Lucas-di-Grassi-Abt-Paris

Formel E: Lucas di Grassi gewinnt Paris ePrix

Lucas di Grassi hat einen actionreichen Paris ePrix für sich entschieden. Der Brasilianer des deutschen Abt-Teams holte sich direkt am Start die Führung von Pole-Sitter Sam Bird, die er bis zum Ende verteidigte. Zweiter wurde Lokalmatador Jean-Eric Vergne vor dem e.dams-Piloten Sebastien Buemi. Das Rennen ging nach einem Unfall von Formel-E-Debütant Qinghua Ma hinter dem Safety-Car zu Ende. Daniel Abt holte als Zehnter einen Punkt. Nick Heidfeld wurde Zwölfter, holte sich aber zwei Punkte für die schnellste Rennrunde.

Bird erwischte nach einem überlegenen Qualifying keinen guten Start. Der Brite verlor nicht nur die Führung, sondern auch noch Platz zwei an seinen Teamkollegen Vergne - inklusive Berührung der beiden DS Virgin. Weiter hinten erwischte Robin Frijns einen schlechten Start und verlor einige Plätze. Nicolas Prost ging zudem an Stephane Sarrazin vorbei und übernahm Platz vier.

Di Grassi fuhr direkt einen Vorsprung von mehr als zwei Sekunden heraus und kontrollierte von diesem Zeitpunkt an das gesamte Rennen. Nach wenigen Runden blieb Loic Duval mit technischen Problemen an seinem Dragon stehen. Die Folge: Eine Full-Course-Yellow-Phase in Runde 7. Schon einen Umlauf später ging es allerdings im Renntempo weiter. Im gesamten Feld spielten sich packende Zweikämpfe und Überholmanöver ab. So ging unter anderem Buemi an Oliver Turvey vorbei. Kurz darauf erfuhr der Schweizer, dass er - wie auch Vergne und Duval, der jedoch bereits ausgeschieden war - einen FanBoost gewonnen hatte.

Als Buemi schließlich hinter Prost fuhr, kam es zu spannenden teaminternen Duellen an der Spitze. Bird attackierte Vergne über weite Strecken des Rennens, kam aber nicht vorbei. Dabei kam es kurz vor dem Boxenstopp zu einer weiteren Berührung zwischen den beiden Virgin-Fahrern. Buemi machte mit seinem Teamkollegen Prost schließlich kurzen Prozess und ging vorbei. Bei den Boxenstopps ging es zwar sehr eng zu, die Reihenfolge an der Spitze blieb jedoch unverändert.

Abt fuhr neben Heidfeld und Bruno Senna eine andere Strategie, die ihn später an die Box kommen ließ. Somit machte der deutsche Youngster zwei Plätze gut und kam in die Punkte. Am Ende brachte ihm sein Energieüberschuss wegen der Safety-Car-Phase aber keinen Vorteil mehr ein.

Bird zeigt Nerven

In der zweiten Hälfte des Rennen biss sich Buemi - wie schon in Buenos Aires - am vor ihm fahrenden Bird die Zähne aus. Nicht mal sein FanBoost brachte ihn neben den Briten. Zwar war Buemi klar schneller, doch Bird nutzte die ganze Breite der Strecke, um sich zu verteidigen. Wenige Runden vor Schluss versagten ihm jedoch die Nerven: Bei der Anfahrt auf Kurve 1 verbremste sich der Virgin-Fahrer und drehte sich in den Notausgang hinein. Buemi übernahm Platz drei, während sich Bird frustriert an Position sechs wieder einsortierte.

Als hätte es das Schicksal nicht gut mit Bird gemeint, verlor nur eine Minute später Neuling Ma sein Auto am Ausgang der letzten Kurve und krachte in die Mauer. Die Folge: Das Safety-Car kam wenige Runden vor Schluss auf die Stecke. Weil die Streckenarbeiter den havarierten Aguri nicht rechtzeitig hätten bergen können, erklärte die Rennleitung um 16:57 Uhr über Funk, dass das Rennen hinter dem Safety-Car zu Ende gehen würde - der Sieg für di Grassi.

In der Fahrerwertung konnte di Grassi seine Gesamtführung auf elf Punkte ausbauen. Buemi bleibt aber in Schlagdistanz. Vergne übernahm durch seine 18 Zähler beim Heimspiel Gesamtrang elf. Davon abgesehen gab es bei den Fahrer kaum Veränderungen. In der Teamwertung hat DS Virgin Racing dank der 29 Punkte aus Paris am meisten abgesahnt. Damit festigte das Team seine vierte Position. Das nächste Formel-E-Rennen findet am 21. Mai in Berlin statt.

Das provisorische Ergebnis des Paris ePrix

von Timo Pape 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Tobias Wirtz |

Paris soll das Highlight des Kalenders sein? Das war auf diesem Mickey-Maus-Kurs, ähnlich wie in Monaco in der vorherigen Saison, das bislang langweiligste (um nicht zu sagen schlechteste) Rennen der gesamten Saison.

Kommentar von Timo |

Das sehe ich nicht so. Es war doch fast durchgehend Action auf der Strecke? Ich finde, das Rennen war eines der besten dieser Saison - bis auf die letzten Runden natürlich.

Kommentar von Simon |

Ich fand das Rennen war echt super. Das Racing war meiner Meinung nach gut. Beim Streckenlayout war ich erst skeptisch, aber wurde positiv überrascht. Außerdem war die Kulisse einfach klasse. Der Invalidendom und der Eiffelturm im Hintergrund sahen großartig aus. Toll fand ich auch, dass Leute das Renen aus ihren Fenstern verfolgt haben. Ich freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr.

Kommentar von Tobias Wirtz |

Natürlich war die Kulisse super, keine Frage. Aber bis auf den Start gab es zum ersten Mal in dieser Saison so gut wie gar keine Überholmanöver, wenn man von Buemi und den zurückfallenden NEXTEV-Piloten einmal absieht. Und das liegt definitiv am Streckenlayout, das nicht gerade zum Überholen einläd.

Di Grassi gewann den Start und fuhr anschließend ungefährdet vorne, dahinter fuhren die DS Virgins (bis Bird sich verbremste), dann Buemi, der sich nach vorne gekämpft hat. Es folgten Prost und Sarrazin (in dieser Position seit dem Start, nur zwischenzeitlich von Buemi überholt), der zurückgefallene Bird, Frijns und Félix da Costa (ebenfalls seit dem Start zusammenliegend) und dahinter die später zum Boxenstopp reingekommenen Senna und Abt.

Conway und Heidfeld, aus der letzten Reihe gestartet, hatten heute keine Chance, aus eigener Kraft in die Punkte zu fahren, obwohl es beide vom reinen Speed her definitiv drauf hatten.

NEUESTE NACHRICHTEN

Daniel-Abt-Smiles-Sunglasses-Cap

Berlin-Vorjahressieger Daniel Abt im Interview: "Der schönste Tag meiner Motorsportkarriere"

Anzeige | 2018 gelang Daniel Abt in Berlin der perfekte Renntag. In Tempelhof dominierte er den gesamten Samstag mit Pole-Position, schnellster Runde und dem Doppelsieg vor Audi-Teamkollege Lucas. Sogar jede ...
von Timo Pape
Lights-Out-Berlin

Formel E in Berlin: Die große Vorschau zum Hauptstadt-Rennen in Tempelhof

Die Formel E ist zurück in Berlin. Als einzige Metropole weltweit, die seit 2015 bislang in jedem Meisterschaftsjahr mindestens einen Saisonlauf ausgetragen hat, begrüßt die deutsche Bundeshauptstadt die vollelektrische FIA-Rennserie am ...
von Tobias Bluhm
Audi-Fahrer-Abt-di-Grassi-auf-Podium-in-Berlin

Audi will perfektes Tempelhof-Rennen 2018 wiederholen: "Wissen, wie man in Berlin Pokale holt"

Die Formel E kommt nach Deutschland: Am Samstag (25. Mai) startet die Elektrorennserie zum insgesamt sechsten Rennen in fünf Jahren in Berlin - abermals auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Mit ...
von Timo Pape
Techeetah-Clouds-Berlin

Programm, Anreise, Informationen: Alles, was du zur Formel E in Berlin wissen musst

In wenigen Tagen ist es soweit: Mit dem Berlin E-Prix 2019 kehrt die Formel-E-Meisterschaft am kommenden Wochenende in die deutsche Bundeshauptstadt zurück. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof wird ...
von Tobias Bluhm