Nico-Rosberg-at-Formula-E-Race-in-Hong-Kong

Nico Rosberg: "Formel E hat den Nagel auf den Kopf getroffen"

Ein weiterer prominenter Rennfahrer zeigt sich begeistert von der Formel E: Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg stattete der Elektrorennserie beim Saisonauftakt in Hongkong einen Besuch ab. Der Wahl-Monegasse nahm am Freitagabend vor dem E-Prix an einem Hugo-Boss-Event teil, ließ sich an den Renntagen im Fahrerlager sehen und drehte einige Runden im Simulator.

Seit dem Gewinn des WM-Titels und dem folgenden Rücktritt aus der Formel 1 arbeitet Rosberg als Botschafter für Mercedes und Hugo Boss (seit dieser Saison Sponsor der Formel E) oder tritt als Gast bei diversen Veranstaltungen auf. In der kommenden Saison wird er gemeinsam mit Timo Glock die Nachfolge Niki Laudas als Formel-1-Experte bei RTL antreten.

Besonders beeindruckt den 32-Jährigen der Grundsatz der Formel E, ausschließlich auf Stadtkursen zu fahren: "Es ist perfekt, da man dadurch den Sport zu den Menschen bringen kann, und das macht es einzigartig. Außerdem sind Stadtkurse immer schwierig zu fahren, da sie staubig, eng  und holprig sind."

"Die Formel E hat den Nagel auf den Kopf getroffen", sagt Rosberg, nachdem er sich die Formel-E-Flitzer genau angesehen hat. "Die Begeisterung für Elektromobilität ist auf jeden Fall da. Das ist der Grund, warum die Serie eine große Zukunft vor sich hat." Er merkt außerdem an, dass es noch nie eine Rennserie gab, deren Technologie so gut auf künftige PKW übertragen werden kann. "Und es sind alle wichtigen Hersteller dabei, das ist großartig."

Kein Problem sieht Rosberg im Konkurrenzkampf mit der Formel 1. "Sie konkurrieren nicht", stellt er klar, "sie sind unterschiedlich."

Rosberg erwartet große Veränderungen in der Formel E, wenn das umstrittene Halo-System in Saison fünf eingeführt wird. Dadurch wird der Autowechsel wegfallen, trotzdem möchte die Formel E strategische Elemente erhalten. Dass es weiterhin einen Pflichtboxenstopp geben wird, ist unwahrscheinlich. Ob die Fahrer womöglich optional zusätzliche Leistung freischalten können, wenn sie sich entschließen, an die Box zu fahren, ist noch offen.

Viele haben nach dem überraschenden Rücktritt Rosbergs aus der Formel 1 gemunkelt, ob er nicht ein Cockpit in der Formel E anstrebe, besonders als der werksseitige Einstieg von Mercedes bestätigt wurde. Auch hier lässt Rosberg kaum Diskussionsspielraum, bisher habe er seinen Sitz im Rennwagen nicht vermisst: "Ich habe meinen Traum wahrgemacht und freue mich auf die neuen Schritte, die ich momentan gehe."

Aber eine andere Beschäftigung in der Formel E schließt der geborene Wiesbadener nicht aus: "Ich weiß einiges und habe die Formel E seit jeher verfolgt. Ich bin offen dafür, verschiedene Möglichkeiten zu erkunden, denn ich bin definitiv interessiert." Das lässt hoffen, dass wir Rosberg auch in Zukunft regelmäßig an den Rennstrecken der Formel E sehen werden.

Nico Rosberg besucht Formel E in Hongkong

von Svenja König 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Alex-Lynn-Virgin-Hongkong

Virgin-Teamchef Tai: "Dank freier Antriebswahl ab Saison 5 im Vorteil"

Ausgerechnet wenn die Formel E in diesem Jahr in ihre technologisch richtungsweisende fünfte Saison startet, verfällt der Herstellerstatus von Virgin Racing. Der freie Slot wird ab November/Dezember an den französischen ...
von Silvio Kott
Maro-Engel-Venturi

"Verstehe die Strafe absolut nicht" - Venturi schiebt nach Marrakesch Frust

Nichts wurde es mit einem erneuten Überraschungserfolg von Venturi beim Marrakesch E-Prix. Während Edoardo Mortara und Maro Engel beim Saisonauftakt in Hongkong die Fachwelt noch in Erstaunen versetzt hatten, gab ...
von Erich Hirsch
Daniel-Abt-Audi-Marrakesch

Performance-Analyse Marrakesch: Daniel Abt erneut die Nummer 1

Audi schaffte es beim dritten Formel-E-Rennen der Saison erneut nicht, der Favoritenrolle gerecht zu werden. Dafür war Sebastien Buemi nach mysteriösen Chassis-Problemen in Hongkong wieder zurück an der Spitze und ...
von Tobias Wirtz
Formula-E-Cars-London

Kein Fortschritt in London, doch Formel E könnte noch 2018 nach Großbritannien zurückkehren

Obwohl die Formel E vergangene Woche bei einem Event in London der Öffentlichkeit den neuen Titelsponsor ABB präsentierte, ist eine baldige Rückkehr der britischen Hauptstadt in den Rennkalender unwahrscheinlich. Langfristig ...
von Tobias Wirtz