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Postkarte aus Rom: Die Paddock-Themen vom Formel-E-Donnerstag

Die Formel E fährt am kommenden Wochenende in Rom. Der Lauf in Italien bildet das erste Rennen der diesjährigen "voestalpine European Races" und den Auftakt des Europa-Abschnitts im Rennkalender der Elektroserie. e-Formel.de ist live an der Rennstrecke und hat die Augen und Ohren für dich offen gehalten. Die interessantesten Paddock-Themen vom Formel-E-Donnerstag in Rom hat unser Vor-Ort-Reporter Tobias Bluhm für dich notiert. Hier kommt unsere "Postkarte aus Rom".

Die interessantesten Erkenntnisse vom Formel-E-Donnerstag

>>>  Am Abend lief eine Formel-E-Auswahl zu einem Benefiz-Fußballspiel gegen das Legenden-Team von AS Rom auf. Gesammelt wurden Spenden für soziale Organisationen in der italienischen Hauptstadt. Für die Römer spielten unter anderem die ehemaligen Star-Stürmer Francesco Totti und Simone Perrotta. Die Formel-E-Mannschaft wurde unter anderem von Alejandro Agag sowie den Ex-Formel-1-Fahrern Ricardo Patrese und Giancarlo Fisichella unterstützt.

>>>  Nach 90 Minuten trennten sich der AS Rom und die Formel E mit einem 5:5-Unentschieden im Tre-Fontane-Stadion unweit der Rennstrecke. Marco Delvecchio komplettierte bereits nach 16 Minuten den ersten Hattrick für die Gastgeber und traf ein weiteres Mal in Spielminute 58. Roma-Torschütze wurde außerdem Federico Balzaretti (78'). Auf Formel-E-Seite verwandelten Gary Paffett (38'), Felipe Massa (45'+1), Giancarlo Fisichella (46') und Formel-E-Kommunikationsdirektor Renato Bisignani (80' + 90'). Kurios: In der Halbzeitpause wechselte Felipe Massa das Team und tauschte das Trikot mit Roma-Verteidiger Vincent Candela, der die zweiten 45 Minuten auf Formel-E-Seite spielte.

>>>  Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi zeigte sich am Rande einer Pressekonferenz indes sehr glücklich über die Rückkehr des Rom E-Prix, der im letzten Jahr zum ersten Mal ausgetragen wurde. Die Formel E helfe dabei, die Stadt einer grünen Zukunft näherzubringen. In der vergangenen Woche hatte erstmals ein elektrischer Linienbus eine Fahrt durch die Stadt absolviert. 2024 sollen Dieselfahrzeuge schließlich gänzlich aus der Innenstadt verbannt werden. In Planung sind zudem Fahrverbotszonen für Fahrzeuge, die der Euro-3-Abgasnorm nicht entsprechen.

>>>  Ähnlich wie zuletzt beim Saisonauftakt in Saudi-Arabien fürchten die Teams erneut die teils hügelige Strecke in Rom. In der schnellen Kurve 4 hoben schon im letzten Jahr einige Fahrzeuge mit allen vier Rädern vom Asphalt ab. "So etwas kann zu einem 'Power-Spike' führen, bei dem wir kurzzeitig mehr als die erlaubten 200 oder 250 kW vom Elektromotor abrufen. Das kann schnell zu einer Disqualifikation führen", erklärt Sam Bird (Virgin). In Diriyya ereilten mehrere Teams aufgrund jener Power-Spikes Strafen.

>>>  Nachdem sich viele Anwohner im vergangenen Jahr über das Verkehrschaos infolge von Straßensperrungen beschwerten, findet der Rom E-Prix 2019 mit einem neuen Plan für die Verkehrsleitung statt. Die stellenweise abgesperrte Via Cristoforo Colombo, auf der die Startgerade liegt, ist eine rund 30 Kilometer lange Hauptverkehrsader, die Rom mit dem Badeort Ostia am Mittelmeer verbindet.

>>>  Mit einem entschiedenen Rechtsspruch urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Mittwoch, dass eine mitteleuropäische E-Kart-Meisterschaft die Handelsmarke "Formula E" nicht mehr nutzen dürfe. Die FIA klagte bereits vor drei Jahren gegen die Firma "The Green Effort", den Veranstalter der Kart-Serie, dessen 2011 angemeldete "Formula E"-Marke in Kürze voraussichtlich aus dem EU-Handelsmarkenregister (EUIPO) gestrichen wird. Nach geltendem EU-Recht verfällt eine Marke nach fünf Jahren der Nichtbenutzung. Zwar trug die Kart-Formel-E zwischen 2011 und 2016 Rennen aus. Jedoch verpasste "The Green Effort" bei der Einreichung von Beweisen für die Rennen eine dreimonatige Deadline der EUIPO-Entscheidungskammer um 6:41 Minuten.

>>>  Gegen den darauf folgenden Beschluss der Handelsmarken-Löschung legte das Unternehmen Einspruch ein und plädierte auf einen technischen Fehler, durch den ein Fax mit Beweisen nicht rechtzeitig zugestellt werden konnte. Das EuGH bestätigte nun, dass die Beweise korrekterweise nicht angenommen wurden und dass die EUIPO-Entscheidung nicht zurückgenommen wird. Die FIA, die bislang nur Eigentümer der Handelsmarke "FIA Formula E Championship" war, könnte damit womöglich schon bald die Marke "Formula E" ohne den bisherigen "FIA Championship"-Zusatz übernehmen.

>>>  Am frühen Morgen ließ die Formel E den Platz vor der berühmten Spanischen Treppe in Rom für ein Fotoshooting absperren. Binnen 15 Minuten stellte jedes Team eines seiner Fahrzeuge vor der Sehenswürdigkeit auf und ließ es zusammen mit den anderen vor dem Barcaccia-Brunnen ablichten. Anschließend wurde die Gegend wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.

>>>  Aufgrund von Platzmangel müssen die Teams und Fahrer der Jaguar I-Pace eTrophy in Rom in das "Jaguar Race Center" für ihre Briefings umziehen. "Nur Fahrer, Ingenieure, eTrophy-Techniker sowie FIA- und Jaguar-Personal sind in dem Bereich der Garagen zugelassen", heißt es in einem Dokument. "Debriefs oder Übersetzungen mit Ingenieuren/Technikern können nur im Jaguar Race Center abgehalten werden."

>>>  Im VIP-Auto der eTrophy fährt an diesem Wochenende der italienische Motorrad-Fahrer Luca Salvadori. Der 27-Jährige gewann die Pirelli-National-600-Meisterschaft und fuhr in der Supersport-Weltmeisterschaft sowie in der Europäischen Superstock-1000-Meisterschaft. Zuvor starteten Alice Powell, Salvador Duran, Darryl O'Young und David Cheng im Promi-Fahrzeug des Markenpokals.

von Tobias Bluhm 

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