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Schnelleres Gen3-Auto: "Noch Spielraum" bei künftigen Straßenkursen der Formel E

Trotz deutlich stärkerer und somit schnellerer Fahrzeuge soll die Formel E auch in Zukunft mit ihren Gen3-Autos überwiegend auf temporär errichteten Stadtkursen inmitten von Metropolen ihre Rennen austragen. Eine Veränderung der aktuellen Strecken ist derzeit nicht geplant.

Frederic Bertrand, FIA-Direktor für Rundstreckenrennen, ist sich sicher, dass auch mit der nächsten Fahrzeuggeneration (ab 2022) die E-Prix der Formel E überwiegend auf speziell für diesen Anlass errichteten Rennstrecken gefahren würden. "Diese Straßenrennen sind die DNA der Meisterschaft, und wir dürfen sie nicht verlieren", so der Franzose zu 'e-racing365'. "Ich denke, dass der Kompromiss, den wir im Moment haben, gut ist."

Obwohl die Formel-E-Rennwagen der dritten Generation deutlich schneller werden - auch bedingt durch ein geringeres Gewicht dank kleinerer Akkus und Schnellladestopps -, hat Bertrand keine Bedenken. Er prophezeit, dass sich die Formel E auch weiterhin im vorgegebenen Sicherheitsrahmen der FIA bewegen wird. Einer Durchführung der Rennen auf den gewohnten temporären Stadtkursen stehe demnach nichts im Wege.

Neben genannten Straßenkursen fährt die Formel E auch in der aktuellen Saison in Marrakesch auf einer semi-permanenten und in Mexiko-Stadt sogar auf einer permanenten Rennstrecke. In Berlin findet das Rennen zudem auf dem Vorfeld des stillgelegten Flughafens Tempelhof statt.

Ausnahmen bestätigen die Regel

"Mexiko-Stadt ist eine der Ausnahmen, wo wir zwar in der Stadt sind, aber auf einer richtigen Rennstrecke fahren. Aber wir wollen maximal zwei, vielleicht drei (echte Rennstrecken) pro Saison zu haben, während sich der Rest wirklich auf die Stadtzentren konzentriert", erklärt Bertrand. "Wir müssen in den Innenstädten fahren. Für die Hersteller und die Sponsoren ist es wichtig, wo wir fahren. Nur so können wir die Mobilität in den Stadtzentren bewerben."

Der FIA-Vertreter betont, dass es bei den aktuellen Streckenführungen noch gewisse "Spielräume" gebe, um auch mit schnelleren Autos fahren zu können. "Wenn ich sehe, wie schnell wir mit einem (Formel-3-)Auto in Macau fahren können - und das ist ebenfalls eine 'Grade-3-Strecke' - dann wird das Grade-Niveau wohl auch für die dritte Fahrzeuggeneration beibehalten, die etwas schneller sein wird."

FIA bestätigt: "Keine Pläne", die Einstufung zu ändern

Alle Rennstrecken der Formel E entsprechen mindestens der Bewertung "Grade 3" im FIA-Rating. Diese steht Fahrzeugen mit einem Leistungsgewicht von 2-3 kg pro PS offen. Umgerechnet in die bei Elektrofahrzeugen üblichen kW entspricht dies 2,72 bis 4,08 kg pro kW.

Mit den kürzlich bekanntgegebenen Leistungs- und Gewichtsdaten der dritten Fahrzeuggeneration - 350 kW Maximalleistung bei 780 kg Gewicht ergeben 2,23 kg pro kW - wären die Bedingungen für eine Grade-3-Strecke nicht mehr erfüllt. Ein Umstieg auf die höherklassigen Grade-2-Strecken, der nur mit teuren Umbaumaßnahmen zu erreichen sein dürfte, wird dennoch nicht notwendig sein, da die FIA hier bereits eine Ausnahme für die Formel E definiert hat.

Die sogenannte Grade-3E-Einstufung orientiert sich am jeweils aktuellen Sportlichen Reglement der ab Ende 2020 FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft genannten Serie. Eine FIA-Sprecherin erklärte gegenüber 'e-Formel.de', dass es hier momentan keine Pläne gebe, dies zu ändern.

von Tobias Wirtz  

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