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Jaguar in Santiago: "Hauptziel" dank Mitch Evans erreicht, Calado will aufs Podium

Mit einem überragenden Qualifying und einer starken Rennpace meldeten sich Mitch Evans und Jaguar in Santiago nach einem schwachen Saisonauftakt zurück. Sein Teamkollege James Calado holte nach einer erneut starken Aufholjagd im Rennen weitere wichtige Punkte für das Team.

Mit nur acht mageren Zählern im Gepäck war Jaguar Racing vom "Double-Header" in Diriyya nach Santiago gereist. In Chile zeigte sich die britische "Raubkatze" jedoch von einer ganz anderen Seite. Mitch Evans setzte in der Gruppenphase des Qualifyings die schnellste Rundenzeit und bestätigte die Performance seines Boliden mit der Bestzeit in der Super-Pole - bereits vier Punkte für den "Kiwi" vor dem eigentlichen Rennen. Nebenbei stellte er so einen neuen Rekord in der Formel E auf.

Nach einem guten Start führte Evans das Feld zunächst an. Ein Problem beim Empfang der Informationen über seinen Batteriestand sorgte jedoch dafür, dass er in der Anfangsphase des Rennens zu viel Energie verbrauchte. In der Folge musste der Neuseeländer sein Fahrzeug deutlich mehr rollen lassen, um Energie zu sparen.

So war er gegen Max Günther, der gegen Rennhalbzeit mit dem Attack-Mode am Jaguar vorbeiging, ebenso machtlos wie später gegen Antonio Felix da Costa im DS. Als Evans gegen Rennende zusätzlich Probleme mit der Batterietemperatur bekam, ging auch Mercedes-Pilot Nyck de Vries in der letzten Runde noch an ihm vorbei. Dank einer Zeitstrafe gegen den Niederländer erzielte Evans dennoch seinen ersten Podestplatz in dieser Saison.

"Nach Platz 1 im Qualifying und meiner zweiten Super-Pole-Teilnahme in dieser Saison fühlte ich mich ziemlich gut, aber leider konnten wir das im Rennen nicht umsetzen", so Evans nach dem Rennen. "Wir standen vor einigen Herausforderungen, die sich auf unser Energiemanagement auswirkten, und das machte es schwierig, in einen Rhythmus zu kommen."

"Das Hauptziel waren jedoch Punkte und Podestplätze, und das haben wir an diesem Wochenende erreicht, sodass wir glücklich aus Santiago abreisen können. In den nächsten Wochen werden wir aus dem heutigen Tag lernen, um sicherzustellen, dass wir beim nächsten Mal die Pole-Position in die oberste Stufe des Podiums verwandeln", so der Neuseeländer weiter.

Calado: Erstes Podium "nur eine Frage der Zeit"

Im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten fuhr James Calado zum ersten Mal auf der Strecke im Parque O'Higgins von Santiago. Der Brite erzielte Platz 8 und sicherte dem Team damit beim zweiten Rennen in Folge Punkte. Nach einem schwachen Qualifying, das ihm Startplatz 18 einbrachte, verbesserte sich Calado im Rennen um zehn Positionen (!) und holte vier weitere Zähler.

"Ich hatte ein anspruchsvolles Qualifying, aber von meinem Cockpit aus war das Rennen hervorragend - der Jaguar I-Type 4 war heute großartig", ist der Brite voll des Lobes für sein Gefährt. "Wir haben viele Plätze gewonnen - insgesamt zehn. Platz 8 von Rang 18 aus zu erreichen, ist ein solides Ergebnis. Zudem war der E-Prix eine weitere wertvolle Gelegenheit, auf der Rennstrecke zu lernen. Nächstes Mal werden wir versuchen, unsere Leistung im Qualifying zu verbessern. Es war zweifellos ein positives Wochenende für mich, und ich freue mich auf das nächste. Ich werde bald auf dem Podium stehen, es ist nur eine Frage der Zeit."

"Die Rückkehr auf das Podium bereits im dritten Rennen der Saison 2019/20 ist ein großartiges Gefühl für das Team und beweist das Tempo unseres Jaguars", so Jaguar-Teamchef James Barclay. "Es gibt zweifellos Dinge, die wir aus diesem Rennen lernen werden: Wir hatten schon früh mit Systemproblemen zu kämpfen, die unsere Rennstrategie gefährdeten und dazu führten, dass wir dieses Mal nicht um den Sieg kämpfen konnten. Ich bin stolz auf dieses Podium und sehr beeindruckt von unserer Qualifikationsleistung sowie unserer Pace."

Barclay weiter: "An diesem Wochenende beide Fahrer in die Punkte zu bringen und auf das Podium zu fahren, war unser Ziel, und trotz der Probleme auf der Strecke haben wir das erreicht. Mitch hat das Qualifying dominiert und in einem schwierigen Rennen einen kühlen Kopf behalten. James zeigte erneut eine großartige Rennpace, um heute in seinem erst dritten Formel-E-Rennen durch das Feld zu kommen. Es gibt viel zu lernen, aber auch Positives, das wir vor der nächsten Herausforderung in Mexiko-Stadt im nächsten Monat (15. Februar) mitnehmen können."

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Tobias Wirtz  

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