HWA-Formula-E-Car-Livery

HWA präsentiert (nur) Gary Paffett & Formel-E-Auto für Saison 2018/19

Nach BMW und Audi hat nun auch HWA als dritter deutscher Formel-E-Rennstall sein Team für die neue Saison vorgestellt - zumindest in Teilen. Die Affalterbacher Mannschaft, die besonders durch ihre Mercedes-Verbindungen und Erfolge in der DTM bekannt wurde, präsentierte der Öffentlichkeit am späten Montagvormittag erstmals ihren Boliden für die Formel-E-Saison 2018/19. Für das Team startet in jedem Fall DTM-Routinier Gary Paffett, der bereits Anfang des Jahres am Rookie-Test der Formel E teilnahm. Wer das zweite Cockpit übernimmt, bleibt vorerst jedoch unbekannt.

Die Verpflichtung von Gary Paffett ist keine Überraschung, hat der Brite doch bereits den Venturi-Antrieb getestet. Zudem hegt er lange Beziehungen zu HWA aus der DTM und gilt als erfahrener Pilot, der dem Team - und auch Mercedes - in seiner ersten Saison wertvolle Daten liefern dürfte. Der zweite Fahrer des Team soll in der kommenden Woche verkündet werden. Chancen haben unter anderem Stoffel Vandoorne und Maro Engel.

Die Lackierung ist verhältnismäßig schlicht gehalten. Über eine matt-antrazit-farbenen Grundierung ziehen sich vereinzelte schwarz-glänzende Aufkleber. Hinzu kommen hier und da hellblaue Highlights, die an das Showcar der Formel E erinnern. Ohnehin handelt es sich bei dem in Affalterbach präsentieren Auto noch um das Show-Car - die "richtigen" Rennwagen werden gerade erst noch aufgebaut. An der Optik soll sich nach Informationen von 'e-Formel.de' aber nichts mehr ändern.

Unter der Haube setzt HWA keine eigenen Fahrzeugteile ein. Stattdessen vertraut der Rennstall um Teamboss Ulrich Fritz auf die Expertise von Technik-Partner Venturi und setzt auf die gleiche "Hardware" wie der monegassische Hersteller. Beim Saisonstart in Diriyya (15. Dezember) treten beide Teams folglich mit baugleichen Fahrzeugen an und unterscheiden sich lediglich in ihrer Software und dem Setup.

Neuer Name: HWA RACELAB

Als Teamchef von HWA RACELAB trägt Ulrich Fritz die Gesamtverantwortung für das neue Formel-E-Engagement. Dem Vorstand der HWA AG und langjährigen DTM-Teamchef zur Seite stehen wird Franco Chiocchetti als Head of Formula E Operations. Der Südafrikaner verstärkt seit März 2018 die HWA AG und besitzt langjährige Erfahrung in der Formel E als technischer Einsatzleiter und Renningenieur. Komplettiert wird der Führungskreis von HWA RACELAB durch den Director Track Operations Martin Marx, der in dieser Funktion schon entscheidend zu den zahlreichen Erfolgen von HWA in der DTM beitragen konnte.

"Der Teamname HWA RACELAB bündelt die DNA der HWA AG", so Ulrich Fritz. "Seit der Gründung der Firma 1998 liegt unsere Kernkompetenz in der Entwicklung, der Forschung und im Einsatz von Fahrzeugen im Rennsport. Um erfolgreich an der Formel E teilzunehmen, wird es in erster Linie auf die Fokussierung und das Vertrauen auf diese Kompetenzen ankommen.

Zum Einsatzteam von HWA RACELAB in der Formel E gehören darüber hinaus zahlreiche Spezialisten für Rennsport-Engineering und die entsprechenden Support- und Serviceleistungen. Dreh- und Angelpunkt von HWA RACELAB ist eine neue Zentrale in Affalterbach: Auf dem Gelände der HWA AG operiert das Team von einer neuen 630 Quadratmeter großen Werkshalle aus, die ausschließlich für die Formel-E-Einsätze konzipiert wurde. Neben dem Aufbau der Rennfahrzeuge erfolgt am Standort auch die Fertigung von Komponenten sowie das Testing und die Rennvorbereitung per Simulator.

Als Fahrzeug von HWA RACELAB in der Formel E kommt das neue Gen2-Auto "VFE-05" des Herstellers und Partners Venturi Automobiles zum Einsatz. Das futuristische Design des Fahrzeugs mit schwarzer Carbon-Optik und Akzenten in der Farbe Technical Blue ist dem neuen Erscheinungsbild von HWA RACELAB entlehnt.

Gary Paffett sagt: "Ich bin wirklich sehr gespannt darauf, mit HWA in die fünfte Saison der Formel E zu starten. Im Grunde ist es das erste Mal seit 15 Jahren, dass ich wieder eine Serie und damit auch das Fahrzeug wechsle. Das wird eine große Herausforderung – für mich aber auch für das Team. Die meisten sind – so wie ich – Umsteiger aus der DTM. Von daher gibt es für uns viel zu lernen. Der Start wird sicher nicht einfach, aber wir sind bereit und alle freuen sich darauf."

"Die Formel E ist eine sehr vielversprechende Serie mit guten Perspektiven. Es ist toll, ein Teil davon zu sein", so Paffett weiter. "Ich habe Anfang des Jahres das Rennen in Marrakesch gesehen und war begeistert von der Atmosphäre. Ganz anders als die DTM und alles, was ich sonst gesehen habe. Auf dieses neue Format müssen wir uns einstellen und unsere Herangehensweise an so ein Rennwochenende entsprechend anpassen. Das Niveau der Fahrer und Teams ist auf jeden Fall sehr hoch."

Ulrich Fritz sagt: "Wir freuen uns auf die neuen Herausforderungen, die mit der Formel E verbunden sind. In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir sehr hart gearbeitet, um ein gutes Fundament für den Einstieg in diese hart umkämpfte Serie zu legen. Dabei haben wir sehr von der Erfahrung in der Zusammenarbeit mit dem Venturi-Team profitiert, die wir in der vergangenen Saison als Technischer Partner unterstützt haben. Nun sind wir mit unserem eigenen Team gut aufgestellt, um unter eigener Flagge anzugreifen. Wir gehen diese Aufgabe mit einer gesunden Mischung aus Selbstbewusstsein und Respekt an. Die vor uns liegende Saison wird ein Lernjahr für HWA RACELAB, aber ich bin überzeugt, dass wir uns sehr schnell in der Serie etablieren und wettbewerbsfähig sein können."

Franco Chiocchetti sagt: "Seitdem ich für HWA das Projekt übernommen habe, konnten wir schon viele wichtige Weichen stellen. Ich kenne das besondere Anforderungsprofil der Formel E sehr gut. Es unterscheidet sich stark von traditionellen Rennserien. Dies gilt sowohl für die Events selber, die nicht auf permanenten Rennstrecken stattfinden, sondern auf den Straßen von großen Städten, als auch für die ganze technische Seite. Die Ingenieure und Mechaniker müssen im Umgang mit der innovativen Elektro-Technik vollkommen neue Dinge beachten. Auch für die Fahrer ist die Aufgabe im Cockpit sehr komplex. Es ist unheimlich wertvoll, dass wir mit Gary einen so erfahrenen Mann am Steuer haben. Sein Feedback ist ein wichtiger Gradmesser, um die Rennfahrzeuge optimal weiterzuentwickeln."

Martin Marx sagt: "Ich freue mich, dass die Saison 2018/19 nun immer näher rückt. Vor dem Start in Riad stehen noch einige wichtige Punkte auf unserem Programm: Nächste Woche finden in Valencia die offiziellen Testfahrten aller Teams statt. Das wird die Feuertaufe für unsere beiden Rennfahrzeuge. Eine erste wirkliche Standortbestimmung werden wir aber erst beim Saisonauftakt erleben. Die Vorbereitungen dafür laufen auf jeden Fall auf Hochtouren."

Berichterstattung vor Ort durch Tobias Wirtz.

von Timo Pape 

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Kommentar von EffEll |

Vielleicht bekommt ja sogar Wehrlein das Cockpit, falls er kein anderes Betätigungsfeld findet.
Zwar wurden die Verbindungen zu Mercedes vor kurzem gekappt, aber vielleicht zieht man ihn dennoch in Erwägung, falls er trotz dessen kein anderes Cockpit in anderen (attraktiven) Serien findet.
Ist schon komisch, dass man mit der Vorstellung/Benennung des zweiten Fahrers wartet.

Kommentar von Alex Meyer |

Der Designer von HWA war wohl ein Jaguar Fanboy...
Ich finde die Lackierung sehr enttäuschend. Und die Schriftzüge in glänzendem schwarz wird man denke ich auf der strecke niemals erkennen können. Naja wenigstens haben sie die nicht weiß gemacht, dann sähe es noch mehr wie ein Jaguar aus.

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