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Jean Todt sauer über Termin-Überschneidungen mit WEC, Änderungen noch möglich

Am Freitag stellte die Formel E ihren provisorischen Rennkalender für die kommende Saison 2019/20 vor. Viel Freude kam dabei allgemein nicht auf. Der Schweizer E-Prix musste nach unseren Informationen sehr kurzfristig gestrichen werden, zudem finden sich abermals zwei vakante Terminslots im Kalender wieder. Frust kam bei einigen Fahrern jedoch noch aus einem anderen Grund auf: Der Kalender beinhaltet gleich drei Termin-Überschneidungen mit dem Rennkalender der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC - einige Piloten fahren in beiden Kategorien.

Die erste Terminkollision steht bereits im Dezember an. Während die Formel E noch nicht weiß, wo sie am 14. Dezember fahren wird - eine Rückkehr nach Marrakesch wäre eine Option -, startet die WEC in Bahrain. Auch beim E-Prix in China am 21. März 2020 kommt es zur Überschneidung. Wenn die Formel E möglicherweise zum zweiten Mal in Sanya gastiert, wird die WEC ihr Rennen in Sebring austragen. Und auch beim ersten Formel-E-Rennen in Südkorea am 3. Mai steht für die Langstrecken-WM mit den 6 Stunden von Spa-Franchorchamps ein Lauf auf dem Programm.

"Das bringt uns einfach in eine schreckliche Situation, und ich wünschte, sie würden dafür eine Lösung finden. Das ist sehr frustrierend", sagt Sam Bird gegenüber 'e-racing365'. Der Brite tritt für Virgin beziehungsweise Ferrari in beiden Rennserien parallel an und wird sich voraussichtlich für eine entscheiden müssen. "Zumindest einer meiner Chefs wird ganz und gar nicht happy sein mit dieser Situation, und das kann ich absolut nachvollziehen. Für uns Fahrer macht es das wirklich sehr schwierig."

Auch Andre Lotterer ist mit der Situation nicht gerade glücklich. Für den deutschen DS-Fahrer steht aber fest, wie er sich im Falle einer Überschneidung verhalten würde: "Wenn es zu viele Paralleltermine gibt, muss ich mich natürlich für die Formel E entscheiden, denn die ist momentan die größere Herausforderung. Das hat man ja dieses Jahr schon gesehen, als ich mich statt Sebring für eine Simulator-Session (vor dem Paris E-Prix) entschieden habe."

Todt geht mit eigenen Leuten ins Gericht & stellt Verschiebungen in Aussicht

Die Kollegen von 'e-racing365' konfrontierten am Wochenende bei den 24 Stunden von Le Mans den FIA-Präsidenten Jean Todt mit dem Thema. Der Franzose räumte ein, dass die Situation nicht ideal sei und machte keinen Hehl daraus, dass er auf die Verantwortlichen offensichtlich sauer ist. "Es gibt wahrscheinlich ein paar Missverständnisse und Schwierigkeiten mit den Kalendern. Wir haben 52 Wochenenden im Jahr und nur eine gewisse Anzahl an Rennen, deshalb ist es etwas unglücklich, dass wir bei einigen Daten Überschneidungen zwischen den verschiedenen Serien haben."

Im Jahr 2017 hatte die FIA extra eine Kommission ins Leben gerufen, die sich mit derartigen Terminüberschneidungen auseinandersetzen sollte. Wie sich herausstellte, tagte diese Kommission vor der Vorstellung des neuen Formel-E-Kalenders nicht. "Das einzige, was ich von den Leuten der Kalender-Kommission erwarte, ist, dass sie sich zusammensetzen und (an einer Lösung) arbeiten. Wenn sie sich dann nicht treffen, tut es mir leid…" Todt selbst habe vor der Veröffentlichung am Freitag keine Gelegenheit gehabt, den Kalender "sorgfältig" anzuschauen.

Möglicherweise könnte es noch terminliche Verschiebungen geben, um der einen oder anderen Terminkollision aus dem Weg zu gehen, erklärt Todt: "Es ist natürlich nicht einfach, denn jede Meisterschaft hat ihre eigenen Bedürfnisse und Herausforderungen zu stemmen. Aber wenn wir die Möglichkeit haben, noch etwas zu verbessern, dann werden wir es tun. Ich habe meinen Leuten bereits aufgetragen zu checken, ob Lösungen gefunden werden können."

"Probleme wird es immer geben", sagt Todt, "ich bin nur ein bisschen unglücklich darüber, dass diese Kommission nicht zusammengesessen hat und das Problem nicht früher gemeldet hat. Aber es ist nie zu spät, noch etwas zu versuchen. Natürlich gibt es das Interesse einiger Fahrer, in beiden Serien anzutreten." Womöglich könnten sich also noch Termine in der Saison 2019/20 verschieben. "Für die nächste Saison, ja, sofern wir können."

von Timo Pape 

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