Spark-Racing-Technologies-Formula-E-Concept

Formel E: Spark stellt Fahrzeugkonzept für Saison 5 vor

Aus den Augen, aus dem Sinn: Nachdem Spark Racing Technologies das Ausschreiben um die Rolle als Formel-E-Chassishersteller für Saison fünf gewonnen hatte, geriet das Unternehmen nahezu in Vergessenheit. Genaue Pläne für die Vision von Spark waren im letzten August zudem nicht bekannt. Und da die Franzosen bereits seit Saison eins die Formel-E-Boliden herstellen, ebbte die Aufmerksamkeit recht schnell ab.

Doch damit dürfte nun Schluss sein. Stolz teilte das Unternehmen, das einst vom kürzlich gefeuerten Renault-F1-Teamchef Frederic Vasseur gegründet wurde, am vergangenen Donnerstag auf seiner Webseite erste Konzeptbilder vom geplanten Zukunftsdesign für die Formel E. Unter dem Namen "SRT05e" soll das Fahrzeug ab Saison fünf, also ab Herbst 2018, auf die Strecke gehen.

"Als Nachfolger vom SRT_01 E, der ersten Fahrzeugversion, repräsentiert der SRT05e den beträchtlichen Fortschritt in der Welt des elektrischen Motorsports", beschreibt das Entwicklerstudio seinen Entwurf. "Unsere Ingenieure haben aus vier Jahren Entwicklung in der Formel E gelernt und die Performance des Autos erheblich verbessert."

In der Tat ist das futuristische Design eine regelrechte Machtdemonstration der Elektromobilität. Das Chassis sieht dabei nicht nur windschnittig aus, sondern spiegelt auch das überarbeitete Innenleben wider. So löst McLaren ab Saison fünf Williams als Batterielieferant ab und verdoppelt die Batteriekapazität, während die Motoren 25 Prozent mehr Leistung als heute liefern sollen. Das Chassis von Spark passt sich den Innovationen unter der Haube an - und öffnet dabei die Tür in die Zukunft des Rennsports.

Sprung in die Zukunft

Die Formel E setzt bei ihrem Saison-5-Design weiterhin auf den doppelten Frontflügel, der zu den Donington-Testfahrten vor Saison drei eingeführt wurde. Während die obere Platte nahezu unverändert bleiben dürfte, sieht Spark für die untere Flügelhälfte zwei V-förmige Knicke vor, die an die Formel-1-Autos von 2008 erinnern.

Während die Designer bei der Aufhängung weiterhin auf eine Pushrod-Struktur setzen, werden die Radkästen erheblich vergrößert. Fortan soll sich die Box vor den Reifen - ähnlich wie bei den Robocars aus der geplanten Formel-E-Schwesterserie Roborace - über das gesamte Rad erstrecken.

Ähnliches wird auch an der Hinterradachse zu erwarten sein: Mit einem zusätzlichen Bügel laufen die Radkästen über den Reifen zusammen und sorgen so für ein ganz neues Bild am Heck. Spark verzichtet zudem auf einen Heckflügel im klassischen Sinne. Um den schwindenden Abtrieb am hinteren Fahrzeugende zurückzugewinnen, setzt Spark auf einen großen Diffusor, der so sonst nur im GT-Sport zu finden ist. Insgesamt soll das Chassis dank neuer Materialien zehn Prozent leichter werden, um die schwerere Batterie zu kompensieren.

Es steht wohl außer Frage, dass Formel-E-Fans dem neuen Formel-E-Look mit viel Euphorie entgegen blicken dürften. Inwiefern sich das vorgestellte Konzept bis zur Saison 2018/19 noch ändern wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch nicht abzusehen. Anpassungen sind aber sehr wahrscheinlich.

Sicherheitskonzept aus der Formel 1

Eine der interessantesten Neuerungen ist wohl das künftige Cockpit. Während der Formel-1-Zirkus nach wie vor über die Einführung des "Halo"-Cockpitschutzes aus dem Hause Mercedes diskutiert, setzt Spark auf ein anderes Konzept aus der "Königsklasse": den Aeroscreen von Red Bull.

Zwar präsentierte der österreichisch-britische Rennstall die elastische Windschutzscheibe bereits auf dem Auto von Daniel Ricciardo beim Belgien-Grand-Prix im vergangenen August, jedoch verlor sich die Idee recht schnell hinter dem Bogen-Konzept von Mercedes.

Die Formel E könnte dieses Sicherheitskonzept nun für sich beanspruchen. Schwere Kopfverletzungen bei frontalen oder seitlichen Einschlägen sollen somit verhindert werden. Ob die Scheibe nur die Front und Seiten des Kopfes verdecken wird oder sich auch über den Helm der Fahrer ziehen wird, steht noch nicht fest. Voraussichtlich wird sich die Formel E nach der FIA-Entscheidung für die Formel 1 richten. Kommt dort das Halo-System, dürfte es auch auf dem Spark-Boliden landen.

Bislang handelt es sich bei den Formel-E-Konzepten von Spark lediglich um Computersimulationen. Wann wir erste Umsetzungen des Autos sehen werden, steht noch nicht fest. Vielleicht wird das Auto der Zukunft aber schon bei den Formel-E-Technologie-Testfahrten im Herbst 2017 auf die Strecke kommen. Sagt uns gern in einem Kommentar, was ihr von Sparks Zukunftsvision für die Formel E haltet.

von Tobias Bluhm 

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Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Tobias Wirtz |

Das Konzept gefällt mir schon einmal sehr gut, es bleibt jedoch abzuwarten, wieviel Frederic Vasseur und seine Jungs davon auch in das echte Chassis übernehmen.

Das Halo-System von Mercedes besteht übrigens nicht aus Carbon, sondern aus Titan!

Kommentar von Thomas Kühne |

Dieses Konzept würde ich gerne auf den Strecken der Welt sehen, in der Überzeugung das damit die E-Mobilität noch einen Schub erhält.
Hier erweist sich das E-Rennwagen auch noch wirklich was für´s Auge hergeben.

Kommentar von Tim A. |

Also, wenn das finale Design auch nur annähernd mit dem hier gezeigten Konzept übereinstimmt, dürfte das Feld eine Augenweide werden!

Kommentar von EffEll |

Hm, ich muss sagen, dass es mir nicht sonderlich gut gefällt.
Sieht stark nach Roborace aus und erinnert mich eher an ein LMP Fahrzeug, statt an einen Formel Monoposto.
Und wie Tobias schon sagte: Nur die Halo Dummies bestanden aus Carbon, um die Bauart, das Design und etwaige Sichtbehinderungen zu testen. Die fertigen Schutzbügel sollen aus Titan gefertigt sein, um etwaige Kräfte überhaupt entsprechend aufnehmen zu können.

Kommentar von Chris |

Sieht nicht schlecht aus ! Konzeptionell hat es jedenfalls etwas anderes als ein Formel 1 Auto,und das ist gut so.Sehr futuristisches Design.Erinnert ein bisschen an den E-Roboracer,den man hier in Berlin mehrmals sehen konnte.

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