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Offiziell: Vandoorne & de Vries auch in Saison 7 bei Mercedes, neuer "Silberpfeil" enthüllt

Das deutsche Formel-E-Team Mercedes-Benz EQ hat am Donnerstagnachmittag sein neues Fahrzeug sowie seine Fahrerpaarung für die kommende Saison 2021 vorgestellt. Wie erwartet bestätigten die Schwaben sowohl Stoffel Vandoorne als auch Nyck de Vries als Stammfahrer. Ersatzpilot bleibt nach Informationen von 'e-Formel.de' Gary Paffett.

Vandoorne beendete die vergangene Saison in Berlin mit seinem ersten Formel-E-Sieg und erreichte damit sogar die Vizemeisterschaft. Vor Saison 7 zählt er ohne Zweifel zum erweiterten Favoritenkreis auf den Titel. "Ja, ich bin Zweiter in der Fahrerwertung geworden, aber das hätten auch zehn andere Fahrer schaffen können. Der Abstand zu Platz 1 war noch recht groß. Deshalb sollte es unser erstes Ziel sein, den Abstand zum Spitzenreiter zu verringern, egal auf welcher Position wir die Saison beenden", erklärt der Belgier.

"Das Wichtigste ist, dass wir den Schwung vom Finale in Berlin in die neue Saison mitnehmen", so Vandoorne weiter. "Die Plätze 2 und 3 in der Fahrer- respektive Teamwertung erhöhen den Druck auf das gesamte Team, um diese Ergebnisse weiter zu verbessern. Unser Ziel ist ganz klar, regelmäßiger um Siege zu kämpfen. Zusammen mit Nyck haben wir ein sehr starkes Team."

De Vries: "Muss noch viel lernen, aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg"

Teamkollege de Vries, der bei den e-Formel.de Season Awards den Titel "Rookie des Jahres" gewann, steht vor seiner zweiten Saison als Formel-E-Pilot für Mercedes. Zum Saisonabschluss in Berlin holte er mit Rang 2 ebenfalls sein bis dato bestes Ergebnis in der Elektro-Rennserie. Gerade in Sachen Konstanz konnte der junge Niederländer in der zweiten Hälfte von Saison 6 noch eine Schippe drauf legen - die Pace war sogar von Anfang an da.

"Ich bin zufrieden damit, wie schnell wir uns angepasst haben - als Team, aber auch ich persönlich. Natürlich muss ich noch viel lernen, aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg", sagt de Vries und hat bereits einen Bereich mit Verbesserungspotenzial ausgemacht: "Das Qualifying ist sehr wichtig, und ich würde mich gerne in der Super-Pole ein bisschen steigern. Wenn wir dann in den Rennen etwas weiter vorne starten, haben wir gute Chancen und ein starkes Paket, um ein gutes Ergebnis einzufahren."

Am meisten fiebert der 25-Jährige dem noch Unbekannten in seinem zweiten Formel-E-Jahr entgegen: "Ich freue mich vor allem darauf, wieder auf typischen Formel-E-Strecken zu fahren. Hoffentlich sind auch der Rennkalender und das Umfeld wieder ein bisschen normaler als zum Ende der vergangenen Saison. Tatsächlich bin ich erst auf einem Drittel der Strecken gefahren, die normalerweise im Kalender gestanden hätten, und ich bin neugierig darauf, die anderen Strecken und Austragungsorte zu entdecken, welche die Formel E noch zu bieten hat."

Konstanz bei den Fahrern, neuer Technischer Direktor

Konstanz beim Fahrer-Line-up spielt für Mercedes-Teamchef Ian James eine wichtige Rolle: "Ich bin mit unseren Fahrern sehr zufrieden. Nyck und Stoffel haben gezeigt, dass sie die richtigen Fähigkeiten für die Formel E besitzen. Sie sind nicht nur unglaublich schnell, sondern haben auch die notwendige Intelligenz, um den Umgang mit dem Energie-Management und die einzigartigen Rennen in der Formel E mental zu meistern. Im Laufe der Saison 6 haben beide Fahrer viel gelernt. Diese Erfahrung können sie nun in der kommenden Saison einbringen", so der Brite.

Während in den Cockpits alles beim Alten bleibt, hat sich Mercedes im Bereich der Entwicklung nach Verstärkung umgesehen. "Wir haben uns nach der ersten Saison damit auseinandergesetzt, wie wir uns als Team weiterentwickeln und Aufgaben neu verteilen können. So haben wir uns mit Nick Chester als Technischem Direktor beispielsweise personell noch einmal verstärkt", bestätigt James.

Die Stoßrichtung ist nach Gesamtrang 3 im Debütjahr für das Mercedes-Werksteam klar: "Wir sind mit Leib und Seele Racer, die um Podestplätze oder vielleicht sogar die Weltmeisterschaft kämpfen möchten", sagt James. "Wir haben mit unseren Ergebnissen in der Saison 6 die Messlatte auf ein gewisses Niveau gehoben. Jetzt ist es für uns wichtig, dieses Niveau nicht nur zu halten, sondern es in die richtige Richtung zu verschieben. Warten wir ab, was Saison 7 für uns bereithält."

Markante blaue Streifen zieren neuen "Silberpfeil"

Im Zuge der Fahrerpräsentation stellte Mercedes auch sein neues Formel-E-Auto vor, den "Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 02". Dabei verabschiedeten sich die Stuttgarter wieder vom schwarzen Gewand, das das Team im Rahmen der "Black Lives Matter"-Protestbewegung für den "Sixpack von Berlin" angelegt hatte.

Auf den ersten Blick wirkt der neue "Silberpfeil" fast wie der alte: Die Oberfläche des Elektrorennwagens ist größtenteils silbern lackiert, die Flanken hingegen deutlich dunkler bis hin ins Schwarze. Auch an den Hauptsponsoren hat sich nichts geändert. Jedoch sind Modis und DJI ab sofort als neue Partner mit von der Partie.

Die markantesten Änderungen befinden sich auf der Oberfläche des Fahrzeugs wieder: So zieht sich auf jeder Fahrzeugseite ein breiter türkisfarbener Streifen von vorn nach hinten über das Auto. Außerdem hat Mercedes die Sterne auf der Heckstruktur, die zu den Heckflügeln führt, deutlich vergrößert. Davon abgesehen setzt Mercedes auch in Sachen Lackierung auf Konstanz. Unter der Haube setzt das Team auf einen weiterentwickelten Antriebsstrang, den das Team in den kommenden Wochen homologieren wird. Schon beim Saisonstart in Chile wird Mercedes also mit einem neuen Antrieb antreten.

Bei den kollektiven Vorsaison-Testfahrten in Valencia vom 28. November bis 1. Dezember wird sich der "Silver Arrow 02" erstmals mit der Konkurrenz messen können. Wie gut das neue Auto wirklich ist, vermag Teamchef James noch nicht zu sagen: "Beim Saisonstart weiß niemand genau, wie das Kräfteverhältnis zwischen den Teams aussehen wird. Aber das macht auch unheimlich viel Spaß. Das ist die Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Aus diesem Grund engagieren wir uns alle in diesem Sport."

Fotos: Daimler AG

von Timo Pape  

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