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Bis zu 1,6 Mio. Euro: Steigende Fahrer-Gehälter beunruhigen Formel-E-Teams & -Hersteller

Die Fahrergehälter in der Formel E sind in den vergangenen beiden Jahren erheblich gestiegen. Nach Informationen von 'e-racing365' sollen die Topfahrer der Elektrorennserie mittlerweile zwischen einer und 1,6 Millionen Euro pro Jahr verdienen - persönliche Sponsorenverträge noch nicht eingeschlossen. Diese steigenden Kosten beunruhigen zunehmend die Teams und Hersteller in der Elektroserie, denn das einst noch recht günstige Engagement in der Formel E wird teurer und teurer.

"Die Formel E ist eine Meisterschaft, in der ein Fahrer den Unterschied machen kann", erklärt Audi-Motorsport-Chef Dieter Gass. "Du zahlst eben für das, was du haben und erreichen möchtest. Wenn der beste Fahrer sein Geld wert ist und Siege holt, dann wirst du dafür zahlen."

Mit Blick auf das aktuelle und auch künftige Wachstum der Formel E sieht Gass "potenzielle Probleme" aufkommen. "Wird es (das Gehalt) irgendwann zu stark ansteigen? Ich denke, wir müssen abwarten. Es ist noch zu früh, um das einschätzen zu können. Der Fahrermarkt ist inzwischen auf jeden Fall schon deutlich komplexer (als noch vor wenigen Jahren)."

Jaguar-Teamchef James Barclay pflichtet ihm bei: "Jeder hier ist sich bewusst, dass wir darauf achten müssen, die Strukturen dieser Meisterschaft weiterhin im Gleichgewicht zu halten." Die Formel E müsse mit der richtigen Geschwindigkeit wachsen, sonst könnte das Gehaltsthema tatsächlich zum Problem werden. "Wir müssen uns alle Bereiche anschauen, um die langfristige Gesundheit der Serie sicherstellen zu können", so Barclay.

Mit dem Einstieg der finanzstarken deutschen Hersteller Porsche und Mercedes dürften die Gehälter mittelfristig weiter steigen, denn wie schon Gass sagte, wird auch etwa Toto Wolff die besten Fahrer einstellen wollen - und die kosten nun mal viel Geld. Gut möglich, dass sich Jaguar unter anderem auch aus diesem Grund von Nelson Piquet jr. getrennt hat, denn der Meister der ersten Saison zählte sicherlich zu den besser verdienenden Fahrern in der Formel E. Das Thema Gehaltsentwicklung bleibt weiterhin spannend und macht die E-Serie auch für Rennfahrer immer interessanter.

von Timo Pape 

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Kommentar von E. Hirsch |

Ein sehr interessantes Spektrum in der Formel E. Es wird vieles in der Formel E transparent gemacht, das Thema Geld ist allerdings ein Tabuthema. Sehr schade wie ich finde.

Es ist doch bei den besten Sportassen in etwa bekannt, wieviel Us$ oder € da verdient wird, ob NBA-Superstar Dirk Nowitzki oder hierzulande die besten Fussballkicker. Nur beim Motorsport mit Ausnahme der besten Formel-1-Piloten, wird ein gut gehütetes Geheimnis daraus gemacht.

Ok in Deutschland ist die Neiddebatte dazu sicherlich gegeben, die Amis gehen da viel entspannter damit um.

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