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Formel E in Berlin: Oliver Rowland gewinnt abgebrochenes 1. Training am Mittwoch

Oliver Rowland hat das 1. Freie Training der Formel E in Berlin für sich entschieden. Der Brite im Nissan war mehr als zwei Zehntelsekunden schneller als Sam Bird auf Platz 2. Jean-Eric Vergne, Nico Müller und Jerome d'Ambrosio komplettierten die Top 5. Die Session wurde allerdings vorzeitig abgebrochen, weil der Jaguar von James Calado nach einer größeren Reparatur auf der Strecke stehen geblieben war und nicht abgeschleppt werden konnte.

Pünktlich um 9 Uhr begann die erste Session des Formel-E-Marathons unter wolkenlosem Himmel. Nach zweieinhalb Minuten rief die Rennleitung zunächst die obligatorische Full-Course-Yellow-Übung aus, bevor es im Renntempo weiterging. 23 Fahrer nahmen den Tempelhof-Ring nach dem Shakedown am Dienstag erstmals mit normaler Motorleistung unter die Räder - bis auf einen: James Calado befand sich noch immer in der Garage, weil Jaguar noch an seinem Auto arbeiten musste.

Zehntel um Zehntel verbesserten sich die Piloten in den ersten Runden. Stets ganz vorn dabei: Oliver Rowland im Nissan. Auch sein Teamkollege Sebastien Buemi, die beiden Virgin-Fahrer und Edo Mortara tummelten sich in der ersten Viertelstunde in der Spitzengruppe. Dann meldete Jaguar, dass beim Auto mit der Startnummer 51 ein "kleines Software-Problem" vorliege, sodass das Team "vorsorglich" den gesamten Antriebsstrang bei Calado austauschen musste - eigentlich das Session-Aus für den Briten, denn ein solcher Tausch dauert in der Regel zwischen 30 und 40 Minuten…

Erst nach knapp 20 Minuten folgte die nächste bemerkenswerte Runde: Mitch Evans übernahm Rang 2, ohne dabei jedoch eine Sektorenbestzeit zu setzen. Audi-Neuling Rene Rast lag zu diesem Zeitpunkt auf dem 13. Platz. Nyck de Vries beklagte sich indes über Untersteuern. Kurz vor der Session hatte Mercedes die Batterie am Auto des amtierenden Formel-2-Champions wechseln müssen. Wenige Minuten später schnappte sich de Vries mit einer schnellen Runde nichtsdestotrotz Platz 3.

Starker Start für Rene Rast

Dann endlich wieder neue Bestzeiten: Der Meisterschaftsführende, Antonio Felix da Costa, übernahm die Spitze, gefolgt von den beiden BMW-Piloten Alexander Sims und Maximilian Günther. Andre Lotterer im Porsche rückte auf Position 5 vor. Rast verbesserte weiterhin seine Pace und touchierte am Ausgang von Kurve 5 mit dem linken Heck leicht die Mauer, ohne jedoch seinen Audi zu beschädigen. Seine Runde reichte für Rang 3 - ein beachtlicher Start für den Deutschen, der am Ende sogar vor Teamkollege Lucas di Grassi landen sollte. 17 Minuten vor Schluss setzte de Vries die erste 1:08er-Runde und ging auf P1. Daniel Abt stellte seinen neuen Nio - im Attack-Mode - zwischenzeitlich auf Position 6.

Den nächsten großen Zeitensprung schaffte Jerome d'Ambrosio mit 235 kW und übernahm die Führung mit mehr als sieben Zehntelsekunden Vorsprung. Jetzt schalteten jedoch mehrere Piloten in den Attack-Mode. Sam Bird setzte eine neue Bestzeit. Meister Jean-Eric Vergne reihte sich hinter seinem alten Virgin-Teamkollegen ein, Nico Müller übernahm Rang 3. Erneut war es anschließend Rowland, der mit einer Rundenzeit von 1:07.832 Minuten alle anderen hinter sich ließ. Diese Runde sollte später den Sessionsieg bedeuten.

Dann die große Überraschung: Calado fuhr zehn Minuten vor dem Ende doch noch auf die Strecke. Allerdings blieb sein Jaguar in Sektor 1 stehen. Zunächst ließ die Rennleitung gelbe Flaggen schwenken, dann unterbrach sie die Session komplett - die erste rote Flagge in Berlin. Da das Auto noch immer unter Strom stand und nicht abtransportiert werden konnte, wurde das Training nicht mehr wieder aufgenommen. Oliver Rowland beendete die Auftaktsession als Schnellster vor Sam Bird und Jean-Eric Vergne.

>>> zu den Ergebnissen des 1. Freien Trainings von Berlin

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

Die Formel-E-Highlights des Freien Trainings in Berlin

von Timo Pape  

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