Formula-E-Ad-Diriyah-November-2019

Formel E in Diriyya: Schwache Zuschauerzahlen könnten zu Nachtrennen 2020 führen

Der Veranstalter des Formel-E-Rennens in Saudi-Arabien spielt weiterhin mit dem Gedanken, in Diriyya ein Nachtrennen zu veranstalten. Zusätzlichen Rückenwind bekommt die Idee nun durch das klägliche Faninteresse beim Auftaktrennen im vergangenen November. Mit einer späteren Startzeit könnte man das Rennen näher an das abendliche Konzert rücken.

Pläne für ein Nachtrennen hatte es bereits für die diesjährige Ausgabe des Diriyya E-Prix gegeben. Letztlich konnte der Veranstalter bislang aber nicht sicherstellen, dass der Strom, der für eine Beleuchtung des Straßenkurses nötig wäre, aus nachhaltigen Quellen bereitgestellt worden wäre. Für 2020 - Diriyya wird langfristig den Saisonauftakt der Formel E austragen - könnte es jedoch klappen.

"Wir haben bereits eine Lösung mit 60 bis 70 Prozent (nachhaltigem Strom) gefunden, aber wir wollen vollständig nachhaltig sein. Deshalb dauert das alles ein bisschen", erklärt Carlo Boutagy, dessen Firma CBX den Diriyya E-Prix promotet, gegenüber 'e-racing365'. "Man muss bedenken, dass wir einen temporären Kurs haben, der erst zwei Wochen vor dem Rennen aufgebaut wird, und fünf Tage später sind das wieder ganz normale Straßen."

"Wenn wir also ein Nachtrennen veranstalten wollen, müssen wir zwei Dinge meistern: Es muss eine temporäre Lösung sein, und es muss nachhaltig sein", so Boutagy weiter. "Das ist etwas ganz anderes als bei den Rennstrecken in Bahrain oder Abu Dhabi."

Keine Zuschauer an der Strecke - Autogrammstunde abgesagt

Mit einem Nachtrennen erhofft sich der Veranstalter für das kommende Jahr mehr Zuschauer an der Strecke. Denn beim Saisonauftakt vor etwas mehr als zwei Wochen war auf dem Eventgelände fast nichts los. Schätzungen zufolge sollen rund 700 Menschen beim Rennen gewesen sein - eine äußerst ernüchternde Zahl. Die Autogramm-Session am Freitag wurde gar abgesagt, weil keine Fans kamen.

Sie machten sich ihrerseits erst gegen Abend auf den Weg zum E-Village, als im Rahmen von Konzerten mehrere internationale Superstars auftraten. Der Konzerteintritt war im Formel-E-Ticket inbegriffen, die Pause zwischen Rennen und Konzert jedoch schlichtweg zu lang.

"Wir hatten (am Freitag) gut 37.000 Menschen vor Ort, aber die Mehrheit kam erst nach 18 Uhr", gesteht Boutagy. "Wir haben auch gemerkt, dass die Lücke zwischen den beiden (Events) ziemlich lang war. Vier Stunden vom Rennende bis zum Konzert - ja, dieses Problem hatten wir am Freitag."

Offenbar hat der Veranstalter beim Timing die Abläufe des arabischen Wochenendes nicht vollständig durchgespielt. "Der Freitag ist für uns quasi das, was für Europäer der Sonntag ist - ein Familientag. Es gibt Mittagessen, dann geht man zum Gebet. Vor 15 oder 16 Uhr verlässt also eigentlich niemand das Haus", erklärt Boutagy. "Für nächstes Jahr haben wir einen Plan, den wir bereits diskutiert haben. Wir wollen ihn umsetzen." Gelingt dieser Vorsatz, könnte die Formel E in rund einem Jahr ihr erstes Nachtrennen erleben.

Foto: Lou Johnson / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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Einen Kommentar schreiben

Kommentar von EffEll |

Muss man denn wirklich unbedingt dort ein Rennen veranstalten, wo überhaupt kein Interesse besteht?

Kommentar von Simon |

@EffEll So lange man von diesen Ländern Geld bekommt, fährt man dort auch. Katar bekommt ja trotz der großen Hitze ein Sportereignis nach dem anderen, obwohl es dort keine Zuschauer gibt. Hat man ja bei der Leichtathletik WM gesehen und wird bei der Dezember WM 2022 nicht anders sein. Meiner Meinung nach, muss man in Saudi Arabien gar nicht fahren.

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