Pechito-Roma-Dragon

Pleiten, Pace & Pannen: Dragon-Piloten hadern mit verpasster Chance & Strafe

Nach einer enttäuschenden ersten Saisonhälfte kehrte Geox Dragon Racing am vergangenen Wochenende in Rom - zumindest in Sachen Pace - ins Tagesgeschäft der Formel E zurück. Im Qualifying von Rom zogen zunächst beide Fahrer in das Top-6-Shoot-out um die Pole-Position ein. Im Rennen ging die Reise für Günther und Lopez dann allerdings nur nach hinten. Doch obwohl Dragon zum sechsten Mal in dieser Saison keine Punkte sammelte: Erstmals ließ das Team echtes Potenzial durchblicken.

Besonders in der Qualifikation rüttelten die US-Amerikaner ihre Konkurrenz wach. Überraschend qualifizierten sich sowohl Jose Maria Lopez als auch Formel-E-Rückkehrer Maximilian Günther für die Super-Pole-Session - wenngleich in Gruppe 4, die die besten Grip-Bedingungen vorfand. Günther ersetzte in Rom den durch das IMSA-Rennen in Long Beach verhinderten Felipe Nasr, der erst im März das Cockpit des Deutschen übernommen hatte. Nasr wird zum nächsten E-Prix in Paris aller Voraussicht nach zurückkehren.

Bei widrigen Bedingungen - zwischen dem Gruppen-Qualifying und der Super-Pole hatte es geregnet - qualifizierte sich Günther überraschend auf Position 5 für den E-Prix. Es war sein bestes Resultat in der Qualifikation in seiner bisherigen Formel-E-Karriere. Lopez nahm den E-Prix sogar von Startplatz 3 auf.

Lopez' Ungeduld führt zu Startchaos

Trotz der guten Ausgangslage verspielte Lopez alle Chancen auf sein bestes Saisonergebnis allerdings bereits am Rennstart. Ein Verbremser in Kurve 1 warf ihn in das vordere Mittelfeld zurück, wo es in der ersten Runde hektisch herging. Im Positionskampf mit Sam Bird (Virgin) schob er den Briten wenig später rüde in die Streckenbegrenzung der Obelisk-Schikane (Kurve 16). Bird brach beim Einschlag die Aufhängung, Lopez erhielt eine Durchfahrtsstrafe.

"Es tut mir für Sam leid, aber es fühlte sich an, als hätte er mich in meine Position gedrückt. Es gab kaum einen Ausweg", verteidigt sich Lopez nach dem Rennen bei 'e-racing365'. "Ich denke, dass die Strafe etwas zu heftig war. Es gab nichts, was ich hätte tun können. Ändern kann ich nun nichts mehr. Wir wussten, dass die Rennleitung ab sofort etwas härter bestrafen würde, was sie in meinem Fall wahrscheinlich auch gemacht hat."

Kurz vor dem Ende der ersten Runde sorgte Lopez dann für noch mehr Chaos, als er im Duell mit Gary Paffett (HWA) auf einem Randstein aufsaß, die Kontrolle über sein Auto verlor und selbst in der Barriere landete. Paffett fuhr Lopez auf und wurde anschließend vom nichtsahnenden Jean-Eric Vergne (DS) aufgesammelt. Das Trio blockierte die Strecke, die infolge von Reparaturarbeiten an der Kurve sowie der Neuordnung der Fahrzeuge für mehr als 45 Minuten gesperrt wurde. Lopez beendete das Rennen weit abgeschlagen auf dem 16. Platz.

Günther in letzter Runde ohne Energie

Trotz eines frühen Fahrfehlers, bei dem Günther auf nasser Strecke sein Auto in der schnellen Kurve 4 verlor und seinen Frontflügel nach Mauerkontakt verlor, kämpfte der Deutsche noch fünf Runden vor dem Ende in den Top 10 um seine ersten Formel-E-Punkte. Wegen zu hohen Energieverbrauchs musste er in der Schlussphase des E-Prix allerdings viel Strom sparen. Letztendlich rollte er eine Runde vor der karierten Flagge ohne Energie aus. Er wurde als 19. gewertet.

"Es ist schade, dass es am Ende ganz knapp nicht gereicht hat", hadert Günther nach dem E-Prix. "Es war ein turbulentes Rennen. Ich konnte lange mit der Spitze mithalten und lag die meiste Zeit des Rennens auf Punktekurs. Hoffentlich werde ich in der Formel E noch öfter um Punkte kämpfen können."

Beim Paris E-Prix am 27. April wird planmäßig Felipe Nasr Günthers Cockpit erneut übernehmen. Beide stehen in der Fahrerwertung der Formel E noch immer punktlos auf den letzten Plätzen. Lopez liegt dank eines neunten Platzes in Santiago aktuell auf Rang 19. In der Teammeisterschaft rangiert Dragon, obwohl sie in Rom erstmals Potenzial für gute Ergebnisse zeigten, weiterhin mit zwei Punkten hinter HWA und NIO auf dem elften und letzten Platz.

von Tobias Bluhm 

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