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HWA-Boss Fritz: Brake-by-Wire-System in der Formel E "ein Wendepunkt"

In der kommenden Formel-E-Saison dürfen wir uns nicht nur auf elf Teams mit 22 Fahrern, ein neues Rennformat und leistungsstärkere Fahrzeuge mit einer größeren Batterie freuen. Auch die Weiterentwicklung, die die Hersteller laut der "Technical Roadmap", dem technischen Fahrplan der Formel E, betreiben dürfen, wird umfangreicher. So hält vor allem unter der Haube der neuen Boliden immer mehr Technologie Einzug in die Formel E: Erstmals kommt ab der fünften Formel-E-Saison ein sogenanntes Brake-by-Wire-System zum Einsatz.

Anders als in den ersten vier Saisons, in denen der Fahrer den Bremsdruck durch einen Tritt auf das Bremspedal aufgebaut hat, wird die Pedalstellung nun über einen Sensor erfasst und von der Elektronik in Bremsdruck umgesetzt. Der große Vorteil ist, dass die Elektronik automatisch einen Teil der Bremskraft über den Motor in Energierückgewinnung umwandeln kann. Bislang wurde die Rekuperation, so der Fachbegriff, manuell durch den Fahrer über einen Hebel am Lenkrad gesteuert.

Für die Automobilindustrie hat diese Technologie eine äußerst große Relevanz und wird zweifelsfrei in zukünftigen Elektroauto-Modellen zum Einsatz kommen. Hersteller betrachten das System daher als bahnbrechende Neuerung.

"Wir arbeiten bereits eng mit Venturi zusammen, um es zu entwickeln", so HWA-Geschäftsführer Ulrich Fritz bei 'e-racing365', angesprochen auf die Brake-by-Wire-Technologie. "In der Tat ist dies ein Wendepunkt, da das System das Verhalten des Fahrzeugs grundlegend ändert und einen komplett neuen Fahrstil vom Piloten verlangt."

"Es ist eine Herausforderung, aber wenn man es richtig macht, hat man einen großen Vorteil. Wenn man es falsch macht, ist es jedoch ein großer Nachteil. Das ist der Grund dafür, dass wir sehr viel Aufwand in diese Dinge investieren müssen, die kritisch für die Leistungsfähigkeit und sehr differenzierend sein können."

Das Brake-by-Wire-System wird dabei nicht nur positiv gesehen: Bereits Anfang des Jahres äußerte Xavier Mestelan Pinon, Leiter des Formel-E-Projekts bei DS Performance, Bedenken, dass mit der Einführung der komplexen Technologie die Abstände zwischen den Teams deutlich anwachsen könnten.

Foto: Daimler

von Tobias Wirtz 

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