Race-at-home-challenge-New-York-Pascal-Wehrlein

Race at Home Challenge: Wehrlein & Müller feiern Mahindra-Doppelsieg in New York

Pascal Wehrlein hat den siebten Lauf der Race at Home Challenge für sich entschieden. Im vorletzten Rennen der Formel-E-Simracing-Meisterschaft siegte der Deutsche vor Oliver Rowland und Audi-Ersatzmann Kelvin van der Linde. Im "Challenger"-Rennen unterstrich Lucas Müller seine Titelambitionen: Mit einem Start-Ziel-Sieg gewann er sein zweites RaHC-Event und sicherte sich einen Platz in der ersten Startreihe des "Grand Final" am Sonntag.

[UPDATE, 6. Juni, 20:57 Uhr: Wie Nissan e.dams via Twitter mitteilte, erhielt Oliver Rowland eine nachträgliche 5-Sekunden-Zeitstrafe, die ihn von Platz 2 auf Platz 4 zurückwarf.]

Im Qualifying der Formel-E-Fahrer setzte Kelvin van der Linde das erste Ausrufezeichen des Wochenendes: Der Südafrikaner, der bei Audi den vom Team suspendierten Daniel Abt vertrat, zeigte mit einer Rundenzeit von 1:11.450 Minuten bereits in Gruppe 1 sein Können im Simulator. Erst im letzten Abschnitt der Qualifikation wurde seine Bestzeit von Pascal Wehrlein (Mahindra) um rund vier Zehntelsekunden unterboten. Van der Linde nahm das Rennen von Platz 2 auf, Sebastien Buemi (Nissan) erreichte einen starken dritten Platz. Der Meisterschaftsführende Stoffel Vandoorne (Mercedes) reihte sich hinter Maximilian Günther (BMW) auf Rang 5 ein.

Buemi crasht in Runde 1, Vandoorne fehlt die Pace

Wie üblich ging es in der Startphase des Rennens heiß her: Während Wehrlein seine Führung in Kurve 1 behaupten konnte, verlor Buemi zahlreiche Positionen. Im engen "Dock Loop" (Kurven 2 bis 5) wurde er von Vandoorne (Mercedes) touchiert, woraufhin er sich drehte und bis auf den 19. Platz zurückfiel. Kurz darauf war der Schweizer der erste Pilot, der im "Battle Royale"-Format eliminiert wurde.

Vandoorne hatte vor einer Woche das erste New-York-Rennen der RaHC für sich entschieden, doch diesmal reichte es nicht für ganz vorn. Er kämpfte in den ersten Runden hart gegen Rowland, musste den Briten jedoch zur Rennhalbzeit ziehen lassen. Offenbar war sein Fahrzeug bei der Startkollision beschädigt worden. Rowland näherte sich bald darauf dem Zweitplatzierten van der Linde, der das Tempo von Wehrlein nicht mitgehen konnte.

Robustes Last-Minute-Manöver im Podiumskampf

Im Mittelfeld gab es weitere harte Duelle, bei denen es immer wieder auch zu Kontakten kam. Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) kollidierte im Platzkampf beispielsweise mit Joel Eriksson, der an diesem Wochenende den Dragon-Piloten Nico Müller ersetzte. Eriksson wurde auf Position 19 liegend eliminiert, Vergne erreichte den 17. Rang. Der amtierende Formel-E-Meister ist somit weiterhin einer von nur drei Formel-E-Stammfahrern, die in der RaHC bislang punktlos sind.

Während Rowland in der Schlussphase seinen Rückstand auf van der Linde bis auf wenige Zehntelsekunden verkleinern konnte, diktierte Wehrlein die Geschwindigkeit des Rennens. Nach 15 Runden ging der Deutsche auf Platz 1 ins Ziel - zum ersten Mal seit RaHC-Woche 4 in Hongkong. In der letzten Runde setzte sich Rowland schließlich mit einem harten Manöver gegen van der Linde durch, der als Dritter ins Ziel kam und somit die ersten Punkte überhaupt für Audi sammelte. Vandoorne und Günther beendeten das Rennen auf den Plätzen 4 und 5.

Mit falscher Kamera-Perspektive an die Spitze der Fahrerwertung

"Das war ein gutes Rennen", freut sich Wehrlein über seinen Sieg. "Ich habe ganz am Anfang einen Fehler gemacht und wegen meines Halo die Startampel nicht gesehen. Ich habe wohl einen falschen Knopf gedrückt und die Kamera verstellt, sodass ich das ganze Rennen in der TV-Ansicht gefahren bin. Zum Glück hatte ich einen kleinen Vorsprung, den ich dann managen konnte."

Vor dem letzten Rennen in der Race at Home Challenge übernahm Wehrlein die Führung in der Fahrerwertung. Gerade einmal zwölf Zähler trennen ihn allerdings von Vandoorne. Günther ist nach einem unauffälligen Rennen weiterhin Gesamtdritter, sein Vorsprung gegenüber Rowland schrumpfte aber auf sechs Zähler. Der Brite auf Platz 4 ist der letzte Fahrer, der noch mathematische Chancen auf den Titel hat.

Das Rennergebnis von New York City (Formel-E-Fahrer)

Platz Fahrer Team
1 Pascal Wehrlein Mahindra
2 Kelvin van der Linde Audi
3 Stoffel Vandoorne Mercedes
4 Oliver Rowland (nach Strafe) Nissan
5 Maximilian Günther BMW
6 Felipe Massa Venturi
7 Edoardo Mortara Venturi
8 Antonio Felix da Costa DS
9 Robin Frijns Virgin
10 Oliver Turvey Nio
11 Neel Jani Porsche
12 Mitch Evans Jaguar
13 Alex Sims BMW
14 Sam Bird Virgin
15 James Calado Jaguar
16 Ma Qing Hua Nio
17 Jean-Eric Vergne DS
18 Andre Lotterer Porsche
19 Joel Eriksson Dragon
20 Lucas di Grassi Audi
21 Nyck de Vries Mercedes
22 Brendon Hartley Dragon
23 Jerome d'Ambrosio Mahindra
24 Sebastien Buemi Nissan

Müller beendet Brooklyn-Fluch mit Sieg im Challenger-Rennen

Im Qualifying des Challenger-Feldes landete der Deutsche Lucas Müller den ersten Treffer. Mit einer Rundenzeit von 1:11.006 Minuten sicherte er sich vor Kevin Siggy (BMW) die Pole-Position und verwies den Slowenen auf den zweiten Platz. Die besten acht Fahrer trennten weniger als eine halbe Sekunde - ein guter Indikator dafür, wie konkurrenzfähig die Simracer auch am RaHC-Finalwochenende waren. Hinter Siggy vervollständigten Joshua Rogers (Porsche), Petar Brljak (Jaguar) und Kush Maini (DS Techeetah) die Top 5 der Startaufstellung.

Am Start setzte Siggy Müller unter Druck, fand in der ersten Kurve jedoch keinen Weg vorbei am 19-Jährigen. Neben einigen Kollisionen im Mittelfeld blieb die erste Runde jedoch - anders als im New-York-Rennen vor einer Woche - vergleichsweise ereignisarm. Nach drei Runden war Axel la Flamme der erste Pilot, der im "Battle Royale"-Format ausschied. Ihm folgten Charlie Martin und Sergio Jimenez. Der aktuelle Meister der I-Pace eTrophy nahm als Gaststarter für Jaguar am Rennen teil.

Im weiteren Rennverlauf musste sich Müller über weite Strecken gegen Siggy und Rogers verteidigen, die ihm auf Schritt und Tritt folgten. Durch einen Fahrfehler in Runde 8 stieg Rogers jedoch frühzeitig aus dem Kampf um den Sieg aus. Im Duell um die finalen Top-10-Positionen kämpften zudem Alisdair Irvine, Cem Bolukbasi, Niek Jacobs und Nuno Pinto gegeneinander. Letztlich schaffte Jacobs den Sprung in die Punkteränge.

An der Spitze blieb Müller bis zuletzt souverän: Zum zweiten Mal in der Race at Home Challenge ging er auf dem ersten Platz über den Zielstrich und sicherte sich somit einen Platz in der ersten Startreihe für das RaHC-Finalrennen am Sonntag. Siggy und Rogers komplettierten hinter ihm das Podium, Maini und Brljak landeten in den Top 5.

Das Rennergebnis von New York City (Challenger)

Platz Fahrer Team
1 Lucas Müller Mahindra
2 Kevin Siggy BMW
3 Joshua Rogers Porsche
4 Kush Maini DS
5 Petar Brljak Jaguar
6 Peyo Peev Dragon
7 Ben Hitz Virgin
8 Marius Golombeck Porsche
9 Jacob Reid Venturi
10 Niek Jacobs Nissan
11 Cem Bolukbasi BMW
12 Alisdair Irvine Audi
13 Nuno Pinto DS
14 Ozgur Benzes Virgin
15 Markus Keller Mahindra
16 Moritz Löhner Audi
17 Arian Veltens Nissan
18 Noah Reuvers Mercedes
19 Yifei Ye Nio
20 Scott Sovik Venturi
21 Sophia Flörsch Mercedes
22 Sergio Jimenez Jaguar
23 Charlie Martin Nio
24 Axel la Flamme Dragon

Das finale Rennen der Race at Home Challenge startet am Sonntag (7. Juni) auf der virtuellen Rennstrecke in Berlin-Tempelhof. Im "Grand Final" der Formel-E-Fahrer werden doppelte Punkte vergeben. Bei den Simracern bestimmt der Zwischenstand in der Fahrerwertung die Startaufstellung. Anschließend fällt nach dem "Winner Takes It All"-Format die Entscheidung um den ersten Race-at-Home-Titel: Wer das Rennen in Berlin gewinnt, gewinnt die Simracing-Serie. Wir begleiten das Event auf e-Formel.de selbstverständlich mit Berichten, Ergebnis- und Wertungstabellen sowie einem Live-Stream. Eine Aufzeichnung des virtuellen New York E-Prix vom Samstag findest du unter diesem Artikel.

>>> zur Gesamtwertung der Race at Home Challenge

VIDEO: Der virtuelle New York E-Prix in der Wiederholung

von Tobias Bluhm  

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Extreme-E-Dust-Sand-Desert-Speed

Lucas di Grassi: Extreme E ist "eine großartige Marketing-Plattform"

In etwas mehr als vier Monaten soll das erste Rennen der Formel-E-Schwesterserie Extreme E starten. Die Meisterschaft für Rallye-Buggys, die im vergangenen Jahr vom ehemaligen Formel-E-Geschäftsführer Alejandro Agag gegründet wurde, ...
von Tobias Bluhm
White-Logo-Tesla-Model-X-Wooden-Logs

Formel-E-Boss Reigle erklärt: Darum hat Tesla (noch) kein eigenes Motorsport-Team

Die Liste der Automobilhersteller in der Formel E ist lang: Neben Audi und BMW nehmen seit 2019 auch Mercedes und Porsche mit eigenen Werksteams an den Rennen der Elektroserie teil. ...
von Tobias Bluhm
Mitch-Evans-Panasonic-Jaguar-Racing-Berlin-E-Prix-2020-Attack-Mode-activated-ABB-logo-background-blur

"Völlig unparteiisch" - Gen3-Batterie-Hersteller Williams ohne Bedenken wegen Jaguar-Partnerschaft

Williams Advanced Engineering wird bekanntermaßen die Batterien für die dritte Fahrzeuggeneration der Formel E liefern. Die Briten nehmen diese Rolle nach vier Jahren Formel-E-Pause bereits zum zweiten Mal ein, nachdem sie bereits ...
von Tobias Wirtz
Starting-Lights-Saudi-Arabia-ABB-Formula-E-Championship-Blue

Offener Brief an EU-Kommission: Formel E schließt sich UN-Kampagne "Race To Zero" an

Die ABB FIA Formula E hat am 15. September den "EU 2030 Letter" unterzeichnet. Damit unterstützt die Rennserie die globale Kampagne der Vereinten Nationen für eine CO2-neutrale Wirtschaft. Die Ziele: ...
von Tobias Wirtz