Formula-E-Tyre-Michelin

Mehr Grip, mehr Verschleiß: Neuer Formel-E-Reifen soll für Spannung sorgen

Bislang hatte jeder Pilot in der Formel E zwei Autos zur Verfügung. Die Belastung an einem Rennsamstag verteilte sich somit in etwa gleichen Teilen auf insgesamt acht Reifen. Mit dem Start der fünften Saison Mitte Dezember ist damit Schluss, denn künftig bestreiten die 22 Piloten den gesamten E-Prix mit nur einem Rennwagen - und mit nur einem Satz Reifen. Einheitslieferant Michelin, der auch im kommenden Jahr alle Teams mit Reifen ausstatten wird, musste somit einen neuen Pneu mit veränderten Anforderungen entwickeln.

Da die Reifen ab sofort gut doppelt so lange halten müssen wie bisher, könnte der Verschleiß erstmals ein Thema in der Formel E werden - oder sogar zu einem neuen strategischen Element avancieren. "Die Reifen werden mehr Grip liefern", sagt Jaguar-Teamchef James Barclay bei 'Motorsport-Total.com' und ergänzt: "Jedoch werden sie auch mehr verschleißen. Wir haben mehr Leistung und die Autos sind etwas schwerer."

"Die alten Reifen sind kaum verschlissen und waren sehr robust", erinnert sich Barclay an die harten Gummimischungen der vergangenen Jahre. Das soll sich nun ändern: "Sie sind dafür konzipiert, für Spannung zu sorgen." Audi-Teamchef Allan McNish pflichtet Barclay bei: "Der Charakter wird sich verändern, weil die Reifen nun ein ganzes Rennen überstehen müssen."

Verbesserte Haftungseigenschaften dürften dafür sorgen, dass die Formel-E-Autos in der kommenden Saison schneller durch die Kurven fahren können - unabhängig von der deutlich höheren Leistung im neuen Gen2-Auto (250 statt bislang 200 kW). "Das Qualifying wird mehr in den Fokus rücken", prophezeit McNish deshalb.

Für die Teams gilt es nun herauszufinden, ob und inwiefern sich der Abrieb auf die Performance auswirkt. Wie genau welches Auto mit den Reifen umgeht, wird sich frühestens bei den offiziellen Vorsaison-Testfahrten Mitte Oktober in Valencia zeigen. Da alle Teams mit identischer Aerodynamik unterwegs sind, dürften die Unterschiede jedoch minimal sein und eher vom Fahrstil der Piloten abhängen.

Möglicherweise könnte sich auch der Einsatz des neuen "Attack-Mode" auf den Reifenverschleiß auswirken und gegen Rennende beim einen oder anderen Fahrer für Schwierigkeiten sorgen. "Wir werden sehen, ob die Leistung des Autos nachlässt, sobald die Reifen älter werden", meint Barclay. Welche Rolle der neue Michelin-Reifen genau spielen wird, lässt sich frühestens nach dem Diriyya E-Prix am 15. Dezember abschätzen.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape 

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Kommentar von EffEll |

Ich finde diesen extremen Sparzwang bei den Reifen unnötig. Es müssen alle Sessions auf einem Satz absolviert werden. Zwei oder drei komplette Sätze sollte man dem Fahrer schon zugestehen.
Zwar gibt oder gab es mit Flatspots und anderweitigen Einschränkungen der Reifen bisher keine Probleme, aber gerade für das Rennen sollten alle Fahrer die gleichen Voraussetzungen haben.
Ein frischer Reifensatz zum Start würde sich mMn anbieten und die Kosten blieben trotzdem noch überschaubar

Kommentar von Helmut |

Wieder mal der komplett falsche Ansatz in Richtung Formel Fad. Was war bisher das beste an der F-E? Enge Rennen und in vielen Fällen war nicht der Polesitter auch Rennsieger. Bzw. konnten die Fahrer auch von hinteren Plätzen nach vorne fahren.
Wenn jetzt die Reifen mehr Grip bieten und schon bemerkt wird, dass dem Quali nun mehr Gewicht zufallen, lässt mich das nicht froh in die Zukunft blicken. Und Verschleiß ist meist bei allen Fahrern ähnlich und führt nur dazu noch mehr auf Schonung zu fahren. („Bestes“ Beispiel der jüngeren Zeit war die F1 Bummelpartie in Singapore )

Bitte macht nicht die gleichen Fehler wie in anderen Rennserien!

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