Maro-Engel-Venturi

"Keine Worte dafür" - Maro Engel nach Doppel-Kollision von Santiago frustriert

Venturi konnte beim ersten E-Prix der Formel E in Santiago keine entscheidenden Akzente setzen und reiste punktlos und entsprechend angesäuert aus Chile ab. Besonders Maro Engel traf es buchstäblich hart: Der Deutsche wurde in der ersten Rennrunde gleich in zwei Kollisionen verstrickt und musste somit früh aufgeben. Teamkollege Edo Mortara kam nach einem selbst verschuldeten Fehler im Qualifying am Ende nicht über Rang 13 hinaus.

Der Start in den Samstag verlief zufriedenstellend. Im 1. Freien Training lagen die beiden Venturi-Fahrer überwiegend in den Top 5. In den letzten Minuten touchierte Engel jedoch die Mauer und beschädigte den linken Frontflügel seines Wagens. Somit wurde der Deutsche auf Platz 18 durchgereicht. Sein Teamkollege Mortara erzielte die achtschnellste Zeit. Im 2. Freien Training, in dem sich das Team vorwiegend auf auf Qualifying vorbereitete, kamen Engel und Mortara auf die Positionen sieben respektive 18.

Im Qualifying kämpften die beiden Venturi-Piloten mit der besonders holprigen Strecke; Höhen und Tiefen wechselten sich für das monegassische Team ab. Mortara kam zwar in einen guten Rhythmus, aber ein Fehler ließ den Italo-Schweizer auf Platz 17 zurückfallen.

Teamkollege Engel machte es etwas besser, doch mehr als Platz elf sprang für den Wahl-Monegassen nicht heraus. Eine Top-10-Platzierung lag für Engel im Bereich des Möglichen, doch der Deutsche nahm auf einer Bodenwelle kurz den Fuß vom Strompedal und verlor dadurch wertvolle Zeit.

Bereits in der ersten Runde fanden sich beide Venturi-Piloten im Getümmel einiger Autos wieder, die verbissen um Positionen kämpften. An einigen Stellen der Strecke ging es sehr eng zu. Leidtragender war Engel, der zunächst in eine Kollision mit NIO-Pilot Oliver Turvey verwickelt wurde. Nur zwei Kurven später ging auch Felix Rosenqvist mit ihm auf Tuchfühlung und drängte ihn in die Streckenbegrenzung, woraufhin die Vorderradaufhängung des Venturi-Boliden irreparabel beschädigt wurde. Das frühe und bittere Aus für Engel.

"Das Team hat mir ein sehr gutes Auto zur Hand gegeben", erklärt Engel. "Ich hatte einen guten Start. Als ich mich auf der Außenseite von Oliver Turvey befand, schickte er mich in die Wand. Es gibt keine Worte dafür, wie ich mich fühlte. Mit einer beschädigten Aufhängung konnte ich mich nicht richtig gegen das Überholmanöver von Felix Rosenqvist verteidigen, der auch an der Begrenzungslinie fuhr. Ich landete erneut in der Mauer. Es ist enttäuschend, weil das Team etwas Besseres verdient hatte. Das Auto ist in der Lage, Punkte in jedem Rennen mitzunehmen."

Teamkollege Mortara konnte sich aus dem ganzen Schlamassel heraushalten und verbesserte sich um zwei Positionen. Als das Rennen nach einem Safety-Car-Einsatz erneut gestartet wurde, arbeitete sich Mortara bis auf Platz 13 vor. Mit der Batterietemperatur in der Hitze von Santiago (gut 30 Grad) ging der Venturi-Neueinsteiger sorgfältig um. Allerdings machten ihm Bremsprobleme und die Energierückgewinnung beim Bremsen zu schaffen. Schließlich überquerte Mortara die Ziellinie auf Platz 13.

Das schwierige Rennen für Venturi lieferte nichtsdestotrotz wertvolle Lektionen für die Ingenieure. Diese will das Team beim nächsten Formel-E-Rennen in Mexiko am 3. März nutzen und wieder Punkte einfahren.

von Erich Hirsch 

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