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Pascal Wehrlein ohne Formel-E-Punkte in Diriyya: "Schwieriger Start in die Saison"

Es war ein durchwachsener Formel-E-Saisonauftakt in Diriyya für das indische Team Mahindra. Jerome d'Ambrosio zeigte mit zwei Super-Pole-Platzierungen immerhin, dass die Geschwindigkeit auf eine Runde da war. Im Rennen fehlte jedoch einiges. Pascal Wehrlein erwischte sogar ein völlig gebrauchtes Wochenende.

Der Deutsche konnte bereits im 1. Freien Training am Freitag keine Zeit setzen. Während der Session ging er insgesamt dreimal auf die Strecke, konnte jedoch nie eine komplette Runde fahren, sondern blieb für mehrere Sekunden auf dem Kurs stehen und wurde danach in die Box zurückgerufen. Zur Qualifikation konnte das Team die Probleme beheben. Für eine Zeit unter den ersten Zehn reichte es für Wehrlein dennoch nicht. Er reihte sich nach der Gruppenphasen als Zwölfter ein. Nach einem unauffälligem Rennen beendete er den Saisonauftakt auf Position 11 knapp außerhalb der Punkte.

Am Samstagvormittag dann ein kurzes Aufblitzen des Deutschen: Im 3. Freien Training fuhr Wehrlein zwischenzeitlich auf Platz 2 und zeigte, was im Auto steckt. Er beendete das Training als Fünfter. Im Qualifying konnte er diese Leistung jedoch nicht bestätigen und ging von Position 13 ins Rennen.

Während des zweiten Rennens kollidierte Wehrlein in den Punkten liegend mit Sam Bird, der vorher schon mit Evans aneinandergeraten war. Er beschädigte sich den Frontflügel, fuhr aber zunächst weiter. Beim Restart nach der Safety-Car-Phase musste er schließlich doch in die Box und nahm das Rennen als 22. wieder auf. In den verbleibenden 19 Minuten kämpfte er sich auf Position 18 nach vorne und profitierte von einigen nach dem Rennen ausgesprochenen Strafen. Letztlich wurde er als 15. gewertet.

"Es war ein schwieriger Start in die Saison", erklärt Wehrlein. "Ich hatte nicht das Qualifying, was ich mir gewünscht hatte. Dennoch sah es lange Zeit so aus, als könnte ich am Samstag einige Punkte mitnehmen. Ich hatte eine Beschädigung am Auto nach einem Rennunfall und musste in die Box fahren, um einen neuen Flügel zu bekommen. Wir werden uns jetzt neu formieren und auf ein besseres Wochenende in Santiago hoffen."

D'Ambrosio: "Müssen an der Rennpace arbeiten"

Wehrleins Teamkollege d'Ambrosio erwischte einen besseren Start in die Saison. Er schaffte in beiden Qualifikationen den Sprung in die Super-Pole und sollte demnach von den Startplätzen 6 und 4 ins Rennen gehen. Im Freitagslauf fehlte dem Belgier die Geschwindigkeit, um um Platzierungen kämpfen zu können. Er verlor daher einige Positionen und wurde Neunter. Am Samstag litt er an technischen Problemen und blieb auf dem Weg zur Startaufstellung im "Dummy-Grid" stehen. Die Streckenposten schoben ihn zur Seite, er konnte nicht am Rennen teilnehmen.

"An diesem Wochenende habe ich mein bestes Qualifying-Ergebnis mit Mahindra eingefahren", sagt d'Ambrosio. "Zwei Super-Pole-Teilnahmen sind fantastisch, und das werde ich als Positives mitnehmen. Wir haben noch einiges zu tun und müssen insbesondere an der Rennpace arbeiten. Dass ich heute nicht starten konnte, hat es natürlich noch schwerer gemacht, aber jetzt konzentrieren wir uns auf Santiago."

Teamchef Dilbagh Gill erklärt: "Das war definitiv nicht der Saisonstart, den wir uns gewünscht haben und den wir verdient haben. Wir sind enttäuscht, dass wir unseren Lauf von Podiumsergebnissen bei den Eröffnungsrennen nicht fortsetzen konnten. Wir nehmen trotzdem manch Positives mit: eine starke Qualifying-Performance und zwei Super-Poles. Wir haben zwei Monate Zeit bis zum nächsten Rennen und werden hart arbeiten, um das allgemeine Paket zu verbessern. Wir hoffen, dass wir die Qualifying-Pace in Santiago auch in Rennpace umwandeln können."

Das indische Team nahm nur zwei Punkte aus Diriyya mit in die Pause bis Santiago - ein denkbar schlechter Start in die Saison 2019/20, in der man um Meisterschaften und Siege kämpfen möchte. Der Santiago E-Prix findet am 18. Januar 2020 statt. Pascal Wehrlein hat gute Erinnerungen an sein erstes Rennen in Chile: Dort holte er in der vergangenen Saison seine erste Pole-Position und seine erste Podiumsplatzierung.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Svenja König 

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