Formula-E-Car-with-Union-Jar-on-Top

Londoner Formel-E-Location gefährdet: ExCeL-Arena soll Corona-Krankenhaus werden

Das Londoner ExCeL-Zentrum könnte in den kommenden Wochen zu einem provisorischen Krankenhaus umgebaut werden. Das berichtet die britische Zeitung 'Guardian'. In der Kongresshalle, in der am 25. und 26. Juli der London E-Prix der Formel E ausgetragen werden soll, könnten demnach bis zu 4.000 Betten aufgestellt werden. Wackelt nun auch das Saisonfinale?

Durch die Maßnahme sollen britische Krankenhäuser bei der Aufnahme von Coronavirus-Patienten entlastet werden, sollte sich die Pandemie wie erwartet auch "auf der Insel" noch schneller ausbreiten. Ob die Umfunktionierung des Zentrums Auswirkungen auf die Austragung des Formel-E-Rennens hat, ist derzeit noch unklar. Es wird wohl davon abhängen, wie schnell und wie stark sich das Virus in London ausbreitet.

Dass die Briten die Krise bis Ende Juli vollständig überstanden haben werden, ist aktuell jedoch eher unwahrscheinlich. Zumal Großbritannien dem europäischen Festland zeitlich hinterherhängt und den Peak der Infektionszahlen wohl erst später erreichen wird als Deutschland und Co. - voraussichtlich in gut einem Monat, also Mitte April. Dann soll auch das Krankenlager stehen. Bislang ist allerdings noch nicht sicher, ob das Messegelände tatsächlich wie geplant für die Virus-Opfer genutzt wird.

Deja-vu: Flüchtlinge in Berlin-Tempelhof

Eine ähnliche Maßnahme sorgte bereits 2016 für eine Planänderung in der Formel E. Damals wurde auf dem Tempelhofer Flughafen in Berlin eine temporäre Unterkunft für Flüchtlinge aufgebaut. In jenem Jahr verlegte die Formel E ihr Rennen auf die Karl-Marx-Allee in Berlin-Mitte.

Eine weitere Variable in der Frage um die Zukunft des derzeitigen Formel-E-Saisonfinales ist ein von der nationalen Rennsport-Organisation 'Motorsport UK' erlassenes Veranstaltungsverbot. Bis zum 30. Juni 2020 dürfen demnach keine Rennen im Vereinigten Königreich stattfinden. Die Deadline liegt derzeit noch dreieinhalb Wochen vor dem London-Termin. Dennoch dürfte die Maßnahme für ein Aufhorchen bei den Formel-E-Verantwortlichen sorgen.

Durch die andauernde Coronavirus-Pandemie wurden bereits die Meisterschaftsläufe in Sanya, Rom, Paris, Seoul und Jakarta vorerst aus dem Formel-E-Kalender gestrichen. Nach aktuellem Stand könnte die Saison theoretisch ab Mitte Mai fortgesetzt werden. Planmäßig ist das nächste Rennen jedoch der Berlin E-Prix am 21. Juni.

Zusätzliche Berichterstattung durch Timo Pape

ExCel: Hier soll die Formel E 2020 in London fahren

von Tobias Bluhm  

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Porsche-Lanyard-Formula-E-Garage

Porsche in der Corona-Krise: "Werkstatt-Betrieb auf ein Minimum beschränkt"

Seit dem 13. März 2020 ist die Formel-E-Saison 2019/20 offiziell unterbrochen. Porsche hat nun zwei Schlüsselfiguren seines Elektro-Rennstalls ans Mikrofon gesetzt, um über die aktuelle Lage zu berichten. Im aktuellen Podcast ...
von Timo Pape
Formula-E-Car-with-Union-Jar-on-Top

Londoner Formel-E-Location gefährdet: ExCeL-Arena soll Corona-Krankenhaus werden

Das Londoner ExCeL-Zentrum könnte in den kommenden Wochen zu einem provisorischen Krankenhaus umgebaut werden. Das berichtet die britische Zeitung 'Guardian'. In der Kongresshalle, in der am 25. und 26. Juli der London ...
von Tobias Bluhm
Mercedes-Logo-Formula-E-Silver-Arrow-01-Spacesuit-Media-Peter-Minnig

Mercedes-F1-Team profitiert vom Technologietransfer aus der Formel E

Mercedes-Benz ist der weltweit einzige Hersteller, der aktuell mit einem eigenen Werksteam in den beiden führenden Monopostorennserien der FIA - der Formel 1 und der Formel E - engagiert ist. ...
von Tobias Wirtz
Marrakesh-Rookie-Test-2020-Nismo-Mardenborough

Stallregie & Taktik-Experimente sorgen für Frust in der Formel E

In den ersten Rennen der Formel-E-Saison 2019/20 sorgte bei einigen Teams insbesondere eine taktische Maßnahme für interne Kontroversen: die Teamorder. Wiederholt beschwerten sich Fahrer am Boxenfunk über ihre Teamkollegen, die ...
von Tobias Bluhm