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Nachhaltigkeit: Formel E plant "neue Maßnahmen" zur Emissionsreduktion

Die Formel E will noch "grüner" werden. Denn obwohl die Rennen mit den elektrisch angetriebenen Fahrzeugen seit jeher lokal emissionsfrei sind, verursacht die Serie jährlich tausende Tonnen CO2. Schuld daran ist insbesondere der Transport der Fahrzeuge. Durch Selbstkontrolle, strengere Auflagen und Emissionsausgleiche will die Formel E den Kurs setzen, um eines Tages womöglich klimaneutral zu werden.

Die Formel E bemüht sich seit ihrer Gründung im Jahr 2014 um ihre eigene Klimabilanz. Das Fazit des zuletzt im Januar veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichts: Die Richtung stimmt, obwohl die Emissionen 2018 auf 32.000 Tonnen CO2-äquivalenter Treibhausgase anstieg. Um die eigene Bilanz zu verbessern, sind nun neue Maßnahmen zur Emissionsreduktion geplant.

"Rennen für Rennen und Saison für Saison evaluieren wir unseren ökologischen Fußabdruck", erklärt Julia Palle, verantwortlich für Nachhaltigkeit bei der Formel E, in einem Blogbeitrag von 'Julius Bär'. "Wir befolgen den Rahmen der UN-Klimawandel-Konvention UNFCCC. Das bedeutet, dass wir unseren Einfluss auf die Umwelt messen, reduzieren und ausgleichen wollen. Momentan sind wir in der Reduktionsphase. In Saison 6 sind neue Reduktionsmaßnahmen geplant."

Botschaft "hundertmal wichtiger als Emissionen"

Welche Maßnahmen zur Debatte stehen, konkretisiert Palle nicht. Einen besonders großen Einfluss auf die Emissionen der Formel E hat seit jeher der Transport der Fahrzeuge und die Logistik. "Natürlich hat der Transport von tonnenweise Material Folgen für die Umwelt", weiß die Französin. Sie beschwichtigt jedoch: "Das Potenzial unserer Plattform, auf der wir unsere Technologie, die Wahrnehmung von Elektroautos und vor allem die Verbesserung der Luftqualität in Städten präsentieren, ist hundertmal wichtiger als die wenigen Emissionen, die wir im Jahr verursachen. Sowieso ist unser Fußabdruck für einen 'globalen Zirkus' wie uns relativ begrenzt."

Als Entwicklungsplattform für Technologien verdoppelte die Formel E vor der abgeschlossenen Saison 2018/19 die Kapazität der Batterien. Mit der für Ende 2022 geplanten neuen Fahrzeuggeneration führt die Meisterschaft zudem Schnellade-Technologien ein, mit denen die Fahrzeuge bei einem Boxenstopp innerhalb von 30 Sekunden mehrere Kilowattstunden Energie aufladen können.

Vision von fahrerloser Zukunft

"Unsere Vision für die Zukunft der Mobilität besteht aus fünf Säulen: elektrisch, sauber, connected, geteilt und fahrerlos. Wir wollen, dass du ein fahrerloses Auto auf dem Telefon bestellst und es dich zum Supermarkt fährt. Während du einkaufst, kann es deinen Nachbarn mitnehmen und ihn zum Fitnessstudio fahren. Und wenn du fertig bist, nimmt es dich wieder mit nach Hause. All das wird optimiert und autonom sein", so Palle.

Die Formel E signalisierte schon früh ihre Unterstützung für die autonome Rennserie Roborace, bei der eines Tages KI-gesteuerte Fahrzeuge gemeinsame Rennen austragen sollen. Der Geschäftsführer von Roborace ist Audis Formel-E-Fahrer Lucas di Grassi. Wann das erste richtige Roborace-Rennen, ursprünglich als Rahmenserie der Formel E geplant, stattfinden soll, ist noch nicht bekannt.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Tobias Bluhm  

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