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Stallregie & Taktik-Experimente sorgen für Frust in der Formel E

In den ersten Rennen der Formel-E-Saison 2019/20 sorgte bei einigen Teams insbesondere eine taktische Maßnahme für interne Kontroversen: die Teamorder. Wiederholt beschwerten sich Fahrer am Boxenfunk über ihre Teamkollegen, die sie im Positionsduell aufhielten oder einen vereinbarten Platztausch nicht wiedergutmachten.

Zuletzt äußerte unter anderem Nissan-Pilot Oliver Rowland in Marrakesch seinen Unmut. Seinen Boxenfunk veröffentlichte die Formel E nach dem Rennen auf der Videoplattform YouTube. "Ich wurde von euch gef*ckt! Ich bin stinksauer!", funkte der Brite demnach an sein Team. Zuvor musste er in der zweiten Runde des Rennens Sebastien Buemi passieren lassen, der das Rennen nach 45 Minuten und einer Runde auf dem Podium beendete. Rowland teilte die Freude über das gute Ergebnis seines Teamkollegen anfänglich nicht: "Fuck that! Ich hatte einen Windschatten!"

"Das war kein Rennen, das war eine Kaffeefahrt!"

Auch im vorausgegangenen E-Prix in Mexiko sorgte eine Stallregie für Kontroversen. So fühlte sich beispielsweise Jerome d'Ambrosio von seinem Team Mahindra im Stich gelassen, da sein Ingenieur ihm über weite Strecken des Rennens keinen höheren Motoren-Modus erlaubte, um Positionen gutzumachen. "Das war kein Rennen, das war eine Kaffeefahrt", fluchte der Belgier nach dem Zieleinlauf sinngemäß. Nun wisse er, was im Team Sache ist. In Mittelamerika spielte d'Ambrosio nur einen Punkt auf sein Konto.

Auch die DS-Techeetah-Piloten Jean-Eric Vergne und Antonio Felix da Costa verfingen sich in Mexiko in einem (schlecht) inszenierten Platzwechsel, der beide Fahrer viel Boden kostete. "Das hat uns viel Zeit gekostet, und ihr habt es gewusst", sagte Vergne bereits während des Rennens. Letztlich erhielt sein schnellerer Teampartner Felix da Costa den Vortritt. Der Portugiese beendete das Mexiko-Rennen auf Platz 2, Vergne verpasste das Podium knapp.

Di Grassi beteuert: "Wir dürfen frei fahren"

Die Taktik-Experimente, von denen sich die Rennställe ein besseres Ergebnis für die Teamwertung erhoffen, sorgen hinter den Kulissen der Teams für angespannte Diskussionen. Dennoch kommen derartige Maßnahmen in dieser Saison nicht bei jedem Team zum Einsatz. "Bei uns gibt es sowas nicht", beteuert Audi-Pilot Lucas di Grassi. Uns erklärt er: "Wir haben keine Regelung, die besagt: 'Du bist die Nummer 1, der andere muss dich vorbeilassen.' Nein, wir dürfen frei fahren."

Eine Einschränkung gebe es jedoch: "Das Team will, dass wir clever mit dem Teamkollegen umgehen. Wir dürfen aber gegeneinander fahren, ohne dass wir wie bei Techeetah 'Positionen zurückgeben' müssen. Das führt nur zu Verwirrungen, wenn man den Platz nicht wieder tauscht." Es gehe vor allem darum, im Platzduell gegen den Teampartner keine Energie zu verschwenden.

Ob es auch in den nächsten Rennen Taktik-Experimente der Teams geben wird, bleibt abzuwarten. Schließlich sorgten Platzwechsel zwischen zwei Teamkollegen in den vergangenen E-Prix oftmals zu Zeitverlusten - siehe Techeetah in Mexiko. Da die Formel-E-Saison derzeit aufgrund der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt ist, ist das nächste planmäßige Rennen derzeit der Berlin E-Prix am 21. Juni.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

VIDEO: Die Teamfunk-Highlights aus Marrakesch

von Tobias Bluhm  

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Kommentar von Derbe_klopp_te |

Auch wenn ich das letzte REnnen in Mexico leider nicht gesehen habe, kommt es mir so vor, dass im Techeetah team am meisten Unruhe herrscht.
JEV ist ja auch Mitbesitzer des Teams und will natürlich bevorzugt werden.
mit LOT hatte er einen Fahrer, der ihm leider über die Konstanz weg nicht gefährlich wurde und allgemein kein Problem hatte sich unterzuordnen. Bei Da costa sieht man einen jungen ehrgeizigen piloten, der es allen zeigen will...

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