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Formel-E-Test in Valencia: Sims & BMW erneut mit Tagesbestzeit in Spanien

BMW-Neuling Alexander Sims hat den dritten und letzten Pre-Season-Testtag der Formel E in Valencia mit der schnellsten Runde beendet. Am Ende eines von Regen bestimmten Tages reichte dem Briten eine Zeit von 1:17.402 Minuten für den inoffiziellen "Tagessieg" vor Jean-Eric Vergne (DS) und Mitch Evans (Jaguar). Nach nur drei roten Flaggen an den vorausgegangenen zwei Testtagen sorgten die Witterungsbedingungen und einige technische Schwierigkeiten am Freitag für insgesamt sieben (!) Unterbrechungen.

Besonders Venturi und Edoardo Mortara hatten mit der neuen Technologie der Gen2-Renner zu kämpfen. Nachdem der Italo-Schweizer am Vormittag gerade einmal 21 Runden absolvierte, konnte Mortara nach der Mittagspause gar keine einzige Runde mehr antreten. Stattdessen tüftelte das Team hinter einem verschlossenen Garagentor an Mortaras VFE-05. Teamkollege Felipe Massa rollte ebenfalls auf der Strecke aus und sorgte für eine Unterbrechung, absolvierte jedoch bis zum Ende des Testtages 69 Runden.

Deutlich flüssiger lief der Test-Freitag für das BMW-Werksteam, das mit drei Tagesbestzeiten aus drei Tagen und einem neuen inoffiziellen Streckenrekord in Valencia mit breiter Brust zum Saisonstart nach Diriyya (Saudi-Arabien) reisen kann. Schon am verregneten Vormittag setzte Antonio Felix da Costa mit 1:24.870 Minuten die beste Zeit. Sims unterbot seinen Teamkollegen auf abtrocknender Strecke am Nachmittag jedoch deutlich, wenngleich es nicht ganz für einen neuen Streckenrekord in Spanien reichte.

Sims' Runde in 1:17.402 Minuten war die drittbeste Zeit der gesamten Woche. Einzig Teamkollege Felix da Costa und Jean-Eric Vergne waren am Dienstag wenige Sekundenbruchteile schneller. Vergne zeigte sich seines Zeichens erneut von seiner besten Seite und brachte seinen goldenen DS-Boliden vor Mitch Evans mit der zweitschnellsten Runde des Tages über die Ziellinie. Pascal Wehrlein (Mahindra) und Maximilian Günther (Dragon) komplettierten als deutsches Duo die Top 5.

Technik-Schluckauf sorgt für rote Flaggen

Das bestimmende Thema des finalen Testtages: rote Flaggen. Gleich sieben Unterbrechungen gab es in den Test-Sessions am Vor- (9 bis 12 Uhr) und Nachmittag (14 bis 17 Uhr). Daniel Abt (Dreher) und Nelson Piquet jr. (technischer Defekt) sorgten am Vormittag für rote Flaggen, hinzu kam eine 15-minütige Regenunterbrechung. Gleich zu Beginn des Nachmittages rollte dann Nelson Piquet jr. erneut mit einem Batterieproblem aus. Oliver Rowland, der bei Nissan den abstinenten Alexander Albon ersetzte, drehte sich ins Kiesbett und musste ebenfalls unter roten Flaggen geborgen werden. Auch Jerome d'Ambrosio und Felipe Massa sorgten für Unterbrechungen, als sie mit einem technischen Problem ausrollten.

Besonders zuverlässig präsentierte sich hingegen das Audi-Team um Lucas di Grassi und Abt. Zwar reichte es am Ende des Tages nur für die Plätze 10 und 13, jedoch spulte das Werksteam aus Neuburg allein am Freitag 152 Testrunden ab. Besonders Abt musste hart arbeiten: Nachdem er am Vormittag nur 16 Runden im Regen absolvieren konnte, umrundete er den Valencia-Kurs nachmittags ganze 50 Mal. Die meisten Touren des Tages drehte jedoch Robin Frijns (Virgin), der stolze 91 Runden vervollständigte - übrigens ebenfalls mit einem Audi-Antriebsstrang im Heck.

Trotz der vielversprechenden Leistungen einzelner Teams sollten die Ergebnisse aus Valencia mit Vorsicht genossen werden. Schließlich nutzt die Formel E üblicherweise Straßenkurse, die über eine gänzlich verschiedene Streckencharakteristik als der Testkurs bei Valencia verfügen. Der Circuit Ricardo Tormo gilt als zu breit, flüssig und glatt, als dass die Ergebnisse der Testtage als repräsentativ für die tatsächliche Performance gewertet werden können.

Die Fahrzeuge der Formel-E-Teams werden noch am Wochenende in ihre Einzelteile zerlegt, verladen und für den Transport nach Saudi-Arabien vorbereitet. Dort findet am 15. Dezember in Diriyya, einem Vorort von Riad, der Auftakt in die Formel-E-Saison 2018/19 statt. e-Formel.de bietet dir selbstverständlich auch in der Zeit zwischen Valencia und dem Dirriya E-Prix mit allen Meldungen aus der Welt der Formel E.

Das kumulierte Ergebnis der Formel-E-Testfahrten in Valencia

von Tobias Bluhm 

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