Porsche-Formel-E-von-hinten-Marrakesch

Marrakesch: Porsche erklärt Lotterer-Abrutsch in Schlussphase, Jani erneut abgeschlagen

Nach drei Rennen ohne Top-10-Platzierung in Folge hat Porsche in Marrakesch erstmals seit dem Saisonauftakt wieder Punkte in einem Formel-E-Rennen erzielen können. Während Andre Lotterer zumindest im Qualifying erneut die Leistungsfähigkeit des Porsche 99X Electric unter Beweis stellen konnte, fiel Teamkollege Neel Jani im Vergleich ein weiteres Mal deutlich ab.

Der Klassenunterschied zwischen den beiden Piloten deutete sich dabei schon im Freien Training an: Während Lotterer mit den Positionen 12 und 13 beide Male Platzierungen im eng umkämpften Mittelfeld erreichte, stand bei Jani zweimal Platz 22 mit jeweils deutlichem Rückstand zu Buche. Dabei ließ er lediglich Ma Qing Hua zweimal hinter sich, dazu am Freitag Stoffel Vandoorne und am Samstagmorgen Jean-Eric Vergne, die jedoch beide keine 250-kW-Runde fahren konnten.

Lotterer: "Wir haben eine Menge gelernt"

Im Qualifying gab es erneut eine Sternstunde für Lotterer: Mit einer fehlerfreien Runde sicherte er sich den zweiten Platz in der Gruppenphase - nur 20 Tausendstelsekunden fehlten ihm zur Bestzeit von BMW-Pilot Maximilian Günther. Damit stand Lotterer bereits zum zweiten Mal nacheinander in der Super-Pole. Dort konnte er sich noch einmal um mehr als 0,3 Sekunden steigern. Seine Rundenzeit reichte dennoch "nur" für den dritten Startplatz hinter Antonio Felix da Costa im DS Techeetah und Günther.

In der ersten Runde des Rennens verlor Lotterer zunächst einen Platz an Nyck de Vries, profitierte kurz darauf aber von einer Durchfahrtsstrafe gegen den Niederländer. Der gebürtige Duisburger kämpfte in der Folge lange um einen Podiumsplatz, war im Kampf gegen seinen früheren Teamkollegen Vergne jedoch machtlos. Gegen Rennende ließ Lotterer Federn: Er belegte vier Runden vor dem Ende noch den vierten Platz, musste aber deutlich mehr Energie sparen als seine direkten Kontrahenten und fiel auf den achten Platz zurück.

"Die Punkte aus Marrakesch nehmen wir natürlich gerne mit", so Lotterer nach dem Rennen. "Vom dritten Startplatz wären wir natürlich gerne noch weiter vorn ins Ziel gekommen. Aber die zweite Hälfte des Rennens war nicht einfach. Trotzdem haben wir erneut eine Menge gelernt. Wir werden die richtigen Schlüsse aus den Erfahrungen ziehen, die wir heute sammeln konnten."

Jani erneut ohne Punkte: "Nicht wohl gefühlt"

Ganz anders war die Stimmung auf der anderen Seite der Porsche-Box: Trotz potenziell besserer Streckenbedingungen - Jani startete in Gruppe 4 des Qualifyings - reichte die Rundenzeit des Schweizers nur für Platz 21. Auf Lotterer verlor er dabei fast eine ganze Sekunde. Wegen eines technischen Verstoßes während der 250-kW-Runde wurde diese Rundenzeit nachträglich auch noch gestrichen, sodass Jani von Startplatz 23 ins Rennen gehen musste. Die aus der Batterie abgerufene Leistung hatte nicht dem Wert entsprochen, der vor Saisonbeginn bei dieser Strompedal-Position homologiert worden war.

Auch im Rennen war Jani stets im hinteren Teil des Feldes zu finden. Punkte waren für den Schweizer zu keinem Zeitpunkt in Reichweite. Am Rennende belegte er mit fast 45 Sekunden Rückstand auf den Rennsieger Platz 18, profitierte dabei aber auch vom Ausfalls von Alexander Sims kurz vor dem Ziel.

"In den vergangenen Rennen hatten wir eine gute Pace, konnten dann aber nicht die dazu passenden Ergebnisse einfahren", erklärt Jani nach dem Marrakesch E-Prix. "Hier war es für mich hingegen von Beginn an schwierig. Auf der Bremse habe ich mich den ganzen Tag über nicht wohlgefühlt. Das werden wir uns im Detail ansehen. Es liegen noch einige Rennen vor uns. Wir werden weiter intensiv arbeiten und uns kontinuierlich steigern."

"Im Qualifying war unser Auto wieder sehr stark", sagt Formel-E-Einsatzleiter Amiel Lindesay. "Auch die erste Hälfte des Rennens verlief gut. Gegen Rennende hatten wir jedoch weniger Energie eingespart als die Autos um uns herum. Deshalb verlor Andre in den letzten beiden Runden an Boden. Das schauen wir uns jetzt in der Analyse noch mal ganz genau an. Das Ziel lautet, die gute Leistung aus dem Qualifying künftig konstant in gute Rennergebnisse zu verwandeln."

Nach dem fünften Saisonlauf liegt Andre Lotterer mit 25 Punkten auf dem zwölften Platz der Fahrerwertung. Neel Jani belegt punktlos den 23. Platz. Das nächste Formel-E-Rennen findet am 4. April in Rom statt.

Foto: Porsche

von Tobias Wirtz  

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Daniel-Abt-Chile-Audi-Formula-E

Race-at-Home-Schwindel: Disqualifikation & deftige Geldstrafe für Daniel Abt

Audi-Pilot Daniel Abt wurde nach dem fünften Formel-E-Lauf der E-Sports-Serie "Race at Home Challenge" für ein bemerkenswertes Vergehen bestraft. Weil der Deutsche das virtuelle Rennen in Berlin-Tempelhof nicht selbst bestritt, sondern einen Simracer ...
von Tobias Bluhm
Race-at-home-challenge-Berlin-start-scene

Race at Home Challenge: Oliver Rowland gewinnt in Berlin

Nissan-Pilot Oliver Rowland hat den fünften Saisonlauf der "Race at Home Challenge" der Formel E gewonnen. In einem spannenden Rennen auf der virtuellen Strecke in Berlin-Tempelhof siegte er vor Mercedes-Pilot ...
von Tobias Wirtz
Berlin-Tempelhof-Lucas-di-Grassi-Audi-Sport-ABT-Schaeffler

Race at Home Challenge: Das Berlin-Rennen im Live-Stream

Saisonrennen Nummer 5 der Race at Home Challenge der Formel E steht an: Alle 24 Formel-E-Piloten sowie die "Challenger" werden dieses Mal auf der "brandneuen" Strecke auf dem ehemaligen Flughafen ...
von Tobias Wirtz
Berlin-Simulation-rFactor-2

Virtuelles Formel-E-Rennen in Berlin: Vorschau auf den 5. Lauf der Race at Home Challenge

Am Samstag findet das jährliche Formel-E-Rennen in Berlin statt - zumindest virtuell. Im Rahmen der "Race at Home Challenge" trägt die Elektroserie dieses Wochenende das fünfte Rennen ihrer eigenen E-Sports-Serie ...
von Tobias Bluhm