Strecken-Layouts für Formel-E-Sixpack in Berlin veröffentlicht: "Rückwärts-Kurs" zum Start

Rund zwei Wochen vor dem ersten Rennen des Berlin E-Prix 2020 hat die Formel E die drei bislang geheimen Strecken-Layouts zum Saisonfinale veröffentlicht. Für jeden der drei geplanten "Double-Header" ist eine andere Streckenführung vorgesehen. Den Auftakt macht das Rückwärts-Layout, das e-Formel.de bereits vor anderthalb Wochen im Video vorgestellt hat.

Für das erste Doppelrennen am 5. und 6. August wird die Strecke des Vorjahres in umgekehrter Richtung befahren. Im Vergleich zum Berlin E-Prix 2019 soll die Strecke jedoch in einigen Details abweichen. Aus Sicherheitsgründen müssen mehrere Anpassungen bei Auslaufzonen und TecPro-Barrieren vorgenommen werden. Immerhin erreichen die Boliden beispielsweise die "neue" Kurve 6 am Ende der Gegengeraden nun mit Geschwindigkeiten von mutmaßlich mehr als 200 km/h. Im "alten" Layout war dies Kurve 5, die nach der langsamen Kurve 4 locker mit Vollstrom gefahren werde konnte.

Auch die Notausgänge, durch die gestrandete Fahrzeuge rückwärts von der Strecke geschoben werden können, müssen für die neue Streckenführung angepasst werden. Schließlich soll kein Fahrer bei Renntempo die Strecke verlassen und die dort positionierten Marshals gefährden. Weitere Anpassungen sind an der Boxengasse, der Startaufstellung und möglicherweise auch an den Positionen der Streckenposten notwendig.

Unklar ist bislang, wo die Attack-Zone für das Rückwärtslayout platziert wird. Da die Fahrer die drei in die Strecke eingelassenen Schleifen in der korrekten Reihenfolge überqueren müssen, ist hier auf jeden Fall eine bauliche Anpassung notwendig. Ob nur die Sensoren 1 und 3 getauscht werden, oder aber die Zone an einer möglicherweise vollkommen anderen Stelle der Strecke platziert wird, wurde noch nicht bekanntgegeben.

VIDEO: Die Berlin-Strecke im "Rückwärts-Layout"

Klassisches Layout beim 2. "Double-Header", stark überarbeiteter Kurs beim Finale

Nach nur einem Tag Pause beginnt am Samstag, dem 8. August, der zweite "Double-Header". Hierfür wird die Streckenführung wieder auf den Stand von 2019 zurückgebaut. Dies erscheint sinnvoll, da nur die bereits erwähnten Maßnahmen wieder rückgängig gemacht werden müssen. Ansonsten gibt es keine Unterschiede zum Vorjahr, weshalb davon auszugehen ist, dass sämtliche Teilnehmer optimal vorbereitet in die Saisonrennen 8 und 9 starten werden.

Nach zwei weiteren Tagen Umbaupause kommt die große Unbekannte auf Teams und Fahrer zu: Zum Saisonabschluss haben sich die Verantwortlichen ein deutlich überarbeitetes Streckenlayout ausgedacht, das technisch deutlich anspruchsvoller aussieht. Statt zehn Kurven erwarten die Piloten nun derer 16. Gefahren wird wieder in "richtiger" Fahrtrichtung, also gegen den Uhrzeigersinn.

Sind die ersten vier Kurven noch identisch mit der Streckenführung des zweiten "Double-Headers", so wird Kurve 5 aus einem schnellen Rechtsknick in eine langgezogene Kurve verwandelt. Nach einem langgezogenen Linksknick geht es danach zurück auf die ursprüngliche Gegengerade. Am Ende dieser Geraden biegt die Strecke nach der langen Linkskurve 7 um 90 Grad nach rechts ab, bevor es in einem ähnlichen Winkel nach links geht. Diese Sektion erinnert stark an klassische Formel-E-Straßenkurse.

Ähnlich wie in der Mercedes-Arena des Nürburgrings geht es dann auf relativ engem Raum zwei weitere Male nach links, bevor eine erneute 90-Grad-Rechtskurve kommt. Nach einem schnellen Rechts-Links-Geschlängel führt die Strecke schließlich auf die alte Streckenführung zurück zur Haarnadelkurve 15 (sonst Kurve 9), nach der es dann auf "altbekanntem Weg" wieder in Richtung der Start-Ziel-Geraden geht.

Positiver Nebeneffekt: Da lediglich der Mittelsektor angepasst wird, die Streckensektoren 1 und 3 aber vollkommen unverändert bleiben, sind keine Umbaumaßnahmen für die Zeitmessung erforderlich.

von Tobias Wirtz  

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