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Pascal Wehrlein: "Möchte in den nächsten Jahren Formel-E-Champion werden"

Pascal Wehrlein gilt als einer der hochkarätigsten Fahrer im Formel-E-Fahrerfeld. In anderthalb Jahren konnte er mit dem indischen Team Mahindra zwar mehrere Podestplatzierungen einfahren, aber keinen Rennsieg auf seinem Konto verbuchen. In diesem Sommer wechselte der 26-Jährige dann zu Porsche. Seine Ziele für die erste Weltmeisterschaftssaison mit den Stuttgartern hat er sich hoch gesteckt.

"Mahindra war ein Team, mit dem man Highlights setzen konnte, aber um ganz vorne mitzufahren, hat es nicht gereicht", berichtet Wehrlein im Sport-1-Podcast 'Sag mal!'. "Für mich ist die Erwartung, dass ich Rennen gewinnen und kann und um die Meisterschaft kämpfen kann. Das sind die gleichen Erwartungen, die auch Porsche hat."

In Juni bestätigte Wehrlein eigenmächtig via Instagram, dass er Mahindra Racing mit sofortiger Wirkung verlassen werde. Ein Wechsel zu Porsche war schon Wochen zuvor im Gespräch gewesen.

"Als die Gespräche intensiver wurden, wurde mir klar, dass ich das Team wechseln möchte und dass ich in den nächsten Jahren Formel-E-Champion werden möchte", erklärt Wehrlein. Auch sein neuer Arbeitgeber hat die Erwartungen nach der ersten Saison in der Elektroserie hochgeschraubt und will um die Meisterschaft mitkämpfen. Bei den kollektiven Testfahrten in Valencia belegte Wehrlein den sechsten Platz.

Wehrlein: "Faktor Fahrer viel größer" als in der Formel 1

Nach seinen zwei Saisons in der Formel 1, in denen er mit einem unterlegenen Auto einige Male in die Punkte fahren konnte, hat der Deutsche an der Formel E vor allem die Chancengleichheit zu schätzen gelernt: "Die Formel E ist für mich erstmal eine hochprofessionelle Serie und hat durch den Elektroantrieb etwas ganz Spezielles. Besonders wichtig waren für mich Spaß, Chancengleichheit und natürlich etwas Kompetitives - und dafür ist die Formel E perfekt."

"In der Formel 1 macht den Großteil das Auto aus", so der gebürtige Sigmaringer weiter. "Die Abstände vom ersten bis zum letzten Team sind da circa drei bis dreieinhalb Sekunden." Die Fahrer lägen laut Wehrlein alle auf einem ähnlichen Niveau mit einem Abstand von circa einer halben Sekunde pro Runde. In der Formel E herrsche flächendeckend ein ähnliches Verhältnis.

"In der Formel E liegen zwischen dem ersten und dem letzten Auto auch circa eine halbe bis eine Sekunde. Das macht es sehr interessant, denn der Faktor Fahrer ist viel größer. Man kann an einem guten Wochenende das Rennen gewinnen, aber an einem schlechten Wochenende auf den letzten fünf Plätzen landen. Vor allem fährt man gegen das gesamte Feld, nicht nur gegen zwei andere Teams."

Motorsportwelt viel kleiner als man denkt

Der Motorsport wird oft als großer "Zirkus" bezeichnet. Wehrlein berichtet, dass dies auf die Fahrer gar nicht in dem Maße zutreffe. "Man bewegt sich eigentlich oft in derselben Altersgruppe. Viele kennt man schon aus den Nachwuchsserien und dem Kartsport, und dann zehn Jahre später fährt man immer noch gegen sie."

Er nennt ein Beispiel: "Daniel Abt war vor 15 Jahren schon mein Teamkollege. Er ist zwar zwei bis drei Jahre älter als ich, also immer eine Altersgruppe über mir gefahren, aber wir sind damals schon zusammen auf der Rennstrecke unterwegs gewesen."

Und auch im heutigen Formel-E-Fahrerfeld gibt es immer wieder alte Bekannte – wie zum Beispiel Robin Frijns und Antonio Felix da Costa aus der DTM. "Mit denen habe ich mich damals schon gut verstanden und auch mit meinem neuen Teamkollegen Andre (Lotterer) verstehe ich mich sehr gut", sagt Wehrlein. Außerdem erzählt Wehrlein, dass es mit Felix da Costa, Frijns, Lynn, Vandoorne und Abt eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe gebe, in der fast täglich geschrieben werde.

Beim Saisonauftakt Ende Februar in Diriyya werden die Fahrer aber wieder zu Konkurrenten, wenn es um den ersten Sieg auf dem Weg zum ersten Weltmeistertitel der Formel E geht.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Svenja König  

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