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"Keine einfache Phase" - Doppel-Debakel für Audi beim Formel-E-Lauf in Chile

Die Formel E feierte am Samstag in Santiago de Chile zum Auftakt ihrer Lateinamerika-Tournee eine spektakuläre Premiere, die für das Team Audi Sport ABT Schaeffler jedoch mit einer doppelten Enttäuschung endete: Daniel Abt und Lucas di Grassi schieden beide vorzeitig aus. Di Grassi ist damit der einzige der aktuell 20 aktiven Formel-E-Fahrer, der in dieser Saison noch keinen einzigen Punkt holen konnte. Das Debakel für den amtierenden Meister nimmt kein Ende.

Nach dem zweiten Inverter-Tausch der Saison und der damit verbundenen Strafversetzung in der Startaufstellung kämpfte sich Titelverteidiger di Grassi in der ersten Rennhälfte vom 13. Startplatz bis auf Position sechs nach vorn. Unmittelbar nach dem Autotausch bei Halbzeit musste der Brasilianer seinen zweiten Audi e-tron FE04 jedoch mit Leistungsverlust an der Box abstellen. Der nächste Ausfall nach einem Zuverlässigkeitsproblem für Audi. Der öffentliche Druck auf die Ingolstädter steigt.

Daniel Abt, der von Startplatz neun ins Rennen gegangen war, wurde kurz nach dem Start von Nick Heidfeld am Hinterrad getroffen. Dabei wurde die Hinterradaufhängung seines Elektrorennwagens beschädigt. Abt musste nach nur sieben Runden in sein zweites Auto wechseln und gab dann vorzeitig auf, weil die Energie aufgrund des extrem frühen Boxenstopps nicht bis zum Rennende (weitere 30 Runden) gereicht hätte.

Weder Abt noch di Grassi kommen in einer Pressemitteilung zu Wort. Beide äußerten sich aber eigenständig über Twitter zum Santiago E-Prix. "Wir hatten ein starkes Rennen, bis uns abermals ein Zuverlässigkeitsproblem gestoppt hat. Das nächste Ziel heißt nun, wieder in Mexiko zu gewinnen", schreibt di Grassi.

"Keine einfache Phase für uns als Team, aber unsere Zeit wird kommen", twittert Teamkollege Abt. "Respekt an Nick (Heidfeld), dass er sich sofort nach dem Rennen bei mir entschuldigt hat. Trotzdem war es nicht das Wochenende, das wir uns erhofft hatten." Abt ist durch den Ausfall auf Rang zehn der Fahrermeisterschaft abgerutscht. Di Grassi belegt gar den 20. Platz. In der Teamwertung liegt Audi nach vier Rennen mit zwölf Zählern auf Position acht von zehn - punktgleich mit Dragon Racing.

"Ich bin schon lange im Motorsport: Manchmal läuft alles wie am Schnürchen, manchmal geht alles schief, was schiefgehen kann – Letzteres ist derzeit bei uns der Fall", sagt Teamchef Allan McNish. "Es ist extrem enttäuschend, zwei Ausfälle aus unterschiedlichen Gründen zu verbuchen. Aber wir wissen, dass das im Motorsport manchmal so ist. Daniel wurde in der ersten Runde unglücklich getroffen. Lucas fuhr ein starkes Rennen und hatte nach dem Boxenstopp plötzlich keine Leistung mehr. Den Grund dafür kennen wir noch nicht."

Audi hat nun einen Monat Zeit, um die Probleme aus der Welt zu schaffen. Der nächste E-Prix findet am 3. März in Mexiko-Stadt statt. Dort siegte Lucas di Grassi im vergangenen Jahr nach einer spektakulären Aufholjagd - vielleicht stellt sich der Autodromo Hermanos Rodriguez ja auch diesmal als gutes Pflaster dar, damit es für den Champion endlich wieder bergauf geht.

Foto: Dan Bathie / Spacesuit Media

von Erich Hirsch 

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