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Race at Home Challenge: Oliver Rowland gewinnt in Berlin

Nissan-Pilot Oliver Rowland hat den fünften Saisonlauf der "Race at Home Challenge" der Formel E gewonnen. In einem spannenden Rennen auf der virtuellen Strecke in Berlin-Tempelhof siegte er vor Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne und Daniel Abt (Audi). Pascal Wehrlein als Vierter behielt die Führung in der Gesamtwertung. Im "Challenger"-Rennen baute Kevin Siggy die Gesamtführung mit seinem zweiten Saisonsieg aus.

[UPDATE, 24. Mai, 15 Uhr] Daniel Abt wurde disqualifiziert und zu einer deftigen Geldstrafe verpflichtet, nachdem er sein Cockpit für das Rennen an einen erfahrenen Simracer übergeben und somit betrogen hatte. Den ganzen Zusammenhang erklären wir dir in einem eigenständigen Artikel.

Im Qualifying konnten sich weder Wehrlein noch Günther sich die Bestzeit sichern. Diese ging zum dritten Mal im fünften Rennen an Mercedes-Pilot Vandoorne. Überraschungszweiter wurde Daniel Abt. Der Audi-Fahrer, in der Race at Home Challenge bislang noch punktlos, zeigte auf seiner Paradestrecke eine beeindruckende Pace. Hier hatte er 2018 Pole-Position, Sieg und schnellste Runde erzielt. Mit einer Zeit von 1:09.376 Minuten lag er nur 0,257 Sekunden hinter Vandoorne. Nach dem Deutschen belegten Rowland, Wehrlein, Günther und Mortara die weiteren Platzierungen.

Dank einem guten Start verteidigte Vandoorne auf dem Weg in die erste Kurve seine Führung vor Abt und Rowland - aber nicht lange: Am Ende der Gegengeraden schob sich Abt vorbei, und auch Rowland schlüpfte durch. Vandoorne und Rowland behakten sich im weiteren Verlauf und überholten sich mehrfach, sodass sich Abt einen Vorsprung herausfahren konnte.

Erneutes Drama um Günther

Im Kampf um Platz 4 und um die Meisterschaftsführung kollidierten Wehrlein und Günther. Der Mahindra-Fahrer hatte sich mit einem harten Manöver neben den BMW geschoben und ihn in die Mauer gedrückt. Günther drehte sich und fiel auf Platz 8 zurück.

Vandoorne startete seine Aufholjagd und verkürzte den Rückstand auf Abt wieder. In der sechsten Runde schob er sich nach einem kurzen Rempler vorbei. Abt versuchte zu kontern und schob sich wieder in Führung, verpasste dabei jedoch den Bremspunkt. Nutznießer war Rowland, der plötzlich in Führung lag. Aber auch dahinter hatten Wehrlein und Mortara aufschließen können.

In den folgenden Runden zeigte sich, dass Abt das Tempo von Rowland und Vandoorne nicht mitgehen konnte. Er schaffte es jedoch, Wehrlein und Mortara hinter sich zu halten.

An der Spitze geschah aber nichts mehr: Rowland gewann sein erstes Rennen in der Race at Home Challenge vor Vandoorne. Abt wurde Dritter vor Wehrlein und Mortara - die ersten Punkte überhaupt für Audi. Dahinter komplettierten Nico Müller, Günther, Andre Lotterer, Antonio Felix da Costa und Mitch Evans die Top 10. Auch für Letzteren war es der erste Punktgewinn. Wehrlein behielt die Führung in der Fahrerwertung vor Vandoorne. Günther ist nur noch Dritter.

Das Rennergebnis von Berlin (Formel-E-Fahrer)

Platz Fahrer Team
1 Oliver Rowland Nissan
2 Stoffel Vandoorne Mercedes
3 Pascal Wehrlein Mahindra
4 Edoardo Mortara Venturi
5 Nico Müller Dragon
6 Maximilian Günther BMW
7 Andre Lotterer Porsche
8 Antonio Felix da Costa DS
9 Mitch Evans Jaguar
10 Neel Jani Porsche
11 Sebastien Buemi Nissan
12 Robin Frijns Virgin
13 Felipe Massa Venturi
14 Alex Sims BMW
15 Oliver Turvey Nio
16 Nyck de Vries Mercedes
17 James Calado Jaguar
18 Ma Qing Hua Nio
19 Jean-Eric Vergne DS
20 Jerome d'Ambrosio Mahindra
21 Sam Bird Virgin
22 Brendon Hartley Dragon
23 Lucas di Grassi Audi
DSQ Daniel Abt Audi

Siggy gewinnt 2. Challenger-Rennen & baut Gesamtführung aus

Die Pole-Position zum Challenger-Rennen, das vor dem Hauptrennen der Formel-E-Piloten stattfand, holte sich der Gesamtführende Kevin Siggy (BMW) vor Peyo Peev (Dragon), Petar Brljak (Jaguar) und Lorenz Hörzing (Virgin). Lucas Müller im Mahindra, Sieger des letzten Rennens und Gesamtzweiter, startete nur von Platz 5.

Beim Rennstart schob sich Brljak von Startplatz 3 auf der Innenseite an Peev vorbei und griff sogar Siggy an, der BMW-Pilot blieb jedoch in Führung. Dahinter schob sich Müller auf Platz 4 nach vorne und machte Druck auf Peev. Er folgte ihm in den folgenden Umläufen wie ein Schatten. Es dauerte jedoch bis zum Ende der achten Runde, als er sich in der letzten Kurve robust auf der Innenseite neben den Dragon-Fahrer setzte. Bei der Anfahrt zu Kurve 1 ließ er ihm keine Chance mehr.

An der Spitze war Siggy jedoch zu keiner Zeit in Gefahr. Er kontrollierte das Rennen mit rund einer Sekunde Vorsprung und gewann das Rennen vor Brljak, Müller und Peev. Marius Golombeck wurde Fünfter, dahinter erreichten Hörzing, Niek Jacobs, Jan von der Heyde, Jacob Reid und Markus Keller die Top 10. Mit dem Sieg baute Siggy seine Führung in der Gesamtwertung auf Müller aus.

Das Rennergebnis von Berlin (Challenger)

Platz Fahrer Team
1 Kevin Siggy BMW
2 Petar Brljak Jaguar
3 Lucas Müller Mahindra
4 Peyo Peev Dragon
5 Marius Golombeck Porsche
6 Niek Jacobs Nissan
7 Jan von der Heyde Nissan
8 Jacob Reid Venturi
9 Markus Keller Mahindra
10 Kush Maini DS
11 Jim Parisis Nio
12 Ben Hitz Virgin
13 Alisdair Irvine Audi
14
Cem Bolukbasi
BMW
15 Nuno Pinto DS
16 Noah Reuvers Mercedes
17 Arjan Veltens Porsche
18 Chris Shepherd Dragon
19 Axel la Flamme Mercedes
20 Archie Hamilton Jaguar
21 Lionel O'Connor Audi
22 Scott Sovik Mercedes
23 Charlie Martin Nio
DSQ Lorenz Hörzing Virgin

Der sechste Lauf der Race at Home Challenge startet am kommenden Samstag um 16:30 Uhr deutscher Zeit. Wo gefahren wird, wurde bislang noch nicht bekanntgegeben. Auch dann berichten wir auf e-Formel.de selbstverständlich mit Vorschau-Artikeln, Berichten, Ergebnis- und Wertungstabellen sowie Live-Streams über den virtuellen E-Prix. Eine Aufzeichnung des Events in Berlins findest du unter diesem Artikel.

>>> zur Gesamtwertung der Race at Home Challenge

VIDEO: Der virtuelle Berlin E-Prix in der Wiederholung

von Tobias Wirtz  

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Kommentar von EffEll |

@Redax:
Habt ihr euch die nachfolgenden Interviews angesehen?
Sowohl Vandoorne als auch Vergne haben ja angezweifelt, dass überhaupt Daniel Abt am Steuer saß und komischerweise stand er zu den Interviews der Top 3 nicht mehr zur Verfügung. Dann ist mir nachträglich wieder eingefallen, dass irgendein Halter vor seinem Gesicht stand, im Bild der "on board cam".
Scheinbar hat er tatsächlich jemanden anderen fahren lassen. Warum sollte sonst ein Gegenstand direkt vor seinem Gesicht stehen? Zudem noch mit einem meterlangen Halter, um genau die Höhe zu erreichen. Erst dachte ich, ihm liegt die Strecke einfach sehr, da es seine absolute Lieblingsstrecke ist. Die Indizien sind aber ziemlich erdrückend und Simracing liegt ihm laut eigener Aussage gar nicht. Zudem hat er auch schon zugegeben, überhaupt nicht dafür zu trainieren.
Das wäre echt ne Schweinerei und sollte Konsequenzen haben. Mindestens den Ausschluss aus der Race at home Challenge und da ihm das wahrscheinlich ohnehin recht ist, sollte es auch im echten Racing Folgen nach sich ziehen. Wirklich unfassbar

Obwohl ich eigentlich Wehrlein die Daumen am meisten drücke, bin ich klar für eine Bestrafung. Er muss ihn mit purer Absicht derart in die Mauer gedrückt haben. So etwas passiert versehentlich. Im Endeffekt wird das alles Vandoorne in die Karten spielen. Ich gehe davon aus, dass er sich letztendlich durchsetzen wird.

Kommentar von Benny |

@EffEll ich weiß nicht welchem Geist du da geantwortet hast.

Nur eins ist sicher! Für die RealLife FormelE sollte er nicht ausgeschlossen werden. Diesen Sim-Rotz kann man absolut nicht mit einem echten FE06 vergleichen. Hier hat sich die FIA mal nichts gedacht. Lieber hätte in der ganzen Covid-Ära kein Rennen gesehen, als diesen absolut schlechten Simulator mir anzutun. Zumal viele gar nicht Simulatoren "Spielen", warum auch, Sie sind Rennfahrer! Und dann spielen die meisten das auch wie ein Destrucion Derby. Der drecks Fussball Sport wird als Geisterspiel ausgetragen, aber die FormelE nicht, oder wie? Sollen se alle wie im TV hinter Kamera mit Masken und Abstand stehen. Wäre sicherlich gegangen.
Aber wie es nunmal so ist, ist das nunmal auch sein Job der gemacht werden muss.
Niemand ist fehlerfrei!

Ich hoffe Wir sehen ihn noch einmal im FE06 auf einer echten Rennstrecke und dann Podium!

Kommentar von EffEll |

@Benny:
Ich antwortete keinem Geist, sondern fragte die Redaktion.
Man merkte die letzten Tage, dass du ein eingefleischter Abt Fan bist und dein Fokus weniger auf der Rennserie selbst liegt.
Würdest du deinen Text logisch überdenken, könntest du merken, dass du Äpfel mit Birnen vergleichst. DieBundesliga wird innerhalb Deutschlands ausgetragen. Alle Teams können mit Bussen zu den Spielstätten anreisen, ohne Ländergrenzen zu übertreten. Zudem wurde ein nahezu lückenloses Hygienekonzept ausgearbeitet. Das wäre jedoch nicht auf die Formel E übertragbar. Allein schon aus dem Grund, dass die Teams auf der ganzen Welt verteilt sind und das zu einer Zeit, wo jeglicher Flugbetrieb weltweit eingestellt wurde.
In der Arbeitswelt muss man sich an die Vorgaben des Arbeitgeber halten. Ob man die aufgetragenen Aufgaben für sinnvoll erachtet, spielt dabei keine Rolle.
Für Audi kam das Fehlverhalten wohl recht gelegen. Im Vergleich zum Teamkollegen sah Daniel Abt ja ziemlich blass aus. Jetzt kann Audi die Chance nutzen und zukünftig mit zwei Top-Fahrern in der Meisterschaft antreten.
Ich persönlich schaue die Race At Home Challenge sehr gerne. So lange man aufgrund der weltweiten Beschränkungen keine Rennen austragen kann, ist es eine spannende Alternative. Allerdings auch nur dann, wenn die Fahrer mit einer gewissen Ernsthaftigkeit an die Sache herangehen.
Daniel Abt spielte letztes Jahr doch schon mit dem Gedanken, seine Fahrerkarriere an den Nagel zu hängen, sollte Audi seinen Vertrag nicht verlängern. Daher ist es wirklich sehr unwahrscheinlich, dass wir ihn jemals wieder in einem Formel E Rennauto sehen werden.
Du kannst dich noch so sehr darüber aufregen - es ändert nichts. Ich habe direkt nach dem Event geahnt, dass das weitreichende Konsequenzen im echten Leben nach sich zieht. Dazu musste man kein Hellseher sein. Und das hätte Abt selbst genauso gut einschätzen können. Aber er arbeitete fast nur noch für seine Community. Ihm war jedes Mittel recht, seine Reichweite zu erhöhen und auch dieser "Joke" hatte ausschließlich zum Ziel, seinen Twitch-Stream zu pushen, in dem er dieses Vorhaben ja schon die Woche zuvor ankündigte.
Verpflichtungen ggü seines Arbeitgebers und der FIA schob er dafür zur Seite. Diese existieren aber im Real Live! Und auch nur da drohen Konsequenzen.
Jetzt kann er sich ausschließlich diesen Aktivitäten widmen, ohne die Ablenkungen durch die FIA und Audi. Seinen Fans bleibt er erhalten und sie können sich über noch mehr Content freuen.
Warten wir es ab, vielleicht wird es eine Win-Win-Situation. Abt kann sich vollständig auf die Community konzentrieren, die Fans bekommen mehr Inhalte und Audi einen zweiten Top-Fahrer. Auswahl haben sie jetzt ja auch. So haben letztendlich vielleicht alle gewonnen

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