buemi hat sich die Pole-Position beim Berlin E-Prix geholt. Der Schweizer im Nissan setzte sich in der Super-Pole mit einer beeindruckenden Runde durch und holte sich nicht nur Startplatz 1 und die damit verbundenen drei Punkte, sondern auch noch den Streckenrekord. Zweiter wurde sensationell Stoffel Vandoorne im HWA. Auf dem dritten Startplatz folgte Audi-Fahrer Lucas di Grassi. Vorjahressieger Daniel Abt geht von Rang 7 ins Heimrennen, Pascal Wehrlein wurde 11. Maximilian Günther landete auf Rang 15, während Andre Lotterer ein großes Missgeschick widerfuhr…

Um 8:48 Uhr ging mit dem amtierenden Champion Jean-Eric Vergne der erste Pilot aus Gruppe 1 auf die Strecke. Der Franzose konnte allerdings nur die drittbeste Zeit setzen. Die schnellste Runde setzte Audi-Pilot Lucas di Grassi und war dabei "nur" gut eine halbe Sekunde langsamer als der Streckenrekord vom Freitag. Als Zweiter folgte Antonio Felix da Costa im BMW knapp eine Zehntelsekunde dahinter. Robin Frijns kam auf Rang 4.

Desaster indes für Andre Lotterer: Der Deutsche kam gut eine halbe Sekunde nach Ablauf der Zeit über die Ziellinie, um seine schnelle Runde zu starten. Somit durfte er keinen Versuch mehr starten und wird vom Ende des Feldes starten müssen. Traurige Gesichter in der DS-Garage - ganz bitter für den Lokalmatador. "Lucas (di Grassi) hat im letzten Sektor massiv Tempo rausgenommen, und ich habe die Linie bei grüner Ampel überquert", erklärte Lotterer noch während der Session. Damit lag er jedoch falsch, wie die TV-Bilder bewiesen.

In Gruppe 2 sorgte ebenfalls ein Audi-Fahrer für Jubel auf den Tribünen von Tempelhof: Daniel Abt schaffte die zweitschnellste Runde und reihte sich direkt hinter seinem Teamkollegen ein. Erstaunlicherweise kamen die anderen Piloten der Gruppe jedoch nicht an die Spitze heran. Jerome d'Ambrosio wurde Vierter. Hinter ihm reihten sich Oliver Rowland, Sam Bird und Mitch Evans ein.

Pascal Wehrlein nur auf Startplatz 11

BMW-Fahrer Alex Sims startete mit einem absolut schnellsten ersten Sektor in die dritte Gruppe und sicherte sich damit die zwischenzeitliche Bestzeit. Zwei andere Piloten waren jedoch noch schneller: Stoffel Vandoorne sicherte sich im HWA die Bestzeit, knapp vor Sebastien Buemi. Pascal Wehrlein schaffte es bei seiner ersten Qualifikation vor heimischer Kulisse nur auf den neunten Platz (später Startplatz 11). Enttäuschung auch in der Venturi-Garage: Edo Mortara landete nur auf Rang 12, Teamkollege Felipe Massa, der die Mauer gleich zweimal touchierte, sogar nur auf der 14. Position.

In der letzten Gruppe sorgte erneut das deutsche HWA-Team für Begeisterung: Gary Paffett sortierte sich überraschend als Vierter ein. Auch Alex Lynn im Jaguar konnte als Fünfter überzeugen. Oliver Turvey wurde 14. Der deutsche Dragon-Fahrer Maximilian Günther qualifizierte sich als 15. und schlug damit erneut seinen Teamkollegen Jose Maria Lopez (20.). Tom Dillmann kam auf den 17. Platz.

In die Super-Pole zogen somit folgende fünf Fahrer ein: Vandoorne, Buemi, Sims, Paffett, Lynn und di Grassi. Daniel Abt scheiterte als Siebter denkbar knapp am finalen Shoot-out und den ersten Startplatz.

Buemi behält die Nerven

Als Erster ging Lucas di Grassi auf seine schnelle Runde. Der Brasilianer verlor im ersten Sektor zwar fast drei Zehntelsekunden, war dafür in den Abschnitten 2 und 3 aber extrem schnell. Seine Runde sollte am Ende zu Platz 3 reichen. Alex Lynn kam an die Zeit von di Grassi nicht ganz heran. Gary Paffett zeigte eine weitere solide Runde und kam mit zwischenzeitlichen Bestzeit in Sektor 1 auf den provisorischen zweiten Platz. Di Grassi weiterhin vorn, Jubel auf der Tribüne von Audi-Partner Schaeffler.

Alex Sims startete mit einem sehr langsamen ersten Sektor in seine schnelle Runde. Auch in den anderen beiden Abschnitten war der BMW-Fahrer zu langsam. Er sortierte sich hinter Landsmann Lynn ein. Sebastien Buemi hingegen holte schon im ersten Sektor vier Zehntelsekunden gegen di Grassi heraus und nahm ihm im letzten Streckenabschnitt noch mal Zeit ab. In 1:07.295 Minuten sicherte er sich nicht nur Platz 1, sondern auch noch den Streckenrekord von Tempelhof! Dann kam nur noch Stoffel Vandoorne. Auch der Belgier war extrem schnell in Sektor 1. Am Ende reichte es für ihn zu Platz 2 - starkes Ergebnis für HWA beim ersten Heimrennen in der Formel E! Die Pole-Position ging jedoch zum zweiten Mal in dieser Saison an Buemi.

Rennstart in Berlin ist am Samstag um 13 Uhr. Die ARD überträgt den E-Prix ebenso wie Eurosport live im Fernsehen. Wir sind wie immer mit unserem LGT Formel-E-Live-Ticker für dich da.

>>> zum Ergebnis des Qualifikation und zur Startaufstellung von Berlin

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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