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Mahindra-Teamchef Gill über Wehrlein-Abgang: "Situation hat mich enttäuscht"

Vor gut einem Monat verkündete Pascal Wehrlein überraschend seinen sofortigen Abgang von Mahindra Racing. Das Team nahm später Stellung zur Trennung und verpflichtete rund zwei Wochen später Alex Lynn für das Formel-E-Saisonfinale in Berlin. Nun äußert sich Teamchef Dilbagh Gill erstmals zu Wehrleins kommunikativem Alleingang.

"Ich möchte nicht über Vertragsangelegenheiten mit unseren Fahrern sprechen, aber ich kann durchaus sagen, dass mich die Situation enttäuscht hat, denn so wollten wir die Sache nicht beenden", verrät Gill bei den Kollegen von 'Formula E Zone'. Dennoch macht der Inder kein Drama aus der Causa Wehrlein: "Wir wünschen Pascal das Beste für seine zukünftigen Bestrebungen, und er wünscht uns ebenfalls das Beste."

Wehrlein hatte Anfang Juni via Instagram verkündet: "Von heute an werde ich nicht länger Teil von Mahindra Racing sein. Mein Ziel war es, die Saison noch zu beenden, aber die aktuelle Situation erlaubt das nicht. Ich kann über meine Zukunft noch nicht viel sagen, werde euch aber auf dem Laufenden halten."

Wie wir bereits berichteten, soll Wehrlein einen Vertrag für die kommende Saison 2021 bei Porsche unterschrieben haben. Eine Bestätigung des Deals steht allerdings noch aus. Porsche wird in Berlin aller Voraussicht nach weiterhin mit Neel Jani am Steuer antreten, der sein Cockpit wahrscheinlich für Saison 7 wird räumen müssen. Wehrlein würde erst dann übernehmen und wäre demnach nicht beim Sixpack von Berlin vor Ort.

Erneutes Fahrer-Dilemma für Mahindra

Mit Wehrlein hat Mahindra einen weiteren Formel-E-Fahrer mit großem Potenzial verloren. Ähnlich erging es den Indern 2018 mit Felix Rosenqvist, der das Team nach zwei erfolgreichen Jahren in Richtung IndyCar-Serie verließ. Einen Groll hegt Gill dennoch nicht: "Die Situation nervt mich nicht. Wir versuchen, die Piloten, die für uns fahren, so gut es geht zu entwickeln. Dazu haben wir sie in den vergangenen Jahren immer mit einem erfahrenen Piloten gepaart - so wie bei Felix (Rosenqvist) und Nick (Heidfeld) und bei Pascal (Wehrlein) und Jerome (d'Ambrosio). Diese Formel wollen wir auch weiterhin versuchen."

Dazu verpflichtete Mahindra zunächst einmal für die anstehenden sechs Rennen in Berlin den Jaguar-Ersatzfahrer Alex Lynn. Gill erwähnte bereits kürzlich, dass sein Team durchaus wieder nach einem jüngeren Fahrer gesucht habe. "Wir hatten (bei der Berlin-Entscheidung) auch die Zukunft im Blick, denn wir haben möglicherweise auch nach einem Fahrer geschaut, der das Potenzial hat, uns auch in die kommenden paar Jahre zu führen", so der Inder. Lynn ist derzeit 26 Jahre alt, Teamkollege d'Ambrosio 34 Jahre - die Mahindra-Philosophie hat Bestand.

"Ich denke, die Formel E ist für viele Fahrer ziemlich schwierig - besonders für die ganz jungen, denen noch die Erfahrung fehlt", führt Gill seine Erklärungen zu Ende: "Es gibt viele große Talente da draußen, und wir wollen das größte von ihnen für unser Team finden." Ob Mahindra mit Lynn auf die richtige Karte gesetzt hat, wird sich ab dem 5. August in Berlin-Tempelhof zeigen.

Foto: Lou Johnson / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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