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16.07 - 20.20 Uhr
Robin-Frijns-Hongkong-Formula-E

Paris: Robin Frijns gewinnt chaotischstes Rennen der Formel-E-Geschichte

Robin Frijns hat ein vollkommen verrücktes Formel-E-Rennen in Paris gewonnen. Nach starkem Regen, zahlreichen Unfällen und Unterbrechungen setzte sich der Virgin-Pilot gegen Andre Lotterer durch. Daniel Abt wurde Dritter vor Audi-Kollege Lucas di Grassi. Maximilian Günther holte als Fünfter ebenfalls viele Punkte für Dragon.

Schon kurz vor dem Start gab es einiges zu erzählen: Nach der kurzfristigen Disqualifikation der beiden Mahindra-Fahrer entschied die Rennleitung, hinter dem Safety-Car zu starten. Angeblich, weil die linke Fahrspur wohl noch ein bisschen feucht war - eine schwer nachvollziehbare Entscheidung. So wurde das Rennen nach einer Runde im Schneckentempo schließlich freigegeben. Positionswechsel gab es wie erwartet nicht.

Nach weniger als zwei Minuten versagten dem Führenden die Nerven: Oliver Rowland verbremste sich Kurve 3 und rutschte geradewegs mit seinem Nissan in die TecPro-Barriere - alle Sieghoffnungen bereits dahin! Teamkollege Sebastien Buemi übernahm die Führung. Robin Frijns, der Buemi nicht entwischen ließ, verpasste beim ersten Versuch die Attack-Zone, schaltete aber eine Runde später ebenfalls hoch und griff Buemi an.

Buemi holte sich ebenfalls seinen ersten Attack-Mode und konnte die Führung geradeso gegen Frijns verteidigen. Allerdings fuhr der Niederländer Buemi dabei ins Heck und musste in der Folge hoffen, dass sein leicht beschädigter Frontflügel nicht abflog. In Runde 11 war es dann soweit: Frijns ging an Buemi vorbei und übernahm Platz 1. Wenig später musste der Schweizer allerdings mit einem Platten am rechten Hinterrad an die Box - schwarzer Tag für Nissan! Zumal Buemi auch noch zu schnell in der Boxengasse war und eine Durchfahrtsstrafe erhielt.

Der Himmel öffnet seine Schleusen

Andre Lotterer hatte sich inzwischen auf Platz 2 vorgekämpft und jagte fortan Frijns. Daniel Abt arbeitete sich ebenfalls gut nach vorn und lag schon bald vor Felipe Massa an dritter Stelle. Als wäre das Rennen in der ersten Viertelstunde noch nicht chaotisch genug gewesen, setzte auch noch Regen und später sogar Hagel ein - das erste echte Regenrennen in der Geschichte der Formel E! Die Rennleitung entschied in Runde 16 auf Full-Course-Yellow, um das Risiko eines Unfalls zu minimieren.

24 Minuten vor dem Ende ging es im Renntempo weiter. Mitch Evans musste mit einem Schaden an die Box kommen, während Tom Dillmann (NIO) mit dem rechten Vorderrad an der Mauer der Kurven-Innenseite anschlug - das Rennende für den Franzosen nach einem bis dahin überzeugenden Heimspiel. Der FANBOOST ging derweil an Abt, Felix da Costa, Vandoorne, Massa und Buemi.

Dann die nächsten Unfälle: Zunächst kollidierte Sam Bird mit Jerome d'Ambrosio in Kurve 3. Dann - nur wenige Sekunden später - crashten direkt dahinter Rowland und Alex Sims, dessen BMW seitlich in der TecPro-Barriere landete. Der nächste Massencrash, die nächste Full-Course-Yellow-Phase. Stoffel Vandoorne, der ebenfalls in den Unfall verwickelt war, musste an die Box kommen und aufgeben.

Jaguar wird untergraben

Als es wieder weiterging, war es Massa, der sich nach einem Kontakt mit Oliver Turvey in die Auslaufzone drehte und Plätze verlor. Dann verbremste sich Teamkollege Edo Mortara beim Überholversuch gegen Günther und rutschte ebenfalls in die Mauer - finstere Miene bei Venturi-Teamchefin Susie Wolff. Wenig später sorgte Mortara für den nächsten großen Unfall: Vor Kurve 13 drehte er Alex Lynn, dessen Jaguar daraufhin in der TecPro-Barriere einschlug. Mortara kam ebenfalls nicht mehr rechtzeitig zum Stehen und rutschte mit der Nase unter das Lynn-Auto. Zunächst rief die Rennleitung zum dritten Mal Full-Course-Yellow aus, dann kam das Safety-Car auf die Strecke.

Zwei Minuten vor dem Ende ging es noch einmal im Renntempo weiter, doch schon nach wenigen Sekunden war es diesmal Jerome d'Ambrosio, der in die Mauer rutschte. Jose Maria Lopez konnte nicht mehr ausweichen und fuhr ihm ins Heck. Es folgte die vierte Full-Course-Yellow-Phase. Da an der Spitze bis dahin nichts passiert war, blieb es bis zur karierten Flagge wie gehabt, auch wenn in der letzten Runde noch einmal kurz auf "Grün" geschaltet wurde: Robin Frijns brachte seinen ersten Formel-E-Sieg nach Hause - der achte Sieger im achten Rennen der Saison 2018/19! Mit Lotterer und Abt komplettierten zwei Deutsche das Podium.

In der Meisterschaft hat Frijns durch seinen Sieg die Gesamtführung übernommen. Er liegt allerdings gerade mal einen Punkt vor dem Deutschen Lotterer. Felix da Costa folgt nach acht von 13 Saisonläufen auf Rang 3, punktgleich mit Audi-Fahrer di Grassi. Abt machte einen Satz auf Platz 8. Bei den Teams baute DS Techeetah seine Gesamtführung aus und liegt nun sieben Zähler vor Virgin. An dritter Stelle folgt Audi. Das nächste Formel-E-Rennen startet in zwei Wochen in Monaco.

>>> zum Rennergebnis von Paris
>>> zur Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

von Timo Pape 

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Kommentar von Simon |

Das war ja mal wieder ein absolut chaotisches Rennen. Ich mein in der Formel E gab es schon viele kuriose Rennen. Zum Beispiel Bueno aires in der ersten Saison oder auch Rom dieses Jahr, aber das war schon echt verdammt chaotisch.

Kommentar von Simon |

Schade das es einen Safety car Start. So ein Start ist echt langweilig. Aber der Rest vom Rennen war Spitzenklasse. So wie jedes Formel E Rennen. Schade das man beim ORF 1 immer wieder mal Formel 1 gezeigt hat, wer will heute noch Formel 1 schauen. ;)
Livestream vom ZDF ist wirklich toll, die haben einen guten Kommentator.

Kommentar von EffEll |

@Simon: Ja, wenn man den Paris e-Prix mit dem Baku Grand Prix vergleicht, war das Formel E-Rennen eine ganz andere Hausnummer. Selbst die Formel 2 Rennen boten mehr Action und Spannung. Dabei hatte ich mir im Voraus viel von Baku versprochen. Mittlerweile freue ich mich auch auf einen Formel E Samstag mehr, als auf ein F1 Wochenende und das sage ich als F1 Fan seit Kindertagen. Mehr als 30 Jahre verfolge ich nun schon die F1. Aber was aus der FE innerhalb 5 Saisons geworden ist, ist äußerst beeindruckend.

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